08.06.2019, 15:41
Feuerwehreinsatz bei Synthopol-Chemie

BUXTEHUDE. Bis in den späten Abend waren Einsatzkräfte vor Ort, nachdem am Sonnabend um 15 Uhr in der Chemiefabrik Synthopol in Buxtehude Alarm geschlagen wurde. Ein Reaktionsbehälter überhitzte, Lösungsmittel zur Klebstoffherstellung trat aus und ging in der näheren Umgebung auch nieder.


Laut Messung um 18 Uhr besteht zurzeit keine Gesundheitsgefahr.

Bei der Herstellung von Acrylharz für Klebstoff ist ein Reaktionsbehälter überhitzt. Mitarbeiter alarmierten angesichts eines besorgniserregenden Druckanstiegs die Feuerwehr. In der Umgebung von Synthopol war ein stechender Geruch wahrzunehmen. Drei Augenzeugen, die sich auf dem etwa 300 Meter entfernten Hof einer Autowerkstatt aufhielten, berichten, dass sie gegen 15 Uhr ein sehr lautes, anhaltendes Zischen hörten. Anschließend beobachteten sie eine Fontäne, die aus einem Rohr auf dem Dach von Synthopol schoss. Kurz darauf sei eine schneeflockenartige Substanz auf sie herabgerieselt. Ihre Haare verklebten, auch auf Brillengläsern, Windschutzscheiben und Autolack rieselten Klebstofftropfen.

Die Ursache erklärt Hubert Starzonek, einer der Synthopol-Geschäftsführer, so: Im Behälter entstand durch eine Überreaktion bei der Acrylharzherstellung zu hoher Druck. Dieser brachte eine als Sicherung dienende Berstscheibe zum Platzen, so dass der Behälter über eine Sicherheitsleitung in einen weiteren Tank entlastet wurde. Doch auch dieser geriet unter so hohen Druck, dass ein Sicherheitsventil geöffnet wurde, durch das die Flüssigkeit herausschoss.

Unter der Einsatzleitung des von Stadtbrandmeister Horst Meyer rückten nach und nach etwa 100 Einatzkräfte an. Zug I und II der Buxtehuder Feuerwehr, das THW, die Umweltgruppe Süd und der Umweltdienst des Landkreises sperrten die Umgebung ab, besprachen mit Mitarbeitern der Firma Synthopol das weitere Vorgehen auf dem Werksgelände und errichteten Messpunkte in der Umgebung. Ein stechender Geruch, der laut Geschäftsführer Starzonek von dem Lösemittel des Acrylharzes kommt, hin stundenlang über der näheren Umgebung.

Mit dem Umweltzug legte die Einsatzleitung anhand von Karten und Ausbreitungskeule den Ausbreitungsraum fest und richteten drei Messpunkte ein. Zurzeit sind Kollegen der Berufsfeuerwehr Hamburg vor Ort, die durch weitere Messsungen mit einem Infrarotspektrometer eine Luftstoffanalyse in einem Radius von mehreren Kilometern vornehmen. Obwohl noch Geruch wahrnehmbar ist, bestehe angesichts der aktuellen Messungen keine Gesundheitsgefahr. Wer etwas von der klebrigen Substanz abbekommen hat, soll Körper und Haare normal mit Wasser und Seife oder Shampoo waschen, aber auf keinen Fall Lösungsmittel benutzen. Betroffene, die Schäden zu beklagen haben, können sich ab sofort und auch über Pfingsten bei Synthopol telefonisch melden, versichert Geschäftsführer Starzonek: „Wir werden alles Weitere ab Dienstag zügig in die Wege leiten.“

Telefon: 04161 - 70 71 0

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