AbonnierenAbo
Zähl Pixel
Geschäft mit der Wiesn

Wiesn-Lizenz: Das gilt für Influencer auf dem Oktoberfest

Cathy Hummels hat seit einigen Jahren ihr eigenes Wiesn-Event. (Archivbild)

Cathy Hummels hat seit einigen Jahren ihr eigenes Wiesn-Event. (Archivbild) Foto: Felix Hörhager/dpa

Was dürfen Influencer posten und wann wird es teuer? Berichte über eine Wiesn-Lizenz für Content Creator machen derzeit Schlagzeilen. Das steckt dahinter.

Von dpa 18.09.2026, 15:50 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

München. Eine Pose im Dirndl vor dem Kettenkarussell, eine mit Maß in der Hand im Zelt und dann vielleicht noch eine Übersicht vom Riesenrad: Wenn an diesem Wochenende das Münchner Oktoberfest beginnt, werden die sozialen Netzwerke wieder geflutet mit bunten Fotos aus München im Ausnahmezustand. Doch das kann teuer werden – zumindest für professionelle Influencer. 

Lizenzgebühr wird individuell festgelegt

Denn wer mit Social-Media-Inhalten unmittelbar oder mittelbar kommerzielle Zwecke verfolgt – etwa durch Sponsoring, Kooperationen oder Produktplatzierungen – der braucht für die Wiesn eine Genehmigung. Die Lizenzgebühr wird laut der Stadt München im Einzelfall festgelegt und hängt von der Reichweite ab. Livestreams sind auf dem Festgelände untersagt. 

Dass die Stadt München auf ihre Marke Oktoberfest genau aufpasst, ist nichts Neues. Wer mit der Wiesn verdienen will, der brauchte schon immer eine Genehmigung, beispielsweise für Dreharbeiten. Und wer Produkte mit Bezeichnungen wie Oktoberfest oder Wiesn verkaufen wollte, der benötigte dafür auch bislang schon eine Lizenz. Neu ist allerdings die Diskussion, die darum aktuell unter denjenigen entstanden ist, die mit Instagram und Co. ihr Geld verdienen. 

„Klare Regeln für kommerzielle Nutzung“

„Grundsätzlich finde ich es richtig, dass die Stadt München das Oktoberfest als weltweit bekannte Marke schützt und klare Regeln für die kommerzielle Nutzung schafft“, sagt Cathy Hummels, die nicht ganz unschuldig an der Debatte ist. Schließlich brachten Veranstaltungen wie ihr alljährlich stattfindender „Wiesn-Bummel“ die Stadt auf die Idee, bei der Regulierung von Influencer-Aktivitäten nachschärfen zu müssen. Hummels hat für ihren Bummel inzwischen eine Lizenz.

Inzwischen hat die 38-jährige Cathy Hummels eine Lizenz für die Wiesn. (Archivbild)

Inzwischen hat die 38-jährige Cathy Hummels eine Lizenz für die Wiesn. (Archivbild) Foto: Felix Hörhager/dpa

Die aktuelle Diskussion zeige, „wie wichtig Aufklärung ist“, betont die 38-Jährige, die ihren Followern die Regeln in einem Instagram-Reel erklärt hat. „Vielen Creatorn war bislang gar nicht bewusst, wo privater Content endet und kommerzielle Nutzung beginnt.“

Cathy Hummels hat einen Vorschlag

Sie sehe die Regelung „nicht grundsätzlich kritisch“, betont sie. „Ich glaube aber, dass sie noch einfacher, transparenter und digitaler werden könnte.“

Ihre Idee: ein digitaler „Wiesn Content Check“ als App oder Plattform. „Creator beantworten dort vorab einige Fragen zu ihrem geplanten Content: Ist es eine Kooperation? Wird ein Produkt beworben? Gibt es eine Gewinnerzielungsabsicht? Daraus ergibt sich zunächst, ob eine Lizenz erforderlich sein könnte“, sagt Hummels. „Ist eine Lizenz notwendig, könnte man sie direkt über die Plattform beantragen und bezahlen. So hätten Creator schnell Klarheit und die Stadt gleichzeitig Transparenz darüber, wie ihre Marke kommerziell genutzt wird.“

Aus ihrer Sicht hat auch die Stadt München durchaus etwas von den vielen Influencer-Aktivitäten auf der Wiesn: „Creator tragen enorm zur internationalen Sichtbarkeit des Oktoberfests bei. Deshalb finde ich es wichtig, den Schutz der Marke und die Möglichkeiten moderner Kommunikation sinnvoll miteinander zu verbinden.“

Influencer, denen das alles zu kompliziert ist, können übrigens auch die Wiesn Wiesn sein lassen und rüberwechseln nach Baden-Württemberg. Im Gegensatz zum Oktoberfest müssen Influencer auf dem bald startenden Cannstatter Wasen in Stuttgart für ihre Social-Media-Inhalte in diesem Jahr nämlich keine Lizenzgebühr bezahlen.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Nach der Blitzoffensive – Wer sind die Huthi?

Sie kontrollieren seit Jahren Jemens Hauptstadt, schießen Raketen auf Handelsschiffe und bis nach Israel. Nun sind sie die Herren über eine der wichtigsten Wasserstraßen. Wie wurden sie so mächtig?