Bayerns offensive Titelansage vor Duell mit Favoritenschreck
Der letzte Münchner Champions-League-Triumph fiel in die Corona-Zeit. Manuel Neuer reckt den Pokal in die Höhe. (Archivbild) Foto: Matthew Childs/Pool Reuters/AP/dpa
Viertelfinale 2025, Halbfinale 2026 - da liegt das Bayern-Ziel für das dritte Königsklassen-Jahr unter Trainer Kompany auf der Hand. Los geht’s aber mit einem Heimspiel gegen einen speziellen Gegner.
München. Ob Vincent Kompany, Harry Kane oder Manuel Neuer: Selten haben sie beim FC Bayern München noch vor dem Anpfiff des ersten Spiels in der Champions League so offensiv und so entschlossen vom Titelgewinn gesprochen. Nach dem Motto: Brust raus! Diesmal sind wir dran!
„Bayern München gehört zu diesen zehn Mannschaften in Europa, die immer das Ziel haben müssen, die Champions League zu gewinnen. Und ich finde es immer gut, dass man das deutlich ausspricht und sich nicht zu viel versteckt“, sagte Kompany vor dem Start in die Ligaphase an diesem Donnerstag (21.00 Uhr/DAZN) gegen den letztjährigen Favoritenschreck FK Bodö/Glimt.
Brust raus: Die Bayern und Trainer Vincent Kompany haben ein klares Ziel vor Augen. (Archivbild) Foto: Fabian Strauch/dpa
Es muss in der Saison-Vorbereitung einen Kabinenschwur gegeben haben. Viertelfinale 2025, Halbfinale 2026 - da kann im dritten Kompany-Jahr nur das Finale am 5. Juni 2027 in Madrid die Weiterentwicklung sein. „Wir gehen jetzt in diese Saison und sagen: Es muss unser Jahr werden“, verkündete Torjäger Harry Kane mit Blick auf den internationalen Titel, der ihm weiterhin fehlt.
Ein dritter Triumph würde Neuer „alles bedeuten“
Und Kapitän Neuer? Der saß rund 33 Stunden vor seinem 162. Einsatz in Europas Eliteliga im vollen Presse-Stüberl auf dem Vereinsgelände auf dem Podium und verriet, dass ihm ein dritter Triumph nach 2013 und 2020 zum Karriereende „alles bedeuten würde“. Es ist seine letzte Bayern-Mission.
„Ich weiß, dass alles drin ist mit der Mannschaft, dem Trainerteam und dem Spirit, den wir haben. Wir haben den Willen und die Motivation in unserer Mannschaft, ins Finale einzuziehen und Champions-League-Sieger zu werden“, sagte Neuer.
Die Erfahrungen der ersten Kompany-Spielzeiten sieht der 40-Jährige sogar als hilfreich an. „Wir haben bittere Niederlagen und Enttäuschungen erlebt“, erinnerte er insbesondere an das Halbfinal-Aus gegen Paris Saint-Germain. „Aber ich glaube, das ist für uns nochmal eine Extraspritze an Motivation.“
Vor dem Norwegen-Doppelpack zum Start in die 30. Münchner Königsklassen-Saison gegen Bodö/Glimt und am 13. Oktober bei Viking Stavanger verfällt Kompany aber zunächst wieder in den Modus, nur noch von Spiel zu Spiel zu denken. „Der Weg Richtung Finale ist noch sehr lange“, bemerkte der Coach.
Norwegens Fußball rudert auf einer Euphoriewelle
Und die Fallhöhe gegen Bodö/Glimt ist durchaus hoch. Norwegens Fußball erlebt gerade ein fantastisch anmutendes Hoch. Bei der Weltmeisterschaft in Amerika zählten die Wikinger um Torjäger Erling Haaland zu den absoluten Sympathieträgern. Das ganze Land ruderte auf einer Erfolgswelle.
In der Kleinstadt Bodö, rund 80 Kilometer nördlich des Polarkreises, herrschte schon in der vergangenen Spielzeit Euphorie. Das Team von Langzeit-Trainer Kjetil Knutsen mit dem Ex-Frankfurter Jens Petter Hauge überstand erst mit Sensationssiegen gegen Manchester City und Atlético Madrid die Ligaphase. Und zog dann gegen Inter Mailand sogar in das Achtelfinale ein.
Kompany liebt solche Fußball-Geschichten. Er schwärmt von Bodös Aufstieg in Europa. Und von einer Mannschaft, die kämpfen, arbeiten und vor allem rennen könne. „Und sie haben keine Angst vor großen Namen“, ergänzte Neuer als Erkenntnis aus dem Vorjahr. „Wir werden sie nicht unterschätzen.“
Superstarter FC Bayern - und ein besonderes Omen
Aber natürlich spricht nahezu alles für einen Münchner Auftaktsieg, zumal daheim. Neuer nannte es ein „Plus“, dass man nicht auswärts im Aspmyra Stadion auf Kunstrasen antreten müsse. Die beim 0:0 auf Schalke zunächst geschonten Offensivstars Kane und Michael Olise werden wieder beginnen. Und Nationalspieler Serge Gnabry steht vor seiner Rückkehr in den Kader.

Der nächste Rückkehrer: Serge Gnabry. (Archivbild) Foto: Harry Langer/dpa
Dazu kommt eine Serie: Die Bayern haben die vergangenen 22 Auftaktspiele in der Königsklasse gewonnen - Rekord. Dazu kommt ein besonderes Omen. Sie trafen zuletzt in der Saison 2000/01 auf ein norwegisches Team: Rosenborg Trondheim. In der Gruppenphase gab es am 2. Spieltag in München ein 3:1. Und am Ende stand der Titelgewinn in Mailand.