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Tierwelt

Rekordwerte im Landkreis Stade: Storchen-Nachwuchs hat sich fast verdoppelt

Im Horst auf dem Dach des Hundeshofs Ovelgönner Moor füttert ein Elterntier sein Küken.

Im Horst auf dem Dach des Hundeshofs Ovelgönner Moor füttert ein Elterntier sein Küken. Foto: Bée

Storchenbetreuer Gert Dahms freut sich über ein weiteres Rekordjahr der Weißstörche im Landkreis: mehr Nester, mehr brütende Vögel und fast doppelt so viele Jungvögel wie im Jahr zuvor.

Von Redaktion 05.10.2026, 05:50 Uhr
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Landkreis. In den vergangenen 25 Jahren hat die Anzahl brütender Weißstörche im Kreisgebiet kontinuierlich zugenommen. Das teilt der Landkreis Stade mit.

Der Storchenbetreuer Gert Dahms und seine fünf ehrenamtlichen Unterstützenden hatten in diesem Jahr besonders viel zu tun, um alle Daten zusammenzutragen. Insgesamt sind 113 Nestpaare in 2026 erfasst worden – im Jahr 2025 waren es noch 107.

„Fast 100 Nester mehr als in 2001, als man im Landkreis nur 14 Nestpaare zählte“, freut sich Naturschutzamtsleiter Dr. Andreas, „ein großer Erfolg des Natur- und Artenschutzes.“

Kürzere Routen, besseres Futter-Angebot

Für die Bestandszunahme der Störche im Landkreis Stade gibt es mehrere Gründe:

  • Verkürzte Zugroute: Normalerweise fliegen die Störche Ende August Richtung Afrika, um dort zu überwintern und kehren dann im April zu uns zurück. Doch in den vergangenen Jahren blieben viele Störche den Winter über in Spanien, da dort genügend Nahrung zur Verfügung stand. Dadurch verkürzte sich die Zugroute von 10.000 Kilometern auf nunmehr 2.000 Kilometer. „Die Störche, die hier bei uns ankommen, sind ausgeruhter und haben eine erhöhte Fitness“, sagt Gert Dahms. Die Tiere kehren oftmals schon im Februar oder März in den Landkreis zurück.
  • Frühere Geschlechtsreife: Der Storchenvater hat beobachtet, dass die Jungstörche früher geschlechtsreif werden: „Nicht erst mit vier Jahren, sondern zum Teil sind sie bereits mit zwei Jahren soweit“. Auch dadurch erhöht sich der Brutbestand.
  • Mehr Nahrung: Je besser die Nahrungssituation ausfällt, desto höher ist der Bruterfolg. In den ersten Wochen werden die Jungvögel mit Regenwürmern gefüttert. Danach gehören Insekten, Frösche und vor allem Mäuse zur Hauptnahrung.

269 Jungstörche im Landkreis Stade großgezogen

„In diesem Jahr haben 101 der insgesamt 113 Storchenpaare erfolgreich gebrütet“, berichtet Dahms. „Insgesamt sind 269 Jungstörche flügge geworden.“

Storchenvater Gert Dahms wurde für sein ehrenamtliches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Storchenvater Gert Dahms wurde für sein ehrenamtliches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Foto: Christia Schmidt

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatten 79 Storchenpaare gebrütet. Der Storchenbetreuer hatte 140 Jungtiere gezählt, also gut die Hälfte der diesjährigen Anzahl.

Storchentrupps auf der Durchreise

Ein besonderes Phänomen, das in den vergangenen Jahren vermehrt im Landkreis beobachtet wird, sind die großen Ansammlungen von Storchentrupps mit bis zu 50 Tieren. Es sind Zugvogeltrupps auf der Reise nach Süden. Auf ihrem Zug landen sie etwa alle 100 Kilometer, um Nahrung zu suchen und sich zu erholen.

Ein Storchenpaar nistet in einem Horst auf einem Strommast entlang der Bahngleise in Neukloster.

Ein Storchenpaar nistet in einem Horst auf einem Strommast entlang der Bahngleise in Neukloster. Foto: Dogan

Abends stehen sie dann auf Strommasten, Hausdächern oder Bäumen, um dort oben vor Fressfeinden geschützt auszuruhen. Bei der Kontrolle solcher Schlafplätze konnte Gert Dahms einige beringte Störche feststellen. Diese stammten aus Schweden und Schleswig-Holstein.

Mehr Informationen zu den Störchen im Landkreis Stade gibt es auf der Website des Landkreises Stade. (set)

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