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Heimatforschung

Sauensieker auf den Spuren der Leuchttürme an Elbe und Weser

Günther Borchers mit seinen Büchern über Leuchttürme an der Elbe und an der Weser.

Günther Borchers mit seinen Büchern über Leuchttürme an der Elbe und an der Weser. Foto: Laudien

Leuchttürme faszinieren Günther Borchers aus Sauensiek. Sein neuestes Buch führt an die Weser - mit spannenden Geschichten zu historischen Zeitzeugen.

Von Susanne Laudien 23.10.2026, 14:00 Uhr
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Sauensiek. Leuchttürme faszinieren Menschen seit Jahrhunderten. Ihre Besonderheit liegt in der einzigartigen Kombination aus lebensrettender Funktion, architektonischer Meisterleistung und emotionaler Symbolik. Auch Günther Borchers aus Sauensiek, in der Region bekannt als leidenschaftlicher Briefmarken- und Münzensammler, haben Leuchttürme in den Bann gezogen. Seit 30 Jahren fotografiert er die maritimen Seezeichen an der Küste und sammelt dazu Ansichtskarten, historische Fotos und Zeichnungen.

Borchers ist leidenschaftlicher Sammler

Etliche teils historische Leuchtfeuer an der Elbe hat sich der 75-Jährige bereits vorgenommen und viele Dokumente zusammengetragen. Herausgekommen ist das Buch „Die Elbe & ihre Leuchttürme - Seezeichen der linken Elbseite“, das die Geschichte und Entwicklung der Leuchtfeuer entlang der Unterelbe von Hamburg bis nach Cuxhaven dokumentiert. „Ein einmaliges Kompendium mit vielen historischen und aktuellen Fotos, Karten und Zeichnungen“, so der Autor.

Doch seine Sammlung an Leuchttürmen ist noch längst nicht vollständig. Daher hat sich der Sammler und Heimatforscher weiter auf Spurensuche begeben. „Die Recherche zu den Leuchttürmen an den Küsten ist für mich eine willkommene Abwechslung zu meiner Sammelleidenschaft von Briefmarken und Münzen“, sagt Borchers.

Spurensuche im Hamburger Hafen

Im vergangenen Jahr war der Sauensieker unterwegs im Hamburger Hafen. In etlichen Archiven hat Borchers gestöbert, viele Fotos und Dokumente zusammengetragen und sich mit vielen Menschen und Zeitzeugen unterhalten. Das Ergebnis liegt jetzt vor: „Die Elbe & ihre Leuchttürme, Band 2: Die Seezeichen im Hafengebiet von Hamburg“. Anfang des 20. Jahrhunderts markierten viele Leuchttürme die Einfahrten der Hafenbecken, alleine am Kuhwerder- und Kaiser-Wilhelm-Hafen gab es drei nahezu baugleiche Leuchttürme. Der Turm auf dem Ellerholzhöft steht heute unter Denkmalschutz und wurde als Radarstation ausgebaut.

Tragische Geschichte des Bremer Mäuseturms

Nun legt der Autor noch mal nach. Denn auch an der Weser gibt es viele Leuchttürme, wie sein neues Werk zeigt: „Die Weser & ihre Leuchttürme und Seezeichen - vom Mäuseturm bis zum Roten Sand“ heißt das über 120 Seiten starke Buch. Besonders tragisch ist wohl die Geschichte des Bremer Mäuseturms. Er wurde 1909 erbaut, heißt eigentlich Molefeuer Überseehafen Süd und erhielt von Hafenarbeitern seinen Spitznamen. 1926 kam es zu einem verhängnisvollen Zwischenfall, berichtet Borchers in seinem Buch.

Ein englischer Frachter rammte den Turm, der daraufhin in Schieflage geriet. Da der Turm für die Einfahrt in den Überseehafen damals sehr wichtig war, wurde er noch im gleichen Jahr aus den alten, handgeschlagenen Granitsteinen wiederaufgebaut. Später verlor er an Bedeutung, als die Einfahrt zugeschüttet wurde. 2000 wurde das Bauwerk unter Denkmalschutz gestellt und ist seitdem ein beliebtes Ausflugsziel in Bremen.

„Trotz GPS kann die Schifffahrt ohne Leuchttürme nicht leben“, sagt Borchers. Das gilt gleichermaßen wohl auch für den Autor. Zum Jahresende, eventuell noch rechtzeitig zu Weihnachten, erscheint sein dritter Band zu Leuchttürmen an der Elbe - diesmal in Schleswig-Holstein.

Die Leuchtturm-Bücher sind im Isensee Verlag Oldenburg erschienen, wurden vom Natureum Niederelbe in Balje gestaltet und kosten jeweils 25 Euro. www.borchers-buecher.de

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