AbonnierenAbo
Zähl Pixel
Bundesverband deutscher Banken

Umfrage: Viele offen für Aktien - Vorsorge wird aufgeschoben

Viele halten Aktien und andere Wertpapiere für die private Altersvorsorge für „gut“ oder „sehr gut“ geeignet. (Archivbild)

Viele halten Aktien und andere Wertpapiere für die private Altersvorsorge für „gut“ oder „sehr gut“ geeignet. (Archivbild) Foto: Andreas Arnold/dpa

Aktien und Börse sind für viele Menschen kein rotes Tuch. Auch viele junge Leute interessieren sich für Investments. Alte Vorurteile und Bequemlichkeit bleiben aber - mit ernsten Folgen für später.

Von dpa 31.10.2026, 04:35 Uhr
12 Monate Premium-Zugriff für nur 1,00 € pro Woche! Langfristig sparen!

Frankfurt/Main. Die Deutschen gelten als risikoscheue Aktienmuffel - doch das Interesse an der Börse ist größer, als das Klischee vermuten lässt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Bundesverbands deutscher Banken, für die im Sommer fast 2.200 Menschen befragt wurden. 

Fast zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) halten demnach Aktien und andere Wertpapiere für die private Altersvorsorge für „gut“ oder „sehr gut“ geeignet. Bei den Jüngeren von 16 bis 24 Jahren sind es sogar 77 Prozent. Je jünger die Befragten, desto positiver das Urteil, wie der Bankenverband schreibt. „Besonders junge Menschen zeigen eine große Offenheit gegenüber Aktien und Fonds sowie die größte Risikobereitschaft bei der Geldanlage.“

Bei den meistgenutzten Anlageformen wurden in der Umfrage Wertpapiere (41 Prozent) bereits an zweiter Stelle aufgeführt nach Tagesgeld (44). Die Jüngeren nennen Wertpapiere sogar klar zuerst. Lebensversicherung und Bausparvertrag seien dagegen in den mittleren Generationen verbreitet, so die Umfrage, die von Ende Juni bis Mitte Juli vom Marktforschungsinstitut Infas Quo erhoben wurde.

Die Zahl der Aktionäre in Deutschland ist 2025 stark gewachsen. Dem Deutschen Aktieninstitut zufolge besaßen 14,1 Millionen Menschen Aktien, Aktienfonds und/oder ETFs - fast zwei Millionen mehr als im Vorjahr.

Wissenslücken und Angst vor Verlusten bremsen

Vorbehalte bei Aktien bleiben aber. Grund für Zurückhaltung seien vor allem fehlendes Geld (29 Prozent), Angst von Verlusten (21) und fehlendes Wissen (18). Auch bleibe Sicherheit selbst bei Jüngeren das meistgenannte Motiv bei der Geldanlage. 

Auch dem Vorurteil, dass sich junge Menschen nicht für Wirtschaft und Finanzen interessieren, tritt die Umfrage entgegen. An den Themen zeigen sich insgesamt 4 von 10 Befragten „stark“ oder „sehr stark“ interessiert, ein weiteres Drittel (34 Prozent) sei „etwas“ interessiert. Zwischen den Generationen gebe es kaum Unterschiede, heißt es. 

Das Thema Altersvorsorge schieben viele vor sich her. (Archivbild)

Das Thema Altersvorsorge schieben viele vor sich her. (Archivbild) Foto: Andreas Gebert/dpa

Nach eigener Einschätzung kennt sich etwa die Hälfte der Befragten (52 Prozent) in Geldfragen gut aus. Bei Börsenwissen geben besonders Jugendliche und jungen Erwachsene an, sich auszukennen (45 Prozent).

Zugleich beschäftigen sich junge Menschen nur unregelmäßig mit ihrem Geld. Erst die Älteren ab 40 nehmen sich öfter Zeit für regelmäßige Finanzplanung. Unter Senioren machen das 45 Prozent, von den 16- bis 24-Jährigen nur 24 Prozent.

„Irgendwann ist es zu spät“

Auch das Thema Altersvorsorge werde oft aufgeschoben. 64 Prozent der Jungen und selbst 27 Prozent der noch erwerbsfähigen Senioren ab 60 Jahren haben sich dazu keine ernsthaften Gedanken gemacht, so der Bankenverband. 

„Altersvorsorge bleibt für viele ein Thema für später und aus später wird irgendwann zu spät“, sagt Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands. „Wer sich erst spät mit seiner Altersvorsorge oder seinen Finanzen beschäftigt, verliert wertvolle Zeit und Geld.“ Das geplante Altersvorsorgedepot biete die Chance, mehr Menschen für den Kapitalmarkt zu gewinnen und langfristigen Vermögensaufbau zu fördern.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Ausbildung auf Tiefststand seit der Wende

Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Wirtschaft wächst wieder. Doch bei der Ausbildung schrillen die Alarmglocken. So wenige junge Leute wie seit über 30 Jahren nicht mehr treten eine Lehrstelle an.

Unicredit wirbt bei Mittelstand um Vertrauen

Unicredit-Chef Andrea Orcel verspricht, die Beziehungen zu deutschen Firmenkunden auszubauen – obwohl er bei einer Commerzbank-Übernahme Milliarden sparen will. Wie passt das zusammen?

Audi rutscht fast in die roten Zahlen

Die Krise trifft Audi immer härter. Im dritten Quartal fahren die Ingolstädter nur noch einen vergleichsweise winzigen Gewinn ein. Und parallel steht Unternehmenschef Döllner weiter unter Druck.