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Technologie

Warum die KI-Welt von einem Chipkonzern aus Taiwan abhängt

Der taiwanische Chiphersteller TSMC hat erneut ein Rekordergebnis vorgelegt. (Archivbild)

Der taiwanische Chiphersteller TSMC hat erneut ein Rekordergebnis vorgelegt. (Archivbild) Foto: David Chang/EPA/dpa

Der taiwanische Konzern TSMC verdient prächtig am KI-Boom. Der Konzern aus Taiwan baut die Chips hinter vielen bekannten Marken. Was macht ihn so schwer ersetzbar?

Von Yu-Tzu Chiu und Jörn Petring, dpa 15.10.2026, 10:20 Uhr
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Taipeh. Der Boom künstlicher Intelligenz macht einen Chipkonzern aus Taiwan immer erfolgreicher. Der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC steigerte seinen Gewinn im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 69 Prozent auf rund 763 Milliarden Taiwan-Dollar (umgerechnet etwa 21 Mrd. Euro). Der Umsatz kletterte auf rund 41,6 Milliarden Euro. Und ein Ende des Booms ist vorerst nicht in Sicht: Für das Schlussquartal erwartet TSMC bereits einen Umsatz von bis zu 48,5 Milliarden Euro.

Dabei ist TSMC außerhalb der Technologiebranche vergleichsweise wenig bekannt. Der Konzern fertigt vor allem Chips, die andere Unternehmen entwickelt haben. Führende KI-Konzerne sind auf die Taiwaner angewiesen.

Was macht TSMC eigentlich?

Ein großer Teil der modernen Chipindustrie funktioniert nach dem Prinzip der Arbeitsteilung. Der US-Konzern Nvidia entwickelt beispielsweise besonders leistungsfähige Prozessoren, mit denen künstliche Intelligenz trainiert und betrieben wird. Die Herstellung überlässt er aber weitgehend TSMC. Auch Apple lässt dort die wichtigsten Prozessoren für seine iPhones fertigen.

TSMC ist also gewissermaßen die Fabrik hinter den großen Namen der Technologiebranche. Je mehr Chips diese Unternehmen benötigen, desto mehr Aufträge bekommt der Hersteller aus Taiwan. Besonders profitiert TSMC davon, dass für KI immer leistungsfähigere Prozessoren gebraucht werden.

Warum ist TSMC so schwer einzuholen?

Computerchips herzustellen, ist eine der schwierigsten Aufgaben der modernen Industrie. Auf winzigem Raum müssen Milliarden elektronischer Schaltelemente untergebracht werden. Dafür sind teure Maschinen, jahrelange Forschung und viel Erfahrung nötig. Schon kleinste Fehler können dazu führen, dass ein Chip unbrauchbar ist.

TSMC hat diese Technik über Jahrzehnte perfektioniert. Andere Hersteller versuchen aufzuholen, doch gerade bei den modernsten Chips ist der Vorsprung der Taiwaner groß. Unternehmen können zwar neue Chips entwickeln, aber nicht ohne Weiteres einen anderen Hersteller finden, der diese in großen Mengen und mit derselben Qualität produzieren kann.

Wie lange hält der KI-Boom noch an?

Vorerst spricht vieles für eine anhaltend hohe Nachfrage. Große Technologiekonzerne investieren gewaltige Summen in neue Rechenzentren. Dafür benötigen sie immer mehr Chips. „Die jüngsten Entwicklungen sind sehr positiv für die langfristigen Nachfrageaussichten im KI-Bereich“, sagte Konzernchef Che-Chia Wei bei der Vorlage der Quartalszahlen.

Der KI-Boom treibt auch Taiwans Wirtschaft kräftig an. Im zweiten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwartet die taiwanische Zentralbank sogar ein Wachstum von 11,5 Prozent. Das wäre das stärkste Plus seit fast 40 Jahren.

Allerdings wachsen auch die Zweifel, ob sich die riesigen KI-Investitionen für alle Beteiligten rechnen werden. Gerade bei den teuren Rechenzentren ist noch offen, wann und in welchem Umfang sich die Investitionen auszahlen. Sollten die großen Technologiekonzerne ihre Ausgaben eines Tages deutlich kürzen, würde das auch TSMC treffen.

Der Produktionsstart in Desden ist für 2027 geplant.

Der Produktionsstart in Desden ist für 2027 geplant. Foto: Robert Michael/dpa

Warum ist die Abhängigkeit gefährlich?

Hinzu kommt ein politisches Risiko: Ein großer Teil der modernsten Chips wird weiterhin in Taiwan hergestellt. China betrachtet die demokratisch regierte Insel als Teil seines Territoriums und schließt eine gewaltsame Vereinigung nicht aus. Ein militärischer Konflikt könnte deshalb die Versorgung der weltweiten Technologieindustrie schwer erschüttern.

TSMC produziert inzwischen auch in den USA und baut dort weitere Fabriken. In Dresden entsteht gemeinsam mit Partnern ein Werk, das vor allem die Autoindustrie und andere Industriezweige beliefern soll. Doch bis sich die Herstellung der modernsten Chips stärker auf verschiedene Länder verteilt, dürfte noch viel Zeit vergehen.

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