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Zugabe

TAGEBLATT-Artikel kostenlos lesen? So läuft das nicht

Journalistische Qualität will bezahlt werden - auch beim TAGEBLATT.

Journalistische Qualität will bezahlt werden - auch beim TAGEBLATT. Foto: Vonderbank

Das könnte dem einen oder der anderen so passen: TAGEBLATT-Berichte lesen, ohne dafür bezahlen zu wollen. Das funktioniert nicht. Und dafür gibt es gute Gründe.

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Von Lars Strüning
27.09.2026, 05:50 Uhr
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Stade. Warum wir das schreiben? Weil wir immer mal wieder dem Vorwurf ausgesetzt sind, dass das, was wir journalistisch aufbereitet haben, doch frei zugänglich sein müsste. Es sei ja in Teilen lebenswichtig. Diese Einschätzung freut uns, das mit dem wichtig, aber die Ableitung ist zu kurz gegriffen.

Gratismentalität im Internet – keine gute Entwicklung

Jüngstes Beispiel: der Liveblog zur Kommunalwahl auf TAGEBLATT.de. Das müsste doch freigeschaltet werden, also kostenlos sein, beschwerte sich ein User. Die Gratismentalität ist im Internet leider weit verbreitet. Aber dieses Beispiel zeigt, wie kurios diese Forderung ist.

Liveblog zur Wahl

Am Wahlabend waren ein Dutzend Reporter gleichzeitig unterwegs, in allen Rathäusern des Landkreises Stade und im Kreishaus. Zwei Kollegen saßen in der Redaktion, verarbeiteten die Kurznachrichten der Kolleginnen und Kollegen draußen vor Ort in einem Liveticker, der sehr gut genutzt worden ist. Alles unter Zeitdruck.

An diesem Sonntag begleitet das TAGEBLATT die Entscheidung im Rennen ums Bürgermeisteramt in Buxtehude und Stade von 17 Uhr an ebenfalls mit einem Newsblog. Fünf Kollegen kümmern sich darum.

Wie stellen sich die Leute vor, wie die TAGEBLATT-Reporter bezahlt werden sollen für diesen Einsatz? Durch Abos. Richtig. Das TAGEBLATT finanziert sich größtenteils durch den Vertrieb, also durch den Verkauf der journalistischen Produkte, ob gedruckt oder digital. Selbstredend auch durch Anzeigen, die geschaltet werden. Das ist das Geschäftsmodell.

Geld vom Staat oder von der GEZ? So ein Quatsch!

Zu unserer großen Überraschung heißt es auch schon mal, wir seien vom Staat finanziert oder bekämen Geld von der GEZ. Dem ist nicht so. Das TAGEBLATT ist wie andere Tageszeitungen auch ein unabhängiges Medium eines privatwirtschaftlich geführten Unternehmens, in unserem Fall ist es der Zeitungsverlag Krause GmbH & Co. KG.

Übrigens: Wer noch nicht ganz überzeugt ist vom Angebot, hat derzeit eine gute Möglichkeit, es zu testen: Einen Monat TAGEBLATT.de gibt es für 99 Cent. So viel sollte doch jeder Interessierte übrig haben. TAGEBLATT.de zum Beispiel bietet täglich mehr als 150 Artikel. An sieben Tagen in der Woche, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr.

Brötchen beim Bäcker sind ja auch nicht umsonst

Viele haben das verstanden. Wir freuen uns über stetig wachsenden Zugriffszahlen auf TAGEBLATT.de. Aber wir freuen uns auch über Wertschätzung, indem die Menschen, die unsere Artikel lesen, auch dafür bezahlen.

Oder waren Sie schon mal beim Bäcker und wollten die Brötchen umsonst haben - weil, ist ja lebensnotwendig?

PS: Diese Zugabe ist kostenfrei, ausnahmsweise. Damit sie von allen gelesen werden kann und hoffentlich auch auf Verständnis stößt.

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J
Jörg Struwe
27.09.202611:36 Uhr

Ich bin täglich auf Tageblatt.de und schätze die Arbeit sehr, die die Redakteure täglich unter Druck abliefern. Warum unter Druck? Ja, weil der User/Leser doch schnellstmöglich informiert werden will. Ich bezahle dafür gerne!!! Selbst ich, als freier Fotograf für das Tageblatt, könnte bestimmt freien Zugang bekommen - WILL ICH ABER NICHT! Weil ich gute Arbeit wertschätze.
Und Leute hey, mal kurz drüber nachgedacht, dass die Redakteure bestimmt nicht umsonst arbeiten, weil ja auch der Lebensunterhalt kostenlos ist?!
Allerdings bin ich auch genervt von dieser fliegenden Werbung, die man bestimmt anders anwenden kann, damit der eine oder andere User vielleicht noch dazukommt. Nervige Werbung stößt heute leider viele davon ab, auf diese herrliche Plattform zu surfen.

B
Barbara Rode
27.09.202609:52 Uhr

Als langjährige Mitarbeiterin eines Hamburger Großverlags unterstütze ich den Appell für bezahlten Journalismus vollkommen. Qualitätsmedien erfordern faire Löhne für alle Verlagsbeschäftigten. Vielen Dank an das Team für die hervorragende Arbeit!

Ein Schmunzeln entlockte mir der Kommentar, Brötchen und Zeitungen vom Vortag sollten gratis sein. Doch auch darin stecken wertvolle Ressourcen wie Rohstoffe, Energie und Logistik. Zudem wird Ware selten verschwendet: Viele Bäcker führen sie der Tierfutter-Weiterverarbeitung zu oder arbeiten mit Organisationen wie „Foodsharing“ zusammen, die Lebensmittel vor der Tonne retten und kostenlos verteilen. Das schont Ressourcen nachhaltig.

Wer für Nachrichten kein Geld ausgeben möchte, kann tagesaktuelle Berichte in Büchereien lesen oder auf Wochenblätter ausweichen, verpasst dann aber die Echtzeit-News. Guter Journalismus ist ein Handwerk, das Wertschätzung verdient.

J
Jochen Mextorf antwortete am
27.09.202611:08 Uhr

Guter Journalismus leidet heute heftig unter der Überladung der aktuellen Berichterstattung durch [...]/Werbung, die offensichtlich hinsichtlich der Einnahmen für die Zeitungsverlage unerlässlich sind. Und der Leser ist genervt.

/Kommentar bearbeitet, bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. TAGEBLATT online

H
Heiko Kania
27.09.202609:19 Uhr

Für die umfassende Berichterstattung, nicht nur zur Kommunalwahl, danke ich. Z. B. sind die Berichte von Pauline Meyer zu 40 Jahre SG-Archiv Harsefeld hervorzuheben. Sicher würde sie auch von einer offiziellen Jubiläumsjahr-Feier unserer SG zu diesem Anlass berichten. Wenn es sie denn gäbe...

J
Jochen Mextorf
27.09.202608:13 Uhr

Das TAGEBLATT-Team erbringt Leistungen, beachtlicher Art. Was den Stetig-Nutzer nervt, sind die teilweise irren und unruhigen Werbungen. Mit etwas Überlegung ließe sich hier sicher Abhilfe schaffen. Ansonsten könnte man vermuten, dass es Brötchen nebst Zeitungen von gestern umsonst gibt.

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