Zähl Pixel
Bedarfsermittlung

TNeubau oder Sanierung? Buxtehuder Grundschulen kommen auf den Prüfstand

In Altkloster könnte es künftig eng werden . Fotos: Frank/Wisser

In Altkloster könnte es künftig eng werden . Fotos: Frank/Wisser

Kein Neubau einer siebten Grundschule, aber massive Investitionen in die vorhandenen Standorte bei steigenden Schülerzahlen. Auch der mögliche Abriss und Neubau einer Schule ist Thema. So kann die Zukunft der Buxtehuder Grundschulen aussehen.

Von Karsten Wisser Freitag, 26.11.2021, 06:00 Uhr

„Wir haben noch keine verlässlichen Zahlen, aber ich gehe davon aus, dass wir ohne den Neubau der siebten Grundschule ausbauen“, sagt Katja Oldenburg-Schmidt. Die Buxtehuder Bürgermeisterin reagiert damit auf Spekulationen, dass durch Zuzüge und den Geburtenanstieg so viele Kinder an den Schulen für die Erst- bis Viertklässler untergebracht werden müssen, dass die vorhandenen Schulen dafür nicht ausreichen.

„Unsere Augenmerk wird darauf liegen, dass die vorhandenen Standorte in einen sehr guten Zustand versetzt werden“, beschreibt die gerade wiedergewählte Verwaltungschefin und höchste Repräsentantin der Stadt ihre Erwartungen für die Zukunft der Grundschulen. Die Diskussion um einen Neubau war durch die zahlreichen Neubaugebiete und den Geburtenanstieg von zehn Prozent ausgelöst worden. Dazu kommt, dass das neue Ganztagsförderungsgesetz ab 2026 weiteren Bedarf schafft. Zu diesem Zeitpunkt werden die Grundschulen mit der ersten Klasse beginnend Ganztagsschulen.

Fast Grundschulen mit vier ersten Klassen

Die Grundschulen sind in diesem Schuljahr alle mit vier Klassen im ersten Schuljahr gestartet. Ausnahmen sind die Grundschule Hedendorf, die Außenstelle der Grundschule Altkloster ist, und die Grundschule Neukloster, die jeweils mit einer Klasse gestartet sind. Die erste Klasse der Außenstelle Ottensen ist größer als im Vorjahr. Gegenüber dem Vorjahr sind 44 zusätzliche Kinder in den Buxtehuder Grundschulen aufgenommen worden (2020: 1475 / 2021: 1519).

Rechnerisch gibt es an allen vier Grundschulen im Innenstadtgebiet noch Platzreserven. Grundschulklassen dürfen höchstens 26 Schüler stark sein. Das bedeutet, dass in einem Jahrgang 104 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden dürfen. Pro Schule ergibt das von der ersten bis zur vierten Klasse eine Höchstzahl von 416 Schülern. Aktuell erreicht keine Grundschule diesen Wert. Die meisten Grundschüler – 375 – werden an der Grundschule Stieglitzweg unterrichtet. Auf den Plätzen folgen die Grundschulen Am Rotkäppchenweg (346), Harburger Straße (338) und Altkloster (325). Außerdem ist es möglich, Schulen auch vorübergehend mit fünf Klassen pro Jahrgang zu unterrichten.

Prozesse sollen Bedarf herausfinden

Um den genauen Bedarf zu ermitteln, laufen aktuell zwei Prozesse parallel. Ein externes Büro stellt eine Prognose über die Einwohnerentwicklung der Stadt auf. Durch die Neubaugebiete Giselbertstraße, Orchideenquartier am Westmoor und Bahnstraße wird die Stadt wachsen. Die Analyse soll dabei auch feststellen, was das für die Schülerzahlen bedeutet, und das auch mit Blick auf die einzelnen Schuleinzugsbereiche. Sollten die Einzugsbereiche nicht verändert werden, würden zum Beispiel die Kinder aus den Neubaugebieten Giselbertstraße und Orchideenquartier die Rotkäppchenschule besuchen. Das wird in der Praxis nicht funktionieren, ohne dass die Einzugsbereiche verändert werden.

Außerdem läuft an den Grundschulen die sogenannte Phase null. Das bedeutet, dass die Grundlagen für eine qualitativ gute Bildungsinfrastruktur erarbeitet werden. Aspekte sind neue Formen des Lehrens und Lernens, die Rhythmisierung des Schultages, Verlässlichkeit, Qualität und Kooperationen.

Viel Sanierungsbedarf

Am Ende werden die Ergebnisse übereinandergelegt und mit der vorhandenen Infrastruktur abgeglichen. Auch ohne Bau einer neuen Grundschule ist das brisant. „Wir haben an allen Grundschulen mehr oder weniger großen Sanierungsbedarf“, sagt Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt. Bekannt ist, dass sich zum Beispiel Teile der Grundschule Altkloster in einem schlechten baulichen Zustand befinden. Das gilt besonders für die Sporthalle. Die Bürgermeisterin hatte öffentlich schon im Rahmen einer Zukunftswerkstatt für den Buxtehuder Süden von einer neu gestalteten Grundschule in Altkloster gesprochen.

Zwei Wohngebiete sorgen für hohen Zuwachs am Rotkäppchenweg.

Zwei Wohngebiete sorgen für hohen Zuwachs am Rotkäppchenweg.

Der Grünen- Gegenkandidat Michael Lemke hatte bei der Bürgermeisterwahl sogar schon den Abriss der alten Schule und einen Neubau ins Gespräch gebracht. Tatsächlich gibt es bei der Umsetzung der Maßnahmen auch eine Wirtschaftlichkeitsprüfung, die in der Vergangenheit wie bei der Halle Nord schon das Ergebnis erbracht hat, dass ein Neubau günstiger ist als eine Sanierung der alten Bausubstanz. Das gilt besonders, weil sich die Stadt verpflichtet hat, den eigenen Gebäudebestand nach modernsten energetischen Maßstäben auszubauen.

Klar ist, dass im kommenden Jahr massiv an der Grundschule Am Rotkäppchenweg gebaut werden soll. Die Schule bekommt eine neue Zweifeldsporthalle.

Weitere Themen

Weitere Artikel
Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.