Hier wird viel Sand für den Naturschutz bewegt
Die Nordspitze von Schwarztonnensand. Foto: im Auftrag des Wasserwirtschaft- und Schifffahrtsamtes Hamburg.
Gut eine Stunde lauschten die Mitglieder des Gut-Ausschusses den Ingenieurinnen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, wie die Kompensationsmaßnahmen zur Elbvertiefung auf Schwarztonnensand, dem Asseler Sand und im Barnkruger Loch umgesetzt werden.
So soll im Süden der 46 Hektar großen Insel Schwarztonnensand ein Bruthabitat für Offenbodenbrüter, wie die Seeschwalbe, geschaffen werden. Im Norden der Insel wird dagegen ein Tide-Weiden-Auwald mit Röhrichten und feuchten Hochstaudenfluren entwickelt. Zwei Mulden werden geschaffen; in die eine, 5,8 Hektar groß, soll das Wasser aus- und einschwingen können. In der anderen soll Wasser stehen. Silber- und Korbweiden werden gepflanzt, standortfremde Pflanzen, wie die Kartoffelrose, entfernt. Entfernt werden ebenso alte Sandfangzäune aus PVC. Der ausgehobene Sand – etwa 121 000 Kubikmeter – bleibt auf der Insel: Eine Dünenlandschaft mit 20 Dünen wird geschaffen. Ende November sollen die Erdarbeiten abgeschlossen sein.
Vertieft wird auch die Schwarztonnensander Nebenelbe. Der Schlick, der dort ausgebaggert wird, etwa 1,6 Millionen Kubikmeter, wird 21 Kilometer nach Brokdorf transportiert und dort auf einer Unterwasserablagefläche ausgetragen. Nachfragen des Bürgermeisters Mike Eckhoff, ob der Sand nicht auch an den Strand von Krautsand gefahren werden kann, erteilte WSV-Sachgebietsleiterin Katrin Graeser zunächst eine Absage. Schwarztonnensand sei Kampfmittelverdachtsfläche, und es gebe auch Schadstoffproblematiken. Aber sie wolle dies prüfen.
Auch das Barnkruger Loch wird vertieft, um so mehr Flachwasser zu schaffen. Das Hafenbecken selbst bleibt nach jetzigem Stand ausgenommen. Allerdings soll auf Nachfrage von Wilfried Barwig (SPD) darüber noch einmal mit der Barnkruger Hafengemeinschaft gesprochen werden, da dort ohnehin die Erneuerung der Spundwände ansteht. Die Absprachen liegen aufgrund der langen Genehmigungsphase immerhin schon zehn Jahre zurück. Katrin Graeser wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich durch die Bauarbeiten Sperrungen für Sportboote nicht gänzlich verhindern ließen.
Weitere Renaturierungsmaßnahmen sind für den Asseler Sand geplant. Auf einer Länge von etwa 1,2 Kilometern sollen vorhandene Uferbefestigungen abgebaut und Sukzessionsflächen geschaffen werden. So entsteht eine etwa 19 300 Quadratmeter große Bucht – das entspricht etwa drei Fußballfeldern – mit Anschluss an den Flachwasserbereich der Nebenelbe. Die so geschaffene Uferschlenze dient als Kinderstube für die heimischen Fischbestände. Nach Abschluss der Arbeiten ist die WSV noch 25 Jahre für die Pflege und Unterhaltung der Kompensationsmaßnahmen zuständig, gegebenenfalls auch für Nachbesserungen.
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