Zähl Pixel
Konflikte

Südkorea bestellt Russlands Botschafter ein

Bei einem Staatsbesuch in Pjöngjang hatte der russische Präsident Wladimir Putin mit Machthaber Kim Jong Un das neue Partnerschaftsabkommen unterzeichnet.

Bei einem Staatsbesuch in Pjöngjang hatte der russische Präsident Wladimir Putin mit Machthaber Kim Jong Un das neue Partnerschaftsabkommen unterzeichnet. Foto: Kristina Kormilitsyna/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Russlands Partnerschaftsabkommen mit Nordkorea lässt in Südkorea die Alarmglocken schrillen. Seoul bestellt deswegen den russischen Botschafter ein.

Von dpa Donnerstag, 20.06.2024, 18:55 Uhr

Seoul. Südkoreas Regierung hat bei Russland offiziell Protest gegen sein neues Partnerschaftsabkommen mit Nordkorea eingelegt und zum unverzüglichen Stopp der militärischen Zusammenarbeit mit dem abgeschotteten Nachbarland aufgerufen.

Zwei Tage nach dem Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Nordkorea bestellte Südkoreas Außenministerium am Freitag den russischen Botschafter in Seoul, Georgi Sinowiew, ein. Vizeaußenminister Kim Hong Kyun habe die Position der Regierung übermittelt, wonach sie in Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft entschieden gegen jedes Verhalten vorgehen wolle, das die Menschen in Südkorea bedrohe, teilte das Ministerium mit. Nordkorea entwickle seit Jahrzehnten illegal Atomwaffen und Raketen und drohe damit, diese gegen Südkorea zu verwenden.

Jede Kooperation, die Nordkorea direkt oder indirekt helfe, seine militärischen Fähigkeiten zu erweitern, stelle eine Verletzung von Resolutionen des UN-Sicherheitsrats gegen Pjöngjang dar, wurde Kim zitiert. Der Vizeaußenminister warnte demnach auch vor negativen Folgen für das russisch-südkoreanische Verhältnis. „Russland sollte verantwortungsvoll handeln.“

Versuche, Russland einzuschüchtern, seien inakzeptabel, wurde Sinowiew von seiner Botschaft auf der Plattform X zitiert, nachdem er einbestellt worden war. Der Botschafter habe gesagt, „die Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea ist gegen kein Drittland gerichtet“.

Südkorea hatte bereits am Donnerstag das Abkommen Russlands mit Nordkorea über eine umfassende strategische Partnerschaft, das beide Seiten in Pjöngjang unterzeichnet hatten, verurteilt. Der Vertrag sieht auch einen gegenseitigen Beistand im Kriegsfall vor. Der Vertrag hat aus Sicht Südkoreas das Ziel, auch die militärische Zusammenarbeit zu stärken. Südkoreas Nationaler Sicherheitsberater Chang Ho Jin hatte angedeutet, dass sein Land die bisherige Ablehnung einer Waffenlieferung an die Ukraine ablegen könne. Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine beteiligt sich Südkorea an den Finanzsanktionen gegen Moskau. Es exportiert aber keine Kriegswaffen an Kiew. Putin hatte Südkorea im Fall von Waffenlieferungen an die Ukraine mit schweren Konsequenzen gedroht.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Immer mehr Frauen entdecken Angeln für sich

Lange Zeit galt das Hobby als Männerding: Doch immer mehr Frauen finden Gefallen am Angeln. Verbände und Messen verzeichnen steigende Zahlen. Auch in sozialen Medien zeichnet sich ein Trend ab.

Kiew wirft Budapest Geiselnahme und Diebstahl vor

Zwischen dem als prorussisch geltenden ungarischen Regierungschef Orban und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj gibt es seit langem Spannungen. Nun droht sich der Streit gefährlich hochzuschaukeln.

Was geschah am 6. März?

Tag für Tag gibt es Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, an die erinnert werden soll.