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Zwischen den Bahngleisen und den Häusern auf der südlichen Seite der Giselbertstraße liegen nur wenige Meter. Die große Grünfläche oberhalb des Zuges ist das Neubaugebiet Giselbertstraße .

Zwischen den Bahngleisen und den Häusern auf der südlichen Seite der Giselbertstraße liegen nur wenige Meter. Die große Grünfläche oberhalb des Zuges ist das Neubaugebiet Giselbertstraße .

Verwaltung und Politik sind für einen Lärmschutzwall direkt am Baugebiet Giselbertstraße. Fachmann Kusserow hält das für die schlechteste Lösung. Es gibt drei Varianten, das geplante Neubaugebiet vor dem Lärm der nahen und viel genutzten Bahnstrecke Hamburg–Cuxhaven zu schützen.

Von Karsten Wisser 15.02.2017, 19:51 Uhr
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Es gibt drei Varianten, das geplante Neubaugebiet Giselbertstraße in Buxtehude vor dem Lärm der nahen und viel genutzten Bahnstrecke Hamburg–Cuxhaven zu schützen. Die Politik hat sich im zuständigen Stadtplanungsausschuss für eine acht Meter hohe Kombination aus Wallanlage und Wand entschieden, ähnlich wie sie an der Konrad-Adenauer-Allee steht.

Die Alternativen und die Kosten: Neben der aktuell favorisierten Wall/Wand-Kombination gibt es die Möglichkeit, eine vier Meter hohe Lärmschutzwand direkt an der Bahnlinie zwischen den Gleisen und den südlich der Giselbertstraße stehenden Häusern zu bauen. Das würde inklusive einer Ablöse für die Deutsche Bahn in Höhe von 65 Prozent der Baukosten 1,32 Millionen Euro kosten. Das Geld will die Bahn dafür, dass sie sich um die Wand nach der Fertiggestellung kümmert. Dritte Möglichkeit wäre eine drei- oder viergeschossige Bebauung am Rande des Neubaugebiets als Lärmschutz. Die Stadtplaner um Fachgruppenleiterin Annette Mojik-Schneede gehen davon aus, dass diese Lärmschutzbebauung fast 15 Millionen Euro kosten würde. Für dieses Vorhaben würde allerdings ein Investor gebraucht. Die Wall/Wand-Kombination würde 635 000 Euro kosten. Hinzugerechnet wird eine Unterhaltungspauschale von einem Prozent der Baukosten, sodass über 40 Jahre gesehen eine Summe von knapp 900 000 Euro anfallen würde.

Die Vor- und Nachteile: Die Lärmschutzwand an den Gleisen würde den dort stehenden Häusern die Sonne nehmen. Der Bau dieser Variante wäre zeittechnisch schwer zu kalkulieren, weil die Stadt Buxtehude von der DB und der Bereitschaft der Anwohner abhängig wäre, das Vorhaben zu unterstützen. Ein Teil der Wand müsste über privates Gelände geführt werden. Insgesamt bestünde ein hohes Risiko, dass sich das ohnehin langwierige Verfahren bis zur tatsächlichen Fertigstellung von Wohnungen in der Giselbertstraße zusätzlich verzögert. Der Vorteil: Es gäbe keinen Flächenverlust im eigentlichen Baugebiet.

Dass der Lärmschutz über die Bebauung mit einer eigenen dafür konstruierten Wohn- und Gewerbebebauung realisiert wird, ist besonders in Großstädten wie Hamburg ein übliches Verfahren. Es hat aus Sicht der Verwaltung aber deutlich mehr Nach- als Vorteile. Das größte Problem: Es würde ein Investor für die 15 Millionen Euro gebraucht, und den gibt es nach aktuellem Sachstand nicht. Außerdem sei die Riegelbebauung optisch unattraktiv und würde das Lärmproblem für den Bereich dahinter nicht vollständig lösen. Der in dieser ersten Reihe entstehende Wohnraum sei außerdem unattraktiv und schwer zu vermarkten. Der Vorteil einer solchen Lösung wäre, dass weniger Fläche des Neubaugebiets verbraucht werden würde, als bei der Wall/Wand-Kombination.

Die Wall/Wand-Kombination besitzt aus Sicht der Planer die meisten Vorteile. Der größte aus Sicht vieler Beteiligten ist der, dass man bei der Lösung der Lärmproblematik nicht auf Dritte angewiesen ist. Das verhindert zusätzlichen Zeitverlust. Das acht Meter hohe Bauwerk würde auch die beste Abschirmung garantieren und damit eine variable Ausrichtung der Bebauung dahinter ermöglichen. Der größte Nachteil: Buxtehudes letztem großen zusammenhängenden Baugebiet ginge bebaubare Fläche verloren. Das sind von jetziger Planung ausgehend ungefähr 3500 bis 3700 Quadratmeter. Das gesamte Baugebiet ist etwa 100 000 Quadratmeter groß.

Das sagen die Fachleute: Der Lärmschutzwall direkt am Baugebiet ist aus Sicht von HBI-Geschäftsführer Sven Geertz nach jetzigem Sachstand der beste Weg, weil nur diese Lärmschutzvariante innerhalb kürzester Zeit umzusetzen wäre. Der HBI aus Nottensdorf gehört fast ein Drittel der Fläche des Baugebiets, sodass Geertz an den Gesprächen mit der Bahn beteiligt gewesen ist. Er könne sich auch die Riegelbebauung als realistische Möglichkeit vorstellen. Aber man bräuchte eben einen Investor: „Ich sehe keinen, der das bauen will“, so Geertz. Für den Buxtehuder Ingenieur Hans-Albert Kusserow stellt sich das anders da. Er hält die favorisierte Lösung mit dem Lärmschutzwall am Neubaugebiet für die schlechteste Lösung, weil er den Flächenverlust fürchtet. Das gilt aus seiner Sicht auch für den mit fast 30 Prozent üppigen Grünanlagen-Anteil. „Alle Welt fordert günstigen Wohnraum, aber wie soll der entstehen, wenn die zu bebauende Fläche immer kleiner wird?“, so Kusserow. Diesem Satz von Kusserow schließt sich Sven Geertz inhaltlich voll an.

Aus Sicht der Stadtverwaltung ist die Wall/Wand-Kombination auch deshalb die richtige Wahl, weil der Wall so gestaltet werden soll, dass er als Fortsetzung der anderen Grünanlagen funktionieren könne, so Stadtplanerin Mojik-Schneede. Angestrebt sei in der Feinplanung, dass zwischen 65 und 70 Prozent des Geländes am Ende für die Bebauung bereitstehen.

 

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