Neues Hafthaus Lübeck: Mehr Komfort für ältere Gefangene
Justizministerin Kerstin von der Decken (CDU) spricht bei der Eröffnung mit Anstaltsleiter Marc Arnold. Foto: Marcus Brandt/dpa
Mit dem neuen Hafthaus in Lübeck reagiert der Justizvollzug auf mehr ältere und gesundheitlich eingeschränkte Inhaftierte.
Lübeck. Ein neu gebautes Hafthaus im Lübecker Gefängnis insbesondere für ältere und therapiebereite Gefangene ist eröffnet worden. „Der demographische Wandel betrifft den Justizvollzug genauso wie alle anderen gesellschaftlichen Bereiche“, sagte Justizministerin Kerstin von der Decken (CDU). „Die Zahl älterer und gesundheitlich eingeschränkter Inhaftierter nimmt stetig zu. Hierauf müssen wir reagieren und eine Unterbringung sicherstellen, die den Bedarfen älterer Menschen gerecht wird.“
Ein neues Hafthaus in Lübeck bietet Platz für 86 Menschen. Foto: Marcus Brandt/dpa
Das neue Lübecker Hafthaus B verfügt über 86 Einzelhafträume, drei Beobachtungshafträume und zwei besonders gesicherte Hafträume. „Der Neubau wird es zukünftig leichter machen, Aspekte wie die Sicherheit, Betreuung und Resozialisierung älterer Gefangener in den Fokus zu rücken“, sagte von der Decken. Der Neubau stehe beispielhaft für einen Strafvollzug, der Sicherheit und Fürsorge miteinander verbinde.
Barrierearm
Im Erdgeschoss des neuen Hafthauses gibt es 21 seniorengerechte Hafträume, von denen drei barrierearm sind. Dort sollen ältere und körperlich eingeschränkte Gefangene untergebracht werden. Die beiden Stockwerken darüber sind für Menschen gedacht, die sich als mitarbeits- und therapiebereit erwiesen haben.

Das Hafthaus hat auch barrierefreie Räume. Foto: Marcus Brandt/dpa
Nach Angaben des Justizministeriums kostete der Neubau in Lübeck inklusive Baunebenkosten 31,7 Millionen Euro. Anfang 2026 wurden durch den Umbau der Jugendarrestanstalt in Moltsfelde bereits 35 neue Haftplätze in Schleswig-Holstein geschaffen. Dort betrugen die Kosten 2,1 Millionen Euro.

Justizministerin Kerstin von der Decken (CDU) spricht bei der Eröffnung mit Anstaltsleiter Marc Arnold. Foto: Marcus Brandt/dpa