AbonnierenAbo
Zähl Pixel
Telekommunikationskonzern

Deutsche Telekom will durch KI-Einsatz Milliarden sparen

Telekom-Chef Tim Höttges: „KI verändert die Telekom von Grund auf.“ (Archivbild)

Telekom-Chef Tim Höttges: „KI verändert die Telekom von Grund auf.“ (Archivbild) Foto: Oliver Berg/dpa

Mit KI und Automatisierung will die Telekom bis 2030 jährlich 2,5 Milliarden Euro sparen. Was das für Service und neue Angebote bedeutet.

Von dpa 05.10.2026, 09:16 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

Bonn. Die Deutsche Telekom will den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im eigenen Unternehmen ausbauen und dadurch die Kosten senken. Gegenüber 2023 sollen die indirekten jährlichen Kosten im Konzern durch KI und Automatisierung bis 2030 um rund 2,5 Milliarden Euro sinken, wie der Dax-Konzern am Montag anlässlich eines Investorentags mitteilte. Das ist eine Steigerung gegenüber den für 2027 vorgesehenen Bruttoeinsparungen von 1,1 Milliarden Euro. Die Bonner wollen zudem außerhalb der USA den KI-bezogenen Umsatz mit Unternehmen bis 2030 auf 800 Millionen Euro steigern - dieses Jahr sollen es rund 250 Millionen sein. Die Telekom bestätigte zudem ihre Prognose und die mittelfristigen Ziele.

Die Telekom-Aktie war vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate kaum bewegt gegenüber dem Xetra-Schlusskurs vor dem Wochenende. „KI verändert die Telekom von Grund auf. Sie macht unsere Netze noch besser und intelligenter, unseren Service persönlicher und eröffnet neue Geschäftsmodelle, vom KI-Assistenten im Telefonat bis zur souveränen Infrastruktur für Europas Industrie“, sagte Telekom-Chef Tim Höttges laut Mitteilung.

KI dort, wo wiederkehrender Arbeit anfällt

KI erkenne Auslastungen im Mobilfunknetz früher, unterstütze Beschäftigte im Kundenservice und helfe, Anliegen direkt zu lösen. Im Geschäft mit Privatkunden sollen neue KI-Dienste ebenfalls zum Wachstum beitragen, etwa die Live-Übersetzung von Gesprächen im Mobilfunk.

Die Telekom setzt KI nach eigenen Angaben dort ein, wo große Mengen wiederkehrender Arbeit anfallen: im Netzbetrieb, im Kundenservice, in der Softwareentwicklung und in Verwaltungsprozessen. Im ersten Halbjahr hat ein Chatbot demzufolge bereits rund 2,6 Millionen Anrufe im Kundenservice übernommen. In den USA sei die Zahl der Anrufe beim Kundenservice um 55 Prozent gesunken. KI-Agenten bearbeiteten dort inzwischen 40 Prozent der Kundenkontakte. KI unterstütze Entwicklerteams zudem dabei, Software zu erstellen und ältere IT-Systeme abzulösen, so der Konzern.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Nach Trump-Aufruf: Musk will KI-Firma umbenennen

Donald Trump will schon seit Wochen den Namen „Superintelligenz“ statt der gewohnten Bezeichnung Künstliche Intelligenz etablieren. Einer seiner alten Verbündeten folgt dem Ruf des US-Präsidenten.

Tesla übertrifft Erwartungen mit Auslieferungen

Vor einem Jahr trieb die Torschlusspanik vor dem Auslaufen der US-Elektroautoprämie die Tesla-Auslieferungen nach oben. Das jüngste Quartal kann damit nicht mithalten - lief aber besser als erwartet.

Paramount holt Mattel-Chef in die Führungsspitze

Vor drei Jahren bekam Mattel-Chef Ynon Kreiz durch den Erfolg des „Barbie“-Films einen Fuß in Hollywood in die Tür. Nun wird er dort als Co-Chef des künftigen Schwergewichts Paramount heimisch.