Shell-Tankstelle mit Emojis überzogen – Protestaktion
Ein Polizist entfernt von Aktivisten angebrachte Schriftzüge. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Diese Greenpeace-Aktion fiel auf, die Polizei rückte an - samt Leiter. Der Donnerstag war dabei mit Absicht gewählt worden.
Hamburg. Greenpeace-Aktivisten haben in Hamburg an einer Shell-Tankstelle für eine Übergewinnsteuer demonstriert. Die Polizei teilte mit, 15 Teilnehmer hätten sich am Morgen unangemeldet versammelt. Der Betrieb an der Tankstelle im Stadtteil Hammerbrook sei aber nicht gestört worden. Eine Übergewinnsteuer soll sich nach Vorstellung der Aktivisten gegen Mineralölkonzerne richten, die von hohen Energiepreisen profitieren.
Die Umweltschutzorganisation fordert eine Übergewinnsteuer. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am Donnerstag protestiert, weil die Ölkonzerne Shell und TotalEnergies die Quartalszahlen vorgestellt haben. Greenpeace beklagte eine „Preiserpressung“ der Konzerne, wie es in einer Mitteilung hieß. Von Shell lag zunächst keine Stellungnahme vor.
Derzeit wird in Deutschland über eine Übergewinnsteuer diskutiert.
Diesel verteuert sich - Benzin etwas günstiger
Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) lehnen sie ab, die SPD von Vizekanzler Lars Klingbeil ist dafür. Ein Vorstoß des Finanzministers auf EU-Ebene wurde von EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis vorläufig abgelehnt.
Hohe Ölpreise sorgen bei Shell & Co. für Gewinnsprünge
TotalEnergies, Shell und Repsol meldeten Gewinnsprünge. Aktionäre sollen durch Aktienrückkäufe profitieren. An der Börse legten die Aktien am Donnerstag zu. Scharfe Kritik an den Zahlen kam aus der deutschen Politik. Schon länger gibt es eine Debatte über eine sogenannte Übergewinnsteuer.
Der Krieg im Nahen Osten beschert den Ölkonzernen einen kräftigen Schub. In der Straße von Hormus ist der Tankerverkehr gestört. Liefer- und Produktionsausfälle treiben die Preise in die Höhe.
Der Ölpreis für Brent lag im dritten Quartal durchschnittlich bei mehr als 90 US-Dollar pro Barrel, aktuell sind es rund 113 Dollar. Vor Kriegsbeginn Ende Februar waren es weniger als 70 Dollar. Die USA und Israel hatten den Iran angegriffen.
Shell und seine Konkurrenten betrieben ihre Raffinerien in den vergangenen Monaten so intensiv wie möglich. Zusätzliche Erträge aus Handel und Raffinerien überwogen die Belastungen durch Liefer- und Produktionsschwierigkeiten deutlich.
Auch der Ausfall von Flüssigerdgaslieferungen aus dem Persischen Golf bescherte großen Energiekonzernen unerwartete Gewinne, obwohl sie im Nahen Osten Produktionsausfälle hinnehmen mussten.

Ein Polizist entfernt von Aktivisten angebrachte Schriftzüge. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa