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Spiel um WM-Bronze

Wolfenbüttel und Belem: Wie die Basketballerinnen aufstiegen

Die Basketballerinnen bedanken sich nach dem Halbfinale.

Die Basketballerinnen bedanken sich nach dem Halbfinale. Foto: Andreas Gora/dpa

Dass Deutschlands Frauen um Basketball-Medaillen mitspielen, war vor fünf Jahren nicht absehbar. Spielerinnen wie Marie Gülich und Leonie Fiebich haben im Nationaltrikot auch andere Zeiten erlebt.

Von dpa 13.09.2026, 05:10 Uhr
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Berlin. Von der Nische ins Rampenlicht in wenigen Jahren: Wie haben die deutschen Basketballerinnen das geschafft? Selbst nach dem deutlichen 64:86 gegen Frankreich, bei dem sich Leonie Fiebich und Co. im Halbfinale ein Fehlerfestival leisteten, ist der historische Medaillencoup bei der Heim-WM in Berlin weiter in Reichweite.

Bronze bei einer Weltmeisterschaft - was vor wenigen Jahren utopisch klang, ist zum Abschluss des Turniers nur noch 40 Minuten entfernt. Heute (16.30 Uhr/Magentasport und ProSiebenMAXX) wartet im Spiel um Platz drei Spanien.

Wie sehr der deutsche Frauen-Basketball begeistert, zeigte sich auch und vor allem bei den Halbfinals am Samstag. 12.650 Zuschauer füllten die Halle, unter ihnen Basketball-Ikone Dirk Nowitzki sowie Nationalmannschaftskapitän Dennis Schröder, der die Männer in den vergangenen Jahren zu WM- und EM-Gold führte. 

Doch der Weg der Basketballerinnen in die ausverkaufte Berliner Arena war lang und geprägt von Rückschlägen. Ein Überblick in Spielorten:

Wolfenbüttel

Zwischen 2011 und 2023 qualifizierte sich das Team für kein einziges großes Turnier. Auf der Landkarte des Frauen-Basketballs war Deutschland quasi nicht existent. Viele Partien fanden mehr oder weniger unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Magentasport-Expertin Ireti Amojo erinnerte sich kürzlich noch einmal an die jüngere Vergangenheit.

„Da wurde in einer Schulturnhalle gespielt und es waren kaum mehr als 300 Leute da. Und das ist echt nicht lange her“, sagte Amojo über eine Partie, die 2023 mit 44:69 gegen Belgien verloren ging. Tatsächlich waren es zwar etwas mehr als 900 Fans, doch dass der Weg von der Lindenhalle in Wolfenbüttel so schnell zu Basketball-Festen mit über 10.000 Zuschauern in Berlin führen würde, war nicht absehbar.

Lisa Thomaidis leitete als Vorgängerin von Olaf Lange den Aufschwung ein. (Archivbild)

Lisa Thomaidis leitete als Vorgängerin von Olaf Lange den Aufschwung ein. (Archivbild) Foto: Heiko Becker/dpa

Ljubljana

Die Rückkehr auf die Turnierbühne gab es im Juni 2023 in Slowenien. Das deutsche Team mit Svenja Brunckhorst, die ein Jahr später Teil des sensationellen 3x3-Goldteams bei Olympia in Paris wurde, schaffte es unerwartet ins erste EM-Viertelfinale seit 1997. Siege über Slowenien und Großbritannien standen damals noch nicht zu erwarten.

Zwar erhielten Brunckhorst und Co. beim 42:67 im Viertelfinale eine Lehrstunde von Spanien, doch ein Anfang war gemacht. Nur drei Monate nach dem von Amojo beschriebenen Spiel in Wolfenbüttel waren die Basketballerinnen von Bundestrainerin Lisa Thomaidis plötzlich eine Meldung in der Tagesschau um 20.00 Uhr.

Svenja Brunckhorst war beim EM-Comeback dabei und gewann im 3x3 Olympia-Gold. (Archivbild)

Svenja Brunckhorst war beim EM-Comeback dabei und gewann im 3x3 Olympia-Gold. (Archivbild) Foto: Virginie Lefour/belga/dpa

Belem

Der nächste Meilenstein gelang im Februar 2024, als Satou Sabally und Co. im brasilianischen Belem die Qualifikation für Olympia vollendeten. „Unser Plan ist voll aufgegangen. Ich bin ein sehr glücklicher Präsident“, sagte Verbandsboss Ingo Weiss damals. Die bei der WM fehlende Sabally wurde zur Heldin, weil sie sich im entscheidenden Spiel mit einer Schulterverletzung durchkämpfte und mit 20 Zählern zur Matchwinnerin wurde.

Heroisch bei der Olympia-Quali: Satou Sabally. (Archivbild)

Heroisch bei der Olympia-Quali: Satou Sabally. (Archivbild) Foto: Marx Vasconcelos/dpa

Berlin

Was in Paris 2024 noch misslang, ist bei der Heim-WM in der Hauptstadt gelungen: Der Einzug ins Halbfinale und damit die Chance auf die historische erste Medaille für die Basketballerinnen. Die klare Schlappe gegen famose Französinnen im Halbfinale soll schnell abgehakt werden, um gegen Spanien Revanche zu nehmen.

Doch die 53:83-Schlappe zum WM-Auftakt interessiert Bundestrainer Olaf Lange gar nicht mehr. „Wir wollen die Bronze-Medaille holen, das ist Motivation genug“, sagte der 54-Jährige, der das Turnier in seiner Heimatstadt mit Edelmetall krönen könnte. Ein Erfolg ist die Heim-WM angesichts von mehr als 200.000 verkauften Tickets und dem überraschenden Halbfinal-Einzug schon vor dem letzten der zehn Turniertage.

Die Arena in Berlin war fast immer voll, wenn Deutschland spielte.

Die Arena in Berlin war fast immer voll, wenn Deutschland spielte. Foto: Andreas Gora/dpa

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