Ferien in Niedersachsen: Ausflugsziele abseits der Klassiker
Auch abseits der großen Urlaubsregionen Harz, Heide und Küste wird in Niedersachsens kleineren Tourismusregionen im Sommer viel geboten. Foto: Lars Penning/dpa
Eine Auszeit im Harz, in der Heide oder an der Nordsee ist erholsam - aber Urlaub machen lässt sich auch an anderen Orten in Niedersachsen. Hier gibt es Ausflugstipps zur Halbzeit der Sommerferien.
Stade/Bad Iburg/Bad Zwischenahn. Harz, Heide und Küste zählen zu den großen Urlaubsregionen Niedersachsens - aber auch abseits dieser bekannten Reiseziele hat das Bundesland touristisch einiges zu bieten. Mittelgebirge, Wälder, Moore oder Flusslandschaften - mit vielen Ausflugszielen und Freizeitaktivitäten locken in den Sommerferien auch die kleineren Urlaubsregionen vom Alten Land bis zum Teutoburger Wald. Ein Überblick, was wo in Niedersachsen los ist:
Osnabrücker Land und Teutoburger Wald
Wandern in der Natur, ausgezeichnete Radwege, historische Sehenswürdigkeiten und familienfreundliche Freizeitangebote - damit wirbt das Osnabrücker Land in den Sommerferien.
„Zu den außergewöhnlichsten Sommerzielen zählt Schloss Ippenburg in Bad Essen“, teilt eine Sprecherin der Tourismusgesellschaft mit. An Sonntagen öffnet Freifrau Viktoria von dem Bussche ihren rund 60.000 Quadratmeter großen Privatgarten für Besucherinnen und Besucher. Dort gibt es zahlreiche Picknickplätze und einen der größten Küchengärten Deutschlands.

Der Baumwipfelpfad in Bad Iburg ist bei Ausflüglern beliebt. Foto: Friso Gentsch/dpa
Die Natur erleben, das geht im Osnabrücker Land etwa auch im Baumwipfelpfad in Bad Iburg mit einem knapp 600 Meter langen Steg durch die Baumkronen des Teutoburger Waldes oder auf einem der mehr als 80 kurzen Rundwanderwege durch den Natur- und Geopark Terra.vita. Die Touristiker empfehlen etwa den Weg Hüggelzwerge bei Hasbergen mit schattigen Laubwäldern und weiten Ausblicken.
Familien mit kleinen Dino-Fans kommen in und um Osnabrück ebenfalls auf ihre Kosten. „Im Zoo Osnabrück begeistert das Dinoversum mit mehr als 20 lebensgroßen Dinosauriern und einer Virtual-Reality-Erfahrung“, teilt die Tourismussprecherin mit. Am Alfsee zeigt das Bullermeck Indoor Fun Center bewegliche Dinosaurier, die auf Knopfdruck zum Leben erwachen.
Emsland
Das Emsland ganz im Westen Niedersachsens lockt immer mehr Gäste an. Nachdem die Übernachtungszahlen bereits in den vergangenen Jahren gestiegen waren, meldeten Gastbetriebe auch für die laufende Saison sehr gute Belegungszahlen, teilte ein Sprecher der Gesellschaft zur Förderung des Emsland Tourismus mit.
Abkühlung findet sich im Emsland im Sommer in jedem Fall: Viele Flüsse und historische Kanäle durchziehen die Wasserlandschaft, an denen sich oft gut radeln lässt. „Familien mit Kindern fühlen sich in diesem Sommer an unseren 19 offiziellen EU-Badegewässern mit ihrem feinen Sand und bester Wasserqualität besonders wohl“, teilte der Tourismussprecher mit. Auch ein Ausflug in die benachbarten Niederlande ist vom Emsland nicht weit.
Elbtalaue
Die Elbtalaue im Landkreis Lüchow-Dannenberg ist ein streng geschütztes Biosphärenreservat. Zu Fuß, per Rad oder Kanu sind Dutzende verschiedene Vogelarten wie der Seeadler zu beobachten. Der Weißstorch ist das Wappentier des Biosphärenreservates. Kaum ein Dorf an der Elbe ist ohne Storchennest, etwa jeder dritte Storch in Niedersachsen ist hier beheimatet.
Auf dem Elberadweg können unter anderem im Rambower Moor Kraniche beobachtet werden. Geführte Bootstouren auf der Elbe starten in Hitzacker, Bleckede, Darchau und Dömitz. Etwas Besonderes sind die Sofafloß-Fahrten auf der Elbe. Das Rundlingsmuseum Wendland in Lübeln bietet auch Kinderführungen an und feiert zudem sein 50-jähriges Bestehen. Eine Aktionswoche gibt es dort vom 15. bis zum 20. September.
Das Elbstädtchen Hitzacker mit historischen Fachwerkgebäuden lockt von Samstag an viele Musikliebhaber zu den Sommerlichen Musiktagen, Deutschlands ältestem Kammerfestival.
Altes Land
Radtouren im Alten Land mit Boxenstopps an Obstständen sind besonders zur Apfelblüte und Erntezeit beliebt. In der Umgebung von Jork, Buxtehude und Stade mit ihren alten Fachwerkhäusern ist das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Europas zu erkunden. Viele Hofcafés hinter dem Elbdeich bieten sich zur Rast an. Ein Korb voll Kirschen, Äpfel oder Pflaumen passt in jeden Fahrradkorb. Für Familien bietet sich auch eine Fahrt mit einem Obst-Express auf einer Anlage durch die Apfelbäume an.
Die Radwege entlang der Straßen und auch die Wirtschaftswege an den Plantagen sind gut ausgebaut. Stade ist dabei ein sinnvoller Ausgangspunkt: Zwei Schleifen der sogenannten Obstroute sind ausgeschildert, eine kürzere bis Buxtehude und eine darüber hinaus.
Im Fokus stehe auch alles, was mit Wassersport zu tun hat, heißt es von der Marketinggesellschaft der Stadt Stade. So gibt es am Oberlauf der Schwinge zehn Kilometer von der Altstadt entfernt verschiedene Paddeltrails, Kanus können dort auch ausgeliehen werden. „Das ist sehr beliebt“, sagte ein Sprecher. Auch Tretboote und Stand-up-Boards sind im Verleih. Für Gruppen gibt es im Holzhafen einen Grill, der auf dem Wasser angezündet werden kann.
Parklandschaft Ammerland
Das Ammerland bei Oldenburg ist bekannt für seine Gärten und Baumschulen – auf dem Fahrrad lässt sich die Region ideal erkunden. Insgesamt gibt es 15 verschiedene Themenrouten. Für Familien sei etwa der etwa 30 Kilometer lange Aueweg geeignet, teilt ein Sprecher der Ammerland Touristik mit. „Er führt über eine stillgelegte Bahntrasse, die ein entspanntes Fahren ermöglicht.“ Aber auch per Draisine auf der Schiene kann man das Ammerland entdecken, etwa von Westerstede aus. „Ob zu viert oder gleich mit 16 Personen, Draisine fahren ist ein Vergnügen für kleine oder große Ausflügler“, heißt es von der Touristikgesellschaft.

Mit Booten geht es raus auf das Zwischenahner Meer. (Archivbild) Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Zu den Ausflugs-Klassikern gehören das Zwischenahner Meer mit einer Vielzahl von Freizeitangeboten. Dort können Urlauber etwa eine Fahrt mit der Weissen Flotte oder eine Tour mit einem Tret- oder Elektroboot unternehmen. Für Pflanzen- und Gartenfans lockt ein Ausflug in den Park der Gärten mit Deutschlands größter Mustergartenanlage.
„Ein Geheimtipp ist das einzigartige Süßwasserwatt in Apen“, teilt der Tourismussprecher mit. Viele Aussichtstürme bieten dort einen Ausblick über das gesamte Gebiet mit Flora und Fauna.
Weserbergland
Vor allem Radfahrer lockt es in den Ferien in das Weserbergland in Südniedersachsen. Der bis zur Nordsee reichenden Weserradweg hat hier seinen Ausgangspunkt. Auch in diesem Jahr sind die Buchungszahlen wieder gut, heißt es von den Touristikern, obgleich es meist noch freie Betten für Kurzentschlossene gebe. Neben Fahrradfahrern bevölkern zudem Kulturinteressierte und Camper die Region.
Das Zusammenspiel der Natur mit der Kultur der Fachwerkhäuser sowie Veranstaltungen machten das Weserbergland aus, sagte eine Sprecherin. Mit dem Duft- und Aromamuseum sowie dem Automuseum PS-Speicher gebe es zudem zwei besondere Museen.
Auch Burgen und Schlösser spielen in der Region eine Rolle, etwa das Schloss Fürstenberg, das eine der ältesten Porzellanmanufakturen Deutschlands beherbergt. In der Region würden vor allem auch Menschen fündig, die ein Ziel abseits des Massentourismus suchten.
Weniger bekannt dürfte auch sein, dass sich im Weserbergland Deutschlands nördlichste Tropfsteinhöhle befindet, die Schillat-Höhle nördlich von Hameln. Wanderer kommen an den Ithklippen oder im Hochsolling auf ihre Kosten. Dort können auch Picknicks an Rastplätzen online vorgebucht werden - dabei bestücken regionale Anbieter eine Picknickbox, die man dann mit einem Code öffnen kann. Auch zur Sternenbeobachtung eignet sich das Gebiet.

Mit dem Fahrrad lassen sich viele Urlaubsregionen wie hier das Ammerland gut erkunden. Foto: Lars Penning/dpa

Hügel und der sich schlängelnde Lauf der Weser prägen das Weserbergland. (Archivbild) Foto: Swen Pförtner/dpa

Entlang der Weser laden auch einige Schlösser zur Einkehr ein wie hier Fürstenberg. Foto: Swen Pförtner/dpa