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Tennis

Zverev locker ins Halbfinale der US Open - Becker überholt

Alexander Zverev feiert den Halbfinaleinzug.

Alexander Zverev feiert den Halbfinaleinzug. Foto: Adam Hunger/AP/dpa

Alexander Zverev ist in New York auf Titelkurs. Im Viertelfinale gelingt ihm ein souveräner Sieg - nun ist er erneut klarer Favorit. In einer herausragenden Saison überflügelt er sogar Boris Becker.

Von Florian Lütticke, dpa 10.09.2026, 04:35 Uhr
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New York. Alexander Zverev hat die nächste Pflichtaufgabe bei den US Open mit Bravour bestanden und ist locker ins Halbfinale eingezogen. Der Hamburger bezwang den niederländischen Außenseiter Botic van de Zandschulp mit 6:2, 7:5, 6:1. Damit braucht er nur noch zwei Siege für seinen ersten Triumph in New York.

„Ich bin froh, im Halbfinale zu sein, aber natürlich will ich noch weiterkommen“, sagte Zverev im Interview auf dem Platz. Gegen den Tennis-Weltranglisten-70. geriet er nur im zweiten Durchgang unter Druck: Er wehrte einen Satzball ab und setzte sich durch, ohne zu glänzen. Für den French-Open-Sieger war es der 23. Sieg dieser Saison bei einem Grand-Slam-Turnier - damit überholte er den bisherigen deutschen Rekord von Boris Becker (22).

„Mir gefällt, dass er lächelt“, sagte Tennis-Legende Becker als TV-Experte bei sporteurope.tv. „Er hat gewonnen, er ist im Halbfinale. Er hat das gemacht, was er machen muss. Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss.“

Auch Favorit gegen Chatschanow im Halbfinale

Zverev brauchte nur 2:17 Stunden für den dritten ungefährdeten Drei-Satz-Erfolg nacheinander. Die Nummer eins der Setzliste steht zum dritten Mal nach 2020 und 2021 im Halbfinale der US Open. Auch in das Duell mit dem nächsten Gegner Karen Chatschanow am Freitag (Ortszeit) geht er als großer Favorit. Auf dem Weg zum Olympiagold 2021 in Tokio hatte Zverev den Russen im Finale geschlagen.

Der 29-jährige Deutsche darf auf die Krönung eines herausragenden Jahres hoffen: Zum ersten Mal in seiner Karriere hat er in allen vier Grand-Slam-Turnieren mindestens das Halbfinale erreicht. „Er ist da, wo er ist, weil er es verdient hat“, sagte sein nächster Gegner Chatschanow. „Dieses Jahr hat er sich noch einmal gesteigert. Er hat seinen ersten Grand Slam gewonnen und stand auch im Finale von Wimbledon. Er ist wirklich in Topform.“

Viele Fehler von van de Zandschulp 

Gegen van de Zandschulp reichte Zverev eine abgeklärte und konstante Leistung. Der starke Aufschläger machte viele Punkte am Netz, besonders in langen Ballwechseln konnte er sich zudem meist auf Fehler seines Kontrahenten verlassen.

Während des Turniers hatten beide zuvor schon fast 14,5 Stunden auf dem Platz gestanden - die Strapazen waren aber vor allem dem Außenseiter anzumerken. Van de Zandschulp hatte sich in den beiden vorigen Runden jeweils in Fünf-Satz-Krimis weitergekämpft und wirkte zu Beginn etwas lethargisch.

Doch auch Zverev lieferte zu Beginn keine Gala, erlaubte sich alleine in seinen ersten beiden Aufschlagspielen drei Doppelfehler. Doch van de Zandschulp bestrafte dies nicht - er erlaubte Zverev vielmehr durch vier leichte Fehler das erste Break zum 2:3.

Schiedsrichter ermahnt murmelnde Zuschauer

Sinnbildlich für das maue Niveau des ersten Satzes: Im größten Tennisstadion der Welt, wo Ben Shelton und Carlos Alcaraz in der Nacht zuvor eine Show der Extraklasse abgeliefert hatten, ermahnte Schiedsrichter James Keothavong die murmelnden Zuschauer mehrfach zur Ruhe. „Es ist durchwachsen“, resümierte etwa Becker. Nach 37 Minuten machte Zverev den Gewinn des ersten Satzes perfekt.

Für einen Schmunzler sorgte der Hamburger beim Seitenwechsel. Zverev schien sich beim britischen Unparteiischen zu beschweren, dass er einen Schläger vermisse. Nach einiger Zeit fand er ihn in seiner eigenen Tasche - beide mussten lachen.

Zverev wehrt Satzball ab

Vor zwei Jahren hatte van de Zandschulp bei den US Open überraschend den Spanier Carlos Alcaraz in der Nightsession im Arthur Ashe Stadium geschlagen. Gegen Zverev arbeitete sich der Niederländer langsam in das Match hinein. Beim 2:3 sah sich Zverev dem ersten Breakball gegenüber, mit dem 34. Schlag in einem langen Ballwechsel machte van de Zandschulp jedoch einen Fehler. Auch einen Satzball vergab der Außenseiter leichtfertig. Stattdessen holte sich Zverev das Break und schaffte die 2:0-Satzführung.

Die Gegenwehr von van de Zandschulp war endgültig gebrochen. Ohne Makel brachte Zverev den Sieg nach Hause.

Es war das erste Aufeinandertreffen mit Botic van de Zandschulp.

Es war das erste Aufeinandertreffen mit Botic van de Zandschulp. Foto: Adam Hunger/AP/dpa

Karen Chatschanow ist der nächste Gegner für Zverev.

Karen Chatschanow ist der nächste Gegner für Zverev. Foto: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

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