Regionalliga-Reform ist jetzt Chefsache – Auswirkungen auf D/A
Bernd Neuendorf, DFB-Präsident. Foto: Florian Wiegand/dpa
Nicht alle Regionalliga-Meister steigen auf - das ist eine Dauer-Diskussion im deutschen Fußball. Die muss laut Bernd Neuendorf beendet werden. Ein Kompromiss-Vorschlag liegt vor.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat die Regionalliga-Reform zur Chefsache erklärt und mehr Mut bei der Problemlösung gefordert. „Wir im Fußball müssen aufpassen, dass wir nicht zum Sinnbild der Reformunfähigkeit in Deutschland werden. Wir haben ein Problem, und wir sind gewählt worden, um Probleme zu lösen. Und nicht, um sie auszusitzen“, sagte der 65-Jährige der „Sport Bild“.
Er wolle bei der nächsten Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes an diesem Freitag einen Antrag vorlegen, um Generalsekretär Holger Blask mit der Einberufung eines Bundestags noch in diesem Jahr zu beauftragen. Ziel sei die Einführung eines sogenannten Kompass-Modells, um die Dauer-Diskussion über die zukünftige Aufstiegsregelung und Aufteilung in den Regionalligen zu beenden.
Das sieht das Kompass-Modell vor
Eine 13-köpfige Arbeitsgruppe Regionalliga-Reform hatte sich Ende März einstimmig für eine viergleisige Regionalliga ausgesprochen. Bislang gibt es fünf Regionalligen in Deutschland, aber nur vier Aufsteiger in die 3. Liga. In der Zukunft sollen aber alle Meister aufsteigen. Bei den erarbeiteten zwei Lösungsvorschlägen war eines das von vielen Clubs bevorzugte Kompass-Modell. Hierbei würden die vier Staffeln in jeder Saison aus allen Regionalligisten im Grunde anhand der Entfernungen gebildet werden.
Es gebe „eine bundesweite Mehrheit für das Kompass-Modell“, sagte Neuendorf: „Und auch die Bundesliga hat sich klar für diesen Weg ausgesprochen.“ Wie genau die vier neuen Staffeln dann aussehen werden, müsse erst noch final im DFB-Präsidium festgelegt werden, so Neuendorf. „Ich persönlich tendiere zu insgesamt 80 Mannschaften, also 20 Clubs pro Staffel - zumindest zu Beginn, um möglichst viele Qualifikationsplätze bereitzustellen und Härten abmildern zu können.“
So reagieren die Landesverbände
Die meisten Landesverbände begrüßten den auch von Neuendorf forcierten Entscheidungs-Prozess in der Reformfrage. „Nach den langen Diskussionen bin ich sehr dankbar für den Vorstoß des DFB-Präsidenten. Ich gehe davon aus, dass der Vorstoß die nötige Zustimmung erhält“, sagte Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbands.
Der Bayerische Fußball-Verband teilte mit, man begrüße es, dass „der Weg hin zur Lösung jetzt gemeinsam definiert und festgelegt“ sei. „Damit wird ein außerordentlicher DFB-Bundestag die Entscheidung treffen – die inhaltliche Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit möglichen Modellen, die dann zur Abstimmung stehen werden, erfolgt abgestimmt in der Konferenz.“
Skepsis aus dem Süden
Für die Umsetzung beim Bundestag braucht es eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Vor allem aus Bayern und dem Südwesten gab es zuletzt Kritik am Kompass-Modell. „Wenn dann alle Fakten auf dem Tisch liegen, bin ich optimistisch, dass auch im Süden an der einen oder anderen Stelle ein Umdenken stattfindet“, sagte der DFB-Boss.
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