Auslastung von Ladesäulen für E-Autos nimmt zu
Die Auslastung von E-Ladesäulen ist in Deutschland gering. Ändert sich das? (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa
Wer mit einem Elektrowagen eine freie Ladesäule sucht, hat es in der Regel nicht schwer. Nun melden Betreiber, dass die Nachfrage steigt. Dafür gibt es aus Anbietersicht zwei Gründe.
Hamburg. In Zeiten hoher Kraftstoffpreise nimmt die Auslastung von öffentlichen Ladesäulen für Elektroautos nach Betreiberangaben zu. Vattenfall teilte mit, dass an seinen Ladesäulen in Deutschland seit Jahresbeginn rund zwei Drittel mehr Strom geladen worden sei als im gesamten Vorjahr. Das schwedische Unternehmen erklärte den Trend mit einer höheren Auslastung infolge gestiegener Kraftstoffpreise und mit dem Ausbau der Infrastruktur.
Die größten Anbieter hierzulande teilen die Einschätzung zur Auslastung. EnBW, der nach Ladepunkten mit Abstand größte Betreiber, berichtete, die Auslastung sei insgesamt gering, weil es viele Lademöglichkeiten gebe. Auf diesem niedrigen Niveau entwickele sich die Auslastung aber „generell sehr gut“. Zahlen nannte EnBW aus Karlsruhe nicht und begründete diese mit dem Wettbewerb.
Der zweitgrößte Betreiber nach Ladepunkten, Eon, teilte mit: „Wir sehen grundsätzlich eine zunehmende Nutzung der öffentlichen Ladeinfrastruktur.“ Der Essener Energiekonzern erklärte die Entwicklung vor allem mit der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos.
EWE nannte konkrete Zahlen: „Unsere Ladepunkte sind durchschnittlich 30 Prozent mehr ausgelastet als im letzten Jahr.“ Der Oldenburger Energieversorger begründete die Zunahme mit den steigenden Zulassungen von Elektroautos und dem Anstieg der Ölpreise.
Der Anbieter Aral aus Bochum teilte für den Energiekonzern BP mit, dass die Auslastung der Schnellladesäulen zunehme. „Grund für den kontinuierlichen Zuwachs ist sicherlich der Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland mit einem deutlichen Anstieg der Neuzulassungen.“
Wenige Ladepunkte sind gleichzeitig belegt
Dem E-Mobilitätsmonitor des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zufolge waren 2025 im Schnitt zwölf Prozent der öffentlichen Ladepunkte gleichzeitig belegt. Der BDEW bilanzierte: „Die geringe zeitgleiche Belegung zeigt, dass der Ausbau des Ladeangebots weiter deutlich vor dem Hochlauf der vollelektrischen Pkw liegt.“
Unterschieden wird zwischen Ladesäulen und Ladepunkten. Eine Ladesäule kann über mehrere Ladepunkte verfügen. An einem Ladepunkt kann gleichzeitig nur ein Fahrzeug geladen werden.