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Fluglärm: Neue Grenzwerte der WHO

Geplagte Anwohner in Hamburg und im Umland klagen seit Jahren über Fluglärm und fordern ein verschärftes Nachtflugverbot. Doch während der Hamburger Senat die Forderungen zurückweist, erhalten die Fluglärmgegner jetzt Rückendeckung von der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Freitag, 12.10.2018, 16:28 Uhr

Die WHO hat jetzt erstmals seit 2009 neue und strengere Leitlinien für Umgebungslärm veröffentlicht. Für Fluglärm empfiehlt die WHO, dass der Dauerschallpegel am Tag auf weniger als 45 Dezibel (leichter Regen) und in der Nacht auf weniger als 40 Dezibel reduziert werden sollte, weil Fluglärm oberhalb dieser Werte mit schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen verbunden sei. Die Leitlinien lassen keinen Zweifel daran, dass Lärmbelastung zu den wichtigsten umweltbedingten Gefahren für die körperliche und psychische Gesundheit zählt.

Nach Messungen des BUND Hamburg an zwölf offiziellen Messstellen von 2013 bis 2017 werde der Tagesgrenzwert der WHO von 45 Dezibel nur an einer Messstelle eingehalten, sagt Martin Mosel, Sprecher der Bürgerinitiativen für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW). In der Nacht seien es bei 40 Dezibel „immerhin vier von zwölf Messstellen, die den Grenzwert einhalten“. Der BAW sieht sich durch die WHO bestätigt: „Der Flugbetrieb nach 22 Uhr muss in Hamburg heruntergefahren und das Ende der Betriebszeit um 23 Uhr regelhaft durchgesetzt werden“, sagt Mosel. Die Leitlinien sind jedoch nicht bindend. Sie verstehen sich als Empfehlung an die Politik.

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