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Werder-Torjäger

Oder braucht Klopp doch Füllkrug?

Niclas Füllkrug von Werder Bremen nach seinem Tor gegen den FC Augsburg.

Niclas Füllkrug von Werder Bremen nach seinem Tor gegen den FC Augsburg. Foto: David Inderlied/dpa

Die Länderspiel-Karriere von Niclas Füllkrug schien eigentlich schon beendet zu sein - bis der Publikumsliebling zu Werder Bremen zurückkehrte. Seitdem wird das Thema von Woche zu Woche größer.

Von Sebastian Stiekel, dpa 28.09.2026, 14:25 Uhr
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Bremen. Seit einer Woche arbeitet die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit ihrem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp zusammen. Niclas Füllkrug ist bekanntermaßen nicht dabei und in dieser Zeit nur einmal öffentlich aufgefallen - als Model. Mit einem Legendspiel gegen Real Madrid feierte Werder Bremen am Wochenende den 100. Geburtstag des Weserstadions. Füllkrug präsentierte aus diesem Anlass das Sondertrikot seines Vereins.

Der Werder-Stürmer und die Nationalmannschaft: Das ist ein Thema, das spätestens seit der verpassten WM abgehakt schien. Durch das fulminante Bundesliga-Comeback des 33-Jährigen und auch durch den eher schleppenden Start der Ära Klopp bekommt es aber gerade Woche für Woche neue Nahrung. Beim Legendenspiel im Weserstadion äußerte sich sogar der künftige Sport-Geschäftsführer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) alles andere als ablehnend dazu.

„Ich sage niemals nie zu irgendwelchen Personalien“, meinte Per Mertesacker, der Werder 2011 in genau dem Jahr verließ, als Füllkrug dort zum ersten Mal in den Profikader aufstieg. „Ich habe das selbst im Fußball schon zu oft erlebt, dass irgendwo die Tagesform entscheidet - in einem Business, wo es wirklich um Leistung geht.“ Mertesackers Botschaft ist: Jeder Spieler könne sich „über die Bundesliga und im Ausland empfehlen“.

Thioune über Füllkrug: Mentalität ist mega

Genau das tut Füllkrug gerade. In den drei vergangenen Ligaspielen vor der Länderspiel-Pause schoss er jeweils ein wichtiges Tor. Noch entscheidender ist sogar: Nach zwei enttäuschenden Jahren im Ausland ist er von der Randfigur bei West Ham United und AC Mailand wieder zum Anführer und Schlüsselspieler in Bremen geworden.

„Seine Mentalität, die Jungs mitzureißen und den Ball reinzuknallen, ist mega“, sagte Werders Trainer Daniel Thioune nach dem spektakulären 3:2 nach 0:2 gegen den FC Augsburg. „Die Überzeugung war da, dass Niklas uns helfen kann. Dass er so einschlägt, freut uns natürlich enorm.“

Bald der Sport-Geschäftsführer des DFB: Per Mertesacker beim Legendenspiel zwischen Werder Bremen und Real Madrid zum 100. Geburtstag des Weserstadions.

Bald der Sport-Geschäftsführer des DFB: Per Mertesacker beim Legendenspiel zwischen Werder Bremen und Real Madrid zum 100. Geburtstag des Weserstadions. Foto: Sina Schuldt/dpa

Thioune war auch der Erste, der eine mögliche Rückkehr von Füllkrug in die Nationalelf zum Thema machte - und seine eigenen Aussagen kurz danach wieder einkassierte. „Es war forsch von mir, zu sagen: Wir machen ihn sexy für die Nationalmannschaft“, sagte der Coach. Zumal sein Spieler selbst darüber gar nicht öffentlich sprechen möchte.

Trotzdem, Thiounes grundsätzliche Einschätzung bleibt: „Wenn Niclas Füllkrug Woche für Woche auf der Anzeigetafel stattfindet, dann wird der Bundestrainer sicherlich auch mal die A1 Richtung Norden hochfahren.“

Zur falschen Zeit beim falschen Club

Füllkrug und die Nationalmannschaft: Das war immer eine besondere Geschichte, auch weil viele Fans sich mit seiner offenen Art und seinem steinigen Karriereweg identifizierten: Erstliga-Debüt mit 18. Schwere Knieverletzungen mit 19, 22, 25 und 26 Jahren. Bundesliga-Torschützenkönig mit 30 und Publikumsliebling der Heim-EM mit 31 Jahren. Dieses Aufstehen nach jedem noch so harten Rückschlag hat viele fasziniert.

Auch im Ausland hatte der Stürmer das Pech, immer genau dann zu einem Club zu wechseln, wenn dieser gerade seinen Sinkflug begann. West Ham holte noch 2023 den Conference-League-Titel, 2024 Füllkrug - und stieg 2026 aus der englischen Premier League ab. Zur AC Mailand kam er, als das Team nur einen Punkt hinter dem Stadtrivalen Inter auf Rang zwei stand. Vier Monate später wurde sogar noch der sicher geglaubte Champions-League-Platz verspielt.

In Bremen ist das anders. Hier wird er geliebt - und gebraucht. „Fülle geht wieder auf in seiner Rolle“, sagte Mertesacker. „Wenn er sich wohlfühlt und fit ist, kann er der Mannschaft unglaublich viel geben. Das braucht Werder auch.“

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