1:22 Uhr: Zverevs Nachtschicht endet mit Viertelfinal-Einzug
Alexander Zverev erreicht in Madrid das Viertelfinale. Foto: Oscar Manuel Sanchez/ZUMA Press Wire/dpa
Der deutsche Tennisstar spielt erst ganz spät sein Achtelfinale in Madrid - und muss dann auch noch über die volle Distanz. Nach einem kleinen Wutausbruch holt er sich den Sieg.
Madrid. Tennisstar Alexander Zverev hat in einer Nachschicht das Viertelfinale beim Masters-1000-Turnier in Madrid erreicht. Der 29-Jährige setzte sich im Achtelfinale gegen den Tschechien Jakub Mensik (20) mit 6:4, 6:7 (4:7), 6:3 durch. Der Sieg des Weltranglistendritten stand aufgrund der späten Ansetzung und Spieldauer von 2:18 Stunden erst um 1:22 Uhr fest. „Ich bin definitiv glücklich mit dem Match und dem Sieg“, sagte Zverev.
Im Kampf ums Halbfinal-Ticket trifft der Weltranglistendritte auf den Italiener Flavio Cobolli, der Zverev im Halbfinale von München kürzlich besiegt hatte. Zverev steht zum sechsten Mal beim Sandplatzturnier der spanischen Hauptstadt in der Runde der besten Acht.
Bayern-Fan Zverev hatte gehofft, dass sich das im Stadion Manolo Santana vor ihm angesetzte Frauen-Match zwischen Aryna Sabalenka und Hailey Baptiste in die Länge zieht, damit er womöglich doch noch etwas vom Champions-League-Kracher der Münchner bei Paris St. Germain mitbekommen könne. Die Weltranglistenerste Sabalenka aus Belarus und die US-Amerikanerin taten ihm den Gefallen, erst nach 2:30 Stunden stand Baptistes Überraschungssieg nach drei Sätzen fest.
Der Schläger fliegt, das Handtuch muss her
Danach durfte Zverev auf den Platz - und überzeugte im ersten Satz komplett. Doch im zweiten Durchgang war Mensik der etwas bessere Spieler, Zverev dagegen streute vermehrt Fehler ein. Beim Stand von 1:2 im dritten Satz feuerte Zverev aus Frust seinen Schläger zu Boden, kurz darauf musste er sich mit dem Handtuch Sand aus den Augen wischen. Doch Zverev kämpfte und holte sich schließlich mit dem ersten Matchball den Sieg.
Körperliche Einschränkungen waren Zverev zumindest äußerlich nicht anzumerken. Tags zuvor hatte der Olympiasieger von 2021 nach dem gewonnenen Match gegen den Franzosen Terence Atmane über physische Probleme im zweiten Satz berichtet, ohne diese konkret zu benennen.
Zverev ist neben dem italienischen Weltranglistenersten Jannik Sinner der größte Titelkandidat beim mit rund 8,2 Millionen US-Dollar dotierten Turnier, das als Fingerzeig für den Sandplatz-Klassiker French Open ab dem 24. Mai gilt.
Sinner gegen Spaniens „Diamanten“
Sinner zog durch ein 6:2, 7:5 gegen den Briten Cameron Norrie ins Viertelfinale ein. Dort wartet ein hochinteressanter Gegner auf den Südtiroler: Der erst 19-jährige Rafael Jodar setzte seinen Erfolgslauf durch ein 7:5, 6:0 gegen den Tschechen Vit Kopriva fort. Schon beim ATP-Turnier in Barcelona war der Spanier Jodar bis ins Halbfinale gestürmt und dort erst am späteren Sieger Arthur Fils aus Frankreich gescheitert.
„Was für ein Talent!!!“, schwärmte jüngst Tennis-Ikone Boris Becker auf der Plattform X. Spanien habe „einen weiteren Diamanten“ im Tennis. Laut Datenanbieter haben beim Turnier im Madrid seit der Premiere 2002 erst drei Spanier als Teenager das Viertelfinale erreicht: Der 22-malige Grand-Slam-Turniersieger Rafael Nadal und der aktuelle Weltranglistenzweite Carlos Alcaraz, der bei der diesjährigen Ausgabe verletzt fehlt.