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„Vertrauen wächst durch sorgfältige Arbeit“

Dr. Martin C. Lockert

Dr. Martin C. Lockert

30.10.2026, 09:29 Uhr
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100 Jahre Kanzleigeschichte: Die Rechtsanwälte und Notare Tobias Demann und Dr. Martin C. Lockert über Familiengeschichten, künstliche Intelligenz und die Frage, was gute Beratung auch in Zukunft ausmacht

Was bedeutet es Ihnen, eine Kanzlei mit hundertjähriger Geschichte weiterzuführen?

Demann: Zunächst einmal Freude und auch Stolz. Vor allem übernehmen wir aber etwas, das unsere Vorgänger über Jahrzehnte aufgebaut haben: das Vertrauen der Menschen. Wer zu uns kommt, steht häufig vor einer wichtigen Entscheidung oder steckt in einer belastenden Situation. Was für uns beruflicher Alltag ist, kann für einen Mandanten das erste und einzige Mal im Leben sein. Das müssen wir uns immer wieder bewusst machen.

Dr. Lockert: Wir möchten die Kanzlei so weitergeben, wie wir sie übernommen haben: mit einem guten Namen und verlässlichen Beziehungen. Dafür zählt die sorgfältige Arbeit im einzelnen Fall. Menschen erinnern sich lange daran, ob sie sich gut aufgehoben gefühlt haben.

Welche Begegnungen bleiben Ihnen besonders in Erinnerung?

Dr. Lockert: Wir haben Hofübergaben teilweise schon in dritter Generation begleitet. Da erlebt man ein Stück Familiengeschichte mit. Genauso bleibt aber das junge Paar in Erinnerung, das mit seinem weinenden Baby auf dem Schoß den ersten Hauskauf bespricht. Zwischen Vertragsfragen und dem Beruhigen des Kindes wird sehr deutlich: Hier geht es gerade um einen großen Schritt im Leben.

Demann: In erbrechtlichen Angelegenheiten begegnet uns oft eine ganze Lebens- und Familiengeschichte. Um zu verstehen, worum es wirklich geht, muss man gut zuhören. Die Erfahrung aus Streitfällen hilft wiederum bei der Gestaltung von Testamenten: Wer weiß, woran sich Konflikte entzünden, kann manches frühzeitig klären. Einen Streit zu vermeiden, ist häufig der schönste Erfolg.

Tobias Demann

Tobias Demann

Was verändert künstliche Intelligenz an Ihrer Arbeit?

Demann: Sie ist schon heute eine hilfreiche Unterstützung, etwa beim Finden und Ordnen von Informationen. Das beschleunigt die Arbeit. Die Ergebnisse müssen wir aber fachlich prüfen und in den Zusammenhang des konkreten Falls einordnen. Dabei kommt es schon darauf an, die richtigen Fragen zu stellen.

Dr. Lockert: Auch Mandanten bringen inzwischen Überlegungen oder Entwürfe aus KI-Anwendungen mit. Das kann ein guter Gesprächseinstieg sein. Wir schauen dann gemeinsam: Passt das zur tatsächlichen Situation? Was lässt sich beweisen? Und führt der vorgeschlagene Weg überhaupt zum gewünschten Ziel? Eine rechtliche Möglichkeit ist noch nicht automatisch die zweckmäßigste Lösung.

Wie wird sich die Rechtsberatung in den nächsten zehn Jahren entwickeln?

Demann: Fachwissen wird leichter zugänglich, und technische Werkzeuge werden uns mehr Arbeit abnehmen können. Darin sehen wir Chancen. Die entscheidende Aufgabe bleibt, aus vielen Informationen herauszuarbeiten, was für den einzelnen Menschen wichtig ist. Dazu gehören auch die familiären oder wirtschaftlichen Folgen einer Entscheidung.

Dr. Lockert: Und manchmal gehört dazu der Rat, einen Streit durch eine vernünftige Einigung zu beenden. Wir wollen gemeinsam mit unseren Mandanten einen Weg finden, der ihnen weiterhilft. Technik kann uns dabei unterstützen. Das persönliche Gespräch und die Verantwortung für unseren Rat bleiben wesentlich.

Was trägt Ihr Team dazu bei?

Dr. Lockert: Sehr viel. Verlässliche Betreuung entsteht im Zusammenspiel. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen Abläufe, behalten Fristen im Blick und sind oft die ersten Ansprechpartner. Ihre Erfahrung ist für die Kanzlei enorm wichtig.

Demann: Deshalb bilden wir regelmäßig aus und nehmen uns Zeit, Wissen weiterzugeben. Es ist schön zu sehen, wie junge Menschen sicherer werden und Verantwortung übernehmen. Von diesem Miteinander lebt eine Kanzlei über Generationen.

Was macht Ihnen persönlich die größte Freude?

Demann: Wenn jemand erleichtert aus einem Gespräch geht. Viele schieben eine Vorsorgevollmacht oder ihr Testament lange vor sich her, weil niemand gerne über Krankheit und Tod nachdenkt. Wenn alles besprochen und geregelt ist, fällt oft eine spürbare Last ab.

Dr. Lockert: Menschen in solchen Momenten Sicherheit geben zu können, macht unseren Beruf besonders. Und es ist ein gutes Gefühl, wenn sie Jahre später wiederkommen, weil sie sich bei uns gut beraten gefühlt haben.

Historie: 100 Jahre Erfahrung – und offen für die Zukunft

Seit 1926 gehört die Rechtsberatung in der Bahnhofstraße zu Buxtehude. Dr. Helmut Roscher begründete die Kanzlei, die zunächst von Dr. Friedrich Siehr und später von Peter Albers weitergeführt wurde. Mit Dr. Martin Christoph Lockert kam 1978 eine weitere prägende Persönlichkeit hinzu.

Auch die jüngere Generation hat diese Tradition fortgeschrieben: Tobias M. Demann ist seit 1997 dabei, Dr. Martin Cai Lockert seit 2012. Anke Schwichtenberg verstärkt die Kanzlei seit 2007, Jenny S. Badur seit 2023.

Heute trägt die Kanzlei den Namen DEMANN DR. LOCKERT. So verbinden sich 100 Jahre gewachsene Erfahrung mit fachlicher Spezialisierung und zeitgemäßer Rechtsberatung. Die Kanzlei bewahrt ihre Tradition, ohne stehen zu bleiben – und ist damit auch für die rechtlichen Herausforderungen einer sich wandelnden Zeit gerüstet.

Demann Dr. Lockert

Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB
Bahnhofstraße 34 - 36
Buxtehude
Tel.: 0 41 61 - 51 59 10
Mail: kanzlei@anwaelte-buxtehude.de
Web: www.anwaelte-buxtehude.de