Bolivien

Nach Putschversuch: Drei Ex-Generäle in Untersuchungshaft

Soldaten ziehen sich zum Regierungspalast zurück, nachdem sie die bolivianische Nationalflagge auf dem Murillo-Platz in La Paz eingeholt haben.

Soldaten ziehen sich zum Regierungspalast zurück, nachdem sie die bolivianische Nationalflagge auf dem Murillo-Platz in La Paz eingeholt haben. Foto: Juan Karita/AP

Nach dem vereitelten Putsch in Bolivien werden hochrangige Ex-Militärs wegen Terrorismus-Verdachts angeklagt. Alle müssen in Untersuchungshaft.

Von dpa 29.06.2024, 05:20 Uhr

La Paz. Nach dem gescheiterten Putschversuch in Bolivien hat ein Richter gegen drei ehemalige Generäle eine sechsmonatige Untersuchungshaft verhängt. Damit werde einem entsprechenden Antrag der Generalstaatsanwaltschaft stattgegeben, berichteten mehrere Medien am Freitag (Ortszeit) übereinstimmend. „Die Entscheidung des Richters wird zweifellos einen Präzedenzfall schaffen und ist ein gutes Zeichen dafür, dass die Ermittlungen weitergehen können“, sagte Staatsanwalt César Siles. Die Anklage der Generalstaatsanwaltschaft lautet auf Terrorismus und bewaffneten Aufstand gegen die Sicherheit und Souveränität des Staates.

Den ehemaligen Befehlshabern der Armee, Juan José Zúñiga Macías, und der Marine, Juan Arnez Salvador sowie einem weiteren Ex-General, Edison Alejandro Irahola Caero, drohen Haftstrafen von 20 Jahren.

Am Mittwoch war in La Paz ein Staatsstreich gescheitert. Abtrünnige Militärs hatten mit gepanzerten Fahrzeugen den zentralen Platz besetzt und waren in den Regierungspalast vorgedrungen. Präsident Luis Arce tauschte die gesamte Führungsriege der Streitkräfte aus. Die neuen Chefs der Teilstreitkräfte ordneten daraufhin den Rückzug der Truppen an.

Insgesamt wurden nach dem Putschversuch 21 Militärs festgenommen, wie Innenminister Eduardo del Castillo am Freitag auf einer Pressekonferenz sagte. Unter den festgenommenen „Schlüsselpersonen“ sei auch der Fahrer des Panzers, mit dem die Tür des Regierungspalasts zerstört wurde, sagte del Castillo.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Deutscher stirbt bei Tauchausflug in Italien

Ein Ausflug hinaus aufs Meer, wie so viele jetzt im Sommer. Im Wasser erleidet ein 61 Jahre alter Taucher jedoch einen Schwächeanfall. Er wird noch an Land gebracht - aber zu spät.

Linnemann macht’s nun doch

„Einfach mal machen“ ist die Losung von Carsten Linnemann. Als ihm das erste Mal ein Ministerposten angeboten wurde, wollte er es aber nicht machen. Jetzt hat ihn der Kanzler wohl doch rumgekriegt.

Nina Warken vor Wechsel ins Zentrum der Macht

Die Juristin war vor ihrer Zeit als Gesundheitsministerin öffentlich kaum bekannt. Nun rückt sie Medienberichten zufolge in eine noch wichtigere Führungsposition an der Seite des Kanzlers.

Merz schnürt großes Personalpaket

Thorsten Frei, Nina Warken, Carsten Linnemann, Franziska Hoppermann und Philipp Amthor: Sie alle haben ihren Platz auf dem Personalkarussell von Kanzler Friedrich Merz.