Zukunftssorgen lassen KI-Aktien in Asien absacken
Südkoreas Leitindex Kospi gab seit seinem Allzeithoch im Juni deutlich nach. Foto: Lee Jin-man/AP/dpa
Im Rennen um Innovationen und KI erleben Investoren in Asien schon länger ein Auf und Ab an den Märkten. Jüngst ließen Aussagen von Chefs großer Unternehmen wieder Sorgen aufkommen.
Seoul/Tokio/Shanghai. Eine überraschend hohe US-Inflation hat an den Börsen Asiens zu kräftigen Kursverlusten vor allem bei KI- und IT-Aktien geführt. Investoren blicken angesichts des Risikos eines weiter steigenden US-Leitzinses mit Sorge auf die hohen Bewertungen von KI-Unternehmen. Er sehe keine klassischen Gewinnmitnahmen, sondern eher Sorgen vor einer massiven Korrektur, kommentierte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.
Südkorea stehe im Zentrum des weltweiten Ausverkaufs im KI-Sektor, da die Finanzierungsprobleme von CoreWeave und die steigende Inflation in den USA die Sorgen über steigende Kreditkosten und die Nachhaltigkeit der KI-Ausgaben schürten, erklärte Hebe Chen, Analystin bei Vantage Global Prime, bei der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Aktienkurs des KI-Unternehmens CoreWeave war am Vorabend in New York eingebrochen angesichts wachsender Sorgen über die Schuldenlast des Konzerns.
Schon zuletzt hatten kritische Stimmen zur Finanzierung von KI für negative Stimmung gesorgt. Der Chef des US-amerikanischen Halbleiter- und Softwareunternehmens Broadcom, Hock Tan, hatte jüngst vor Finanzierungsproblemen beim Ausbau von Künstlicher Intelligenz gewarnt.
In diesem Umfeld geriet am Donnerstag der südkoreanische Kospi-Index besonders stark unter Druck. Er notierte zuletzt 8,6 Prozent im Minus. Der Abwärtstrend wurde angetrieben von Verlusten der großen südkoreanischen Techunternehmen. Die Aktien des Smartphonekonzerns Samsung und des Chipherstellers SK Hynix lagen zeitweise mit jeweils mehr als neun Prozent im Minus. Die beiden sind mit Abstand die größten Firmen im Kospi. Der Index liegt mittlerweile mehr als ein Drittel unter seinem Allzeithoch vom Juni.
Der japanische Leitindex Nikkei 225 knickte um 4,9 Prozent auf 64.425 Punkte ein. Hier gehörten ebenfalls Unternehmen aus der Tech-Branche zu den größten Verlierern des Tages. Die Börse in Taiwan gab ebenfalls nach. Der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong fiel um 1,4 Prozent, während der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten an Chinas Festlandbörsen um mehr als 2 Prozent nachgab.