Polizei nimmt drei Jugendliche nach Überfall in Hamburg fest
Die festgenommenen mutmaßlichen Täter sind erst 14 und 16 Jahre alt. (Symbolbild) Foto: Marcus Brandt/dpa
Mehrere Täter dringen in ein Haus in Hamburg ein und verletzen einen 51-Jährigen schwer. Die mutmaßlichen Täter sind erst 14 und 16 Jahre alt.
Hamburg. Einen Tag nach dem Überfall auf eine 83-jährige Frau sowie einen 51-jährigen Mann in ihrem Haus in Hamburg-Billwerder hat die Polizei drei Jugendliche festgenommen. Ein 14-Jähriger sowie zwei 16-Jährige sitzen wegen des Verdachts des schweren Raubes in Untersuchungshaft, wie die Polizei mitteilte.
Die Festnahmen der zwei Deutschen und des Ghanaers erfolgten am Montagabend. Rund 85 Einsatzkräfte durchsuchten dazu sieben Wohnungen in den Hamburger Stadtteilen Bergedorf und Lohbrügge. Bei dem Überfall war der 51-Jährige schwer verletzt worden.
Mehrere mutmaßliche Täter
Bisherigen Ermittlungen zufolge hatten zwei zunächst unbekannte weibliche Jugendliche unter einem Vorwand an der Haustür des Einfamilienhauses in Hamburg-Billwerder geklingelt. Als die 83-jährige Bewohnerin öffnete, drangen nach Angaben der Polizei vier maskierte Jugendliche gewaltsam in das Haus ein und suchten nach Wertgegenständen.
Im Obergeschoss trafen sie auf einen 51 Jahre alten Angehörigen der Frau. Nach Polizeiangaben bedrohten sie ihn mit einer Stichwaffe, um Wertsachen zu erlangen, und verletzten ihn dabei schwer. Anschließend flüchteten sie mit ihrer Beute, darunter Schmuck und Bargeld, in unbekannte Richtung. Der 51-Jährige kam in Begleitung eines Notarztes in ein Krankenhaus.
Auswertung von Videoüberwachung bringt den Durchbruch
Umgehend eingeleitete Fahndungsmaßnahmen unter anderem mit einem Hubschrauber der Bundespolizei, einem Polizeihund und mehr als einem Dutzend Streifenwagen führten zunächst zu keinem Ergebnis. Rasche Ergebnisse brachte dagegen die Auswertung der Videoüberwachung in der Umgebung. Sie führte den Angaben zufolge auf die Spur von fünf Jugendlichen im Alter von 15 und 16 Jahren, die die Opfer möglicherweise bereits kannten.
Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen am Montagabend nahmen die Beamten die zwei 16-Jährigen fest und stellten umfangreiche Beweismittel sicher. Der Tatverdacht gegen einen 15-Jährigen, einen weiteren 16-Jährigen sowie eine 16-Jährige erhärtete sich nach Polizeiangaben dagegen nicht.
Zivilfahnder nehmen 14-Jährigen fest
Allerdings ergaben sich laut Polizei Hinweise auf den mutmaßlich tatbeteiligten 14-Jährigen, der dann am späten Abend von Zivilfahndern in Hamburg-Bergedorf festgenommen worden sei. Auch dessen Wohnung sei durchsucht worden.
Eine 15-Jährige stellte sich in Begleitung ihrer Eltern selbst bei der Polizei. Nach Abschluss der Maßnahmen wurde sie wieder entlassen. Auch in ihrer Wohnung stellten die Ermittler Beweismittel sicher. Die Ermittlungen zu zwei weiteren Tatverdächtigen, einer Frau und einem Mann, dauerten an.
Mann mit Schreckschusspistole sorgt für Polizeieinsatz
Ein Mann mit einer Schreckschusspistole hat am Nachmittag in Hamburg-Eidelstedt für einen Polizeieinsatz gesorgt. Wie ein Mitarbeiter des Lagedienstes sagte, war der Mann in der Elbgaustraße nach Angaben von Zeugen aus einem Gebäude gekommen und hatte mehrfach in die Luft geschossen. Als die Polizei an dem Gebäude eintraf, war der Mann den Angaben zufolge bereits fort. Beamte hätten aber leere Patronenhülsen sichergestellt.
Wenig später sei ein 42-Jähriger, auf den die Personenbeschreibung zugetroffen habe, im Bereich des S-Bahnhofs Reeperbahn von Beamten der Bundespolizei gefasst worden.
Zwar sei es verboten, eine Schreckschusswaffe in der Öffentlichkeit abzuschießen, sagte der Lagedienstmitarbeiter. Eine Bedrohungslage habe aber nicht bestanden. Zu prüfen sei auch, ob der Mann über eine waffenrechtliche Erlaubnis - den sogenannten Kleinen Waffenschein - verfüge, der es ihm gestatte, eine solche Waffe mit sich zu führen.
Streit in Einkaufszentrum – Wachmann verletzt, Teilräumung
Wegen einer körperlichen Auseinandersetzung mehrerer Jugendlicher und einem Pfefferspray-Einsatz ist ein Teil eines Hamburger Einkaufszentrums geräumt worden. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes habe in den Streit eingreifen wollen und sei dabei verletzt worden, hieß es aus dem Lagezentrum. Er kam ins Krankenhaus. Mindestens zwei Jugendliche seien nach dem Vorfall am späten Nachmittag festgenommen worden, hieß es.
Rund zehn Menschen seien von Rettungskräften vor Ort medizinisch untersucht worden. Wer das Pfefferspray während der Auseinandersetzung eingesetzt hat, konnte das Lagezentrum nicht sagen. Die Feuerwehr belüftete den betroffenen Bereich eines Bekleidungsgeschäfts. Am Abend dauerte der Einsatz demnach an.