AbonnierenAbo
Zähl Pixel
Wahlen

Neuseeland hat gewählt - knappes Rennen erwartet

Die Neuseeländer leiden unter Inflation und hohen Lebenshaltungskosten.

Die Neuseeländer leiden unter Inflation und hohen Lebenshaltungskosten. Foto: Alex Robertson/AP/dpa

Regierungschef Luxon oder Ex-Premier Hipkins? Nach Schließung der Wahllokale in Neuseeland zeichnet sich ein enges Rennen zwischen Konservativen und Labour ab.

Von dpa 07.11.2026, 16:07 Uhr
12 Monate Premium-Zugriff für nur 1,00 € pro Woche! Langfristig sparen!

Wellington. Nach der Parlamentswahl in Neuseeland zeichnet sich erwartungsgemäß ein äußerst knappes Rennen zwischen der konservativen Regierungspartei National Party und der sozialdemokratischen Labour-Partei ab. Ersten Ergebnissen zufolge könnte sowohl für Regierungschef Christopher Luxon (56) als auch für seinen Herausforderer und Vorgänger Chris Hipkins (48) eine Regierungsbildung schwierig werden.

Rund 3,8 Millionen Menschen waren zu den Urnen gerufen, die Wahllokale schlossen um 19.00 Uhr Ortszeit (07.00 Uhr MEZ). Umgehend danach begann die Auszählung. Für eine Regierungsmehrheit sind im Parlament mit 120 Sitzen mindestens 61 Mandate erforderlich. Überschattet wurde die Abstimmung von teilweise heftigen Unwettern. Betroffen war vor allem die Metropole Auckland auf der Nordinsel.

Die Bevölkerung des Pazifikstaates leidet derzeit vor allem unter hohen Lebenshaltungskosten, Inflation und steigenden Benzinpreisen infolge des Konflikts im Nahen Osten. Luxons Regierung ist unter Druck. Mögliche Entlastungen für die Haushalte dominierten dementsprechend den Wahlkampf.

Regierungschef Christopher Luxon hofft auf seine Wiederwahl.

Regierungschef Christopher Luxon hofft auf seine Wiederwahl. Foto: Bianca De Marchi/AAP/dpa

Kleinere Parteien als Zünglein an der Waage?

Bereits im Vorfeld hatten Umfragen ergeben, dass beide großen Parteien unter die 30-Prozent-Marke stürzen könnten. Eine Schlüsselrolle dürfte damit kleineren politischen Kräften zukommen. Wochenlange Koalitionsverhandlungen könnten bevorstehen.

Zudem werden in den kommenden Wochen noch Hunderttausende sogenannte Sonderstimmen ausgezählt. Dazu gehören unter anderem Stimmen von Neuseeländern im Ausland und von Wählern, die außerhalb ihres eigentlichen Wahlkreises abgestimmt haben. Das endgültige Ergebnis wird für den 27. November erwartet. 

Luxons Nationalpartei führt seit 2023 eine Koalition mit der rechtsliberalen ACT-Partei und der populistischen New Zealand First und hofft auf eine zweite Amtszeit. Auch bei der letzten Wahl war er gegen Labour-Chef Hipkins angetreten. Medien sprechen mit Blick auf den gleichen Vornamen seither vom „Duell der beiden Chrises“.

Rund 3,8 Millionen Menschen sind zu den Urnen gerufen.

Rund 3,8 Millionen Menschen sind zu den Urnen gerufen. Foto: Ben Mckay/AAP/dpa

Chris Hipkins von der Labour-Party war bereits einmal Regierungschef - er folgte 2023 auf Jacinda Ardern.

Chris Hipkins von der Labour-Party war bereits einmal Regierungschef - er folgte 2023 auf Jacinda Ardern. Foto: Bianca De Marchi/AAP/dpa

In manchen Landesteilen wurde die Wahl von Unwettern überschattet.

In manchen Landesteilen wurde die Wahl von Unwettern überschattet. Foto: Bianca De Marchi/AAP/dpa

Weitere Themen

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Frauen an der Spitze des Bundes

Zwölf Männer haben das Amt des Bundespräsidenten bisher ausgeübt. Bei der Wahl am 30. Januar 2027 könnte sich das ändern – und dann würden zwei Frauen oberste Staatsämter besetzen.

Merkels Appell beim „Ermutiger“ Biermann

Vor 50 Jahren wurde der Liedermacher Wolf Biermann nach einem Auftritt im Westen von der DDR des Landes verwiesen. Die Ex-Kanzlerin spricht zum Jahrestag nicht nur darüber, wie sie das Konzert sah.