24.12.2019, 15:00
Jahresrückblick: Der große Schreck nach dem Feuer in der Schule

Die Versicherung hat 30.000 Euro gezahlt, der Schaden in zwei Räumen ist behoben. Man sieht nichts mehr, aber vergessen wird die Schule Oldendorf den 12. September nicht. Wegen einer Brandstiftung musste das Zentrum evakuiert werden, drei Tage lang fiel der Unterricht aus.

Das Feuer, das auch ganz schrecklich hätte ausgehen können, hat vieles gelehrt: Die Wehren waren zügig zur Stelle. Dank der sozialen Medien waren Eltern schnell informiert. Die Räumung lief komplikationslos. Auch danach hatten Schule und die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten als Träger die Situation im Griff. Andere Beteiligte wie Gutachter und Versicherer zogen mit. Und es gab eine tolle Hilfsbereitschaft. So war es für die Porta-Coeli-Schule in Himmelpforten selbstverständlich, dass sie die Aufnahme der älteren Jahrgänge aus Oldendorf anbot.

Was so nüchtern klingt, war von heftigen Emotionen begleitet und kostete viel Energie. Am Montag „danach“ ist Rektorin Julia Laing, Konrektorin Lena Korte und dem didaktischen Leiter Ralph Bonz von der Schulleitung sowie Samtgemeindebürgermeister Holger Falcke beim Pressegespräch der Schreck noch ins Gesicht geschrieben. Sie sind unendlich erleichtert, dass es bei drei Kindern „nur“ zu leichten Rauchvergiftungen gekommen ist. In der Schule stinkt es noch verräuchert, gefährlich und gesundheitsgefährdend sind die Rußpartikel. Deswegen muss der Bereich abgeschottet und saniert werden. Deswegen war und ist der Zutritt zum Schulgebäude auch für Lehrkräfte vorerst verboten.

Täter noch nicht ermittelt

Wie die Sperrung und Sanierung ablaufen soll, ist am Montagmittag in großer Runde im Mehrzweckraum der Sporthalle abgesprochen worden. Jetzt stellen sich noch die vielen Fragen rund um den Unterricht: Soll der Wandertag der Vierten stattfinden? Wie gelingt es, den Busverkehr nach Himmelpforten ins Ausweichquartier zu organisieren? Was schreibt man auf die Homepage?

Wochen später wird Holger Falcke bei offiziellen Anlässen das gute Zusammenspiel aller Beteiligten loben. Und niemand, wirklich niemand wünscht sich, dass das in ähnlicher Situation noch einmal auf die Probe gestellt wird.

Die Polizei in Stade hat die Täter noch nicht ermitteln können, schließt aber nicht aus, dass ihr das noch gelingt. Eine zweite Frage wäre die Strafmündigkeit. Kinder unter 14 Jahren sind es nicht.

Mein Moment 2019

Redakteurin Jutta Eidtmann erlebte nach dem Feuer am 12. September im Schulzentrum Oldendorf ein souveränes Krisenmanagement – trotz aller Erschütterung.

Alle Artikel zum Jahresrückblick gibt es unter: www.tageblatt.de/specials/jahresrueckblick

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