Konflikte

Südkorea: Nordkorea feuert erneut Marschflugkörper ab

Nordkorea soll erneut militärische Lenkflugkörper abgefeuert haben.

Nordkorea soll erneut militärische Lenkflugkörper abgefeuert haben. Foto: -/kcna/dpa

Nordkorea hat in den letzten Jahren nicht nur ballistische Raketen, sondern auch mehrfach Marschflugkörper getestet. Äußerungen deuten darauf hin, dass sie mit Atomwaffen ausgerüstet werden sollen.

Von dpa 30.01.2024, 03:45 Uhr

Seoul. Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs zum dritten Mal innerhalb einer Woche mehrere militärische Lenkflugkörper abgefeuert. Die Marschflugkörpern seien nach dem Start in Richtung des Meers zwischen der koreanischen Halbinsel und China geflogen, teilte der Generalstab in Seoul mit. Es würden zusammen mit den militärischen Aufklärungsbehörden der USA noch weitere Daten ausgewertet. Die Aktivitäten Nordkoreas würden genau beobachtet, hieß es.

Nordkorea hatte zuletzt eigenen Angaben zufolge einen neuen strategischen Marschflugkörper für den Ausbau der nuklearen Schlagkraft des Landes getestet. Am Sonntag wurden demnach zwei Marschflugkörper des neu entwickelten Typs „Pulhwasal-3-31“, der von einem U-Boot abgefeuert werden kann, in Richtung Japanisches Meer (koreanisch: Ostmeer) abgeschossen. Schon am vergangenen Mittwoch hatte Nordkorea den gleichen Typ getestet.

Nordkorea hat in den letzten Jahren nicht nur ballistische Raketen, sondern auch mehrfach Marschflugkörper getestet, die es als strategisch bezeichnete. Die Bezeichnung lässt darauf schließen, dass sie mit Atomwaffen ausgerüstet werden sollen.

Der von Machthaber Kim Jong Un regierte Ein-Parteien-Staat unterliegt wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms internationalen Sanktionen. Im Gegensatz zu ballistische Raketen, die je nach Bauart auch mit einem Atomsprengkopf bestückt werden können, sind Tests von Marschflugkörpern nicht direkt von den UN-Verbotsbeschlüssen gegen das Land betroffen. Anders als ballistische Raketen verfügen Lenkflugkörper über einen permanenten eigenen Antrieb.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Ost und West, in Missmut vereint

Vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov Menschen in Ost und West grundsätzliche Fragen gestellt. Einiges widerspricht gängigen Klischees.

Merz baut Regierung um

Dass Friedrich Merz eine neue Besetzung für den Kanzleramtschef braucht, war klar. Doch der Kanzler und CDU-Vorsitzende belässt es nicht bei dieser einzelnen Personalie.