26.12.2019, 09:00
Jahresrückblick: Wo Sterneneltern in Jork Hilfe bekommen

Kinder, die vor oder kurz nach der Geburt sterben, werden Sternenkinder genannt. Eltern finden Hilfe beim Sterneneltern-Treff in Jork. Gruppenleiterin Lisa Acke hat selbst zwei Kinder verloren. Beim Interview zu diesem schwierigen Thema war sie eine tolle Gesprächspartnerin.

Ein Volontär oder Redakteur beim TAGEBLATT hat ganz verschiedene Themen und Termine in seinem Kalender stehen: die spannenden, die Aufreger, das Tagesgeschäft mit Ratssitzungen und Co oder die Termine, die wir im Redaktionsjargon Chronistenpflicht nennen. Leider zu kurz kommen oft die „schönen Geschichten“. Und dann gibt es Themen, die eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit verdienen. Unter letztere Kategorie fällt das Interview mit Lisa Acke, der Leiterin des Sterneneltern-Treffs in Jork.

Sterneneltern sind Mama und Papa von Kindern, die vor oder kurz nach ihrer Geburt verstorben sind. Lisa Acke selbst ist Sternenmama, hat zwei Kinder verloren. Harter Tobak, aber vor allem eine herzzerreißende Geschichte. Es passiert schnell, dass manche Themen dem Tagesgeschäft zum Opfer fallen und immer weiter nach hinten geschoben werden. Genau das passierte mit dem Interview, das ich ursprünglich anlässlich des zweijährigen Bestehens im Oktober führen wollte. Aber was mir eigentlich noch wichtiger war: Ich wollte dieses Interview nicht zwischen Tür und Angel führen, sondern Zeit für Lisa Acke mitbringen und nicht sofort weiter zum nächsten Termin hetzen.

Intensive Vorbereitung

Bewaffnet mit einem Fragenkatalog ging es dann Mitte November zum Interview bei Lisa Acke zu Hause in Jork. Die Vorbereitung auf das Gespräch war intensiv, eben jenen Fragenkatalog hatte ich gefühlt viermal über den Haufen geworfen. Gerade bei einem solch sensiblen Thema wollte ich nicht die falschen Fragen stellen. Schließlich wusste ich auch nicht, wie offen Lisa Acke mit mir über das Thema sprechen würde. Da sie sich zum Interview bereit erklärte, sollte das eigentlich kein Problem sein, aber man weiß ja nie. Wie sich herausstellte, war Lisa Acke eine tolle Gesprächspartnerin, die ungeschönt über ihre Gefühlswelt erzählte.

Sie sprach mit mir über ihre eigenen Erlebnisse, die Erfahrungen aus der Gruppe und wie andere mit dem Verlust eines Kindes umgehen. Sie selbst habe inzwischen damit abgeschlossen, hat heute zwei gesunde Kinder. Die junge Frau hatte eine ansteckende positive Ausstrahlung. Es war beeindruckend zu hören, wie sie über ihren Verlust spricht und wie sie darüber hinweggekommen ist.

Fleißigen Lesern wird aufgefallen sein: „Das Interview habe ich doch noch gar nicht gelesen.“ Stimmt, denn das Interview mit Lisa Acke erscheint erst in den kommenden Tagen. Ein Gespräch, das bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Mein Moment 2019

TAGEBLATT-Volontär Mario Battmer traf Lisa Acke, Leiterin des Sterneneltern-Treffs, zum Interview. Ihre offene und positive Art bei dem Thema hat ihn beeindruckt.

Alle Artikel zum Jahresrückblick gibt es unter: www.tageblatt.de/specials/jahresrueckblick

Leserbrief
Kommentare


Weitere Topthemen aus der Region:
  • 01.01.2020,
    Jahresrückblick: Drei Schwangerschaften beim BSV
    Mehr
  • 01.01.2020,
    Jahresrückblick: Ein Unglück als Ventil für Hass und Hetze
    Mehr
  • 01.01.2020,
    Jahresrückblick: Die pure Freude auf dem Platz
    Mehr
  • 01.01.2020,
    Jahresrückblick: B 3 neu rasant geplant
    Mehr
  • 31.12.2019,
    Jahresrückblick: Politik dreht Ehrenrunde in Sachen Grundschule
    Mehr
  • 31.12.2019,
    Jahresrückblick: Jubel und Fremdschämen
    Mehr
  • 31.12.2019,
    Jahresrückblick: Plötzlich im Mittelpunkt
    Mehr
  • 30.12.2019,
    Jahresrückblick: Sturm im Wasserglas im Norden
    Mehr
  • 30.12.2019,
    Jahresrückblick: Der große Moment des Harm Wiebusch
    Mehr
  • 30.12.2019,
    Jahresrückblick: Protest gegen Elbvertiefung
    Mehr