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Fußball-Bundesliga

Neuers Abschiedstour: Einmal noch Emotionen auf Schalke

Der junge Manuel Neuer im Schalke-Trikot in Aktion. (Archivbild)

Der junge Manuel Neuer im Schalke-Trikot in Aktion. (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa

Manuel Neuer hat in seiner Karriere nur für zwei Vereine gespielt. Als die Schalker den letzten Sieg in der Bundesliga gegen die Bayern bejubelten, stand der heute 40-Jährige noch in ihrem Tor.

Von Klaus Bergmann, dpa 04.09.2026, 12:15 Uhr
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Gelsenkirchen. Auf diesen Fußballabend freut sich Manuel Neuer schon seit dem 2. Mai. Es war der Tag, als der FC Schalke 04 nach drei Jahren die ersehnte Rückkehr in die Fußball-Bundesliga perfekt machte. Seine Schalker!

Und jetzt, 126 Tage später, ist es so weit: Ausverkaufte Veltins-Arena, Flutlicht, Bundesliga-Topspiel. Die emotionale Mischung stimuliert Deutschlands Rekordtorwart, der am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) den FC Bayern letztmals in Gelsenkirchen als Kapitän gegen seinen geliebten Heimatclub auf den Rasen führen dürfte.

Es ist eine spezielle Station auf der von Neuer vor dem Saisonstart selbst mehr als nur angedeuteten Abschiedstournee. „Ich freue mich auf die Veltins-Arena. Das ist lange nicht so gewesen, dass wir dort spielen konnten“, sagte Neuer. Er sprach sogar von „einem Traum, gerade im Hinblick, dass es wahrscheinlich auch meine letzte Saison sein kann“. 

Gibt’s wieder Pfiffe zum Empfang? 

Der 40-Jährige kehrt freilich als Gegner heim. Pfiffe der königsblauen Fans scheinen ihm auch 15 Jahre nach seinem Millionen-Wechsel von Schalke zu Bayern gewiss. In Gelsenkirchen kam Neuer zur Welt. Mit fünf Jahren legte er in der Knappenschmiede mit dem Vereinsfußball los. 2006 wurde er Profi. 

Ein letztes Mal Veltins-Arena? Manuel Neuer gastiert mit dem FC Bayern am Samstagabend in Gelsenkirchen. (Archivbild)

Ein letztes Mal Veltins-Arena? Manuel Neuer gastiert mit dem FC Bayern am Samstagabend in Gelsenkirchen. (Archivbild) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

„Ich bin da aufgewachsen. Ich habe 20 Jahre für Schalke gespielt“, erinnerte Neuer. Das verbindet ein Leben lang. Auch wenn Neuer inzwischen zu einer Bayern-Legende geworden ist und sich mit seiner größer werdenden Familie am Tegernsee heimisch fühlt. 

Den Malocher-Verein Schalke trägt er trotzdem weiter im Herzen. Er engagiert sich sozial in seiner Heimatstadt. Schalkes Rückkehr in die Bundesliga ist für ihn quasi ein Abschiedsgeschenk im letzten Jahr seiner grandiosen Karriere. „Für mich gehört der Verein einfach in die erste Liga.“ 

Als Neuer den letzten Schalke-Sieg einleitete

Bei aller Verbundenheit: Natürlich will Neuer nach den 90 Minuten die Schalker Arena als Sieger verlassen - wie nahezu immer in 15 Bayern-Jahren. Als Schalke am 4. Dezember 2010 seinen letzten Bundesligasieg gegen die Münchner bejubelte, war Felix Magath noch Trainer - und Neuer stand im Tor. Das 1:0 von José Manuel Jurado leitete er damals mit einem langen Ball auf Stürmerstar Raul ein. Das Fachmagazin „Kicker“ gab Neuer hinterher die Note eins.

Diesmal geht es für Neuer darum, nach dem 5:1-Auftaktsieg gegen den VfB Stuttgart in seinem 600. Pflichtspiel für die Bayern den traumhaften Saisonstart auch auswärts zu bestätigen. Die Favoritenrolle ist jedenfalls mal wieder klar verteilt, zumal nach dem Schalker 0:3-Fehlstart beim FC Augsburg. Auch wenn Bayern-Coach Vincent Kompany mahnte: „Es geht bei null los.“

Er wisse aus seinen eigenen Erfahrungen als Profi mit dem Hamburger SV und auch Manchester City um die besondere Atmosphäre in Gelsenkirchen: „Die Schalker dürfen nicht hungriger sein als wir. Es ist ein Riesen-Traditionsspiel.“  

Ganz besonders natürlich für Neuer. Beim Pokalsieg in Osnabrück vertrat ihn Jonas Urbig im Tor. Teamsenior Neuer durfte sich ausruhen vor seiner Schalke-Rückkehr. „Ich fühle mich gut“, sagte Neuer zu seiner aktuellen körperlichen Verfassung nach mehreren Blessuren in der vergangenen Saison. 

Abschiedstour durch die Bundesliga-Stadien: Manuel Neuer hat sein Karriere-Ende im Sommer 2027 angekündigt.

Abschiedstour durch die Bundesliga-Stadien: Manuel Neuer hat sein Karriere-Ende im Sommer 2027 angekündigt. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Weitermachen oder aufhören? Diese Frage hatte er schon vor dem WM-Flop bei seinem missglückten Nationalelf-Comeback im Sommer mit einem Jahr Zugabe beantwortet. Es macht ihm noch zu viel Spaß mit dem aktuellen Bayern-Team. Ihn reizt ein triumphaler Abschied mit dem dritten Triple neben 2013 und 2020. 

„Ich hätte vielleicht in 85 Prozent der Fälle aufgehört“

„Ich hätte vielleicht in 85 Prozent der Fälle aufgehört. Aber in dieser Mannschaft, mit dem Staff und dem Trainerteam macht es einfach Spaß. Wir haben immer die Möglichkeit, um alle Titel zu spielen“, hatte Neuer vor Wochen im Trainingslager am Tegernsee gesagt. Da sagte er auch diesen Satz: „Es sieht schon stark danach aus, dass ich aufhöre nach der Saison.“ Im Spiel denke er freilich nicht daran, dass er wohl „das letzte Mal“ in diesem oder jenem Stadion sei. Am Samstagabend auf Schalke aber vermutlich schon.

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