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Buxtehude

TPfingstmarkt in Neukloster wird erneut abgesagt

Der Pfingstmarkt in Buxtehude-Neukloster. Foto Vasel

Der Pfingstmarkt in Buxtehude-Neukloster. Foto Vasel

Gern hätten die Verantwortlichen des Heimatvereins Neukloster wieder zusammen mit über hundert Schaustellern den größten Pfingstmarkt des Nordens auf die Beine gestellt. Doch daraus wird coronabedingt auch dieses Jahr nichts.

Samstag, 10.04.2021, 19:30 Uhr

Das teilte der Heimatverein Neukloster am Sonnabend mit. Im vergangenen Jahr war das Volksfest, bei dem sonst mehr als 130 Schausteller ihre Buden aufbauen, schon einmal der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. „Die pandemische Lage lässt uns keine andere Wahl“, bedauert der 1. Vorsitzende des Heimatvereins, Ralf Meyer, die Entscheidung. „Wir wissen, dass alle gern gefeiert hätten, aber das Risiko einer solchen Großveranstaltung ist einfach zu hoch.“ Rund 100.000 Gäste lockte der Pfingstmarkt durchschnittlich in den vergangenen Jahren mit seinen Fahrgeschäften und Buden nach Neukloster. Das gute Verhältnis zu den Schaustellern habe den Verantwortlichen die Entscheidung nicht leichter gemacht.

Jubiläum soll gefeiert werden

Nun hoffen alle, dass 2022 der Pfingstmarktplatz,  der Bereich auf der B 73 bis hinunter in die Bergstraße und die Straße am Feuerwehrgerätehaus wieder zur Festmeile werden können. Als Veranstalter des Markttreibens könnte der Heimatverein Neukloster im nächsten Jahr nämlich sein 50-jähriges Jubiläum feiern. Ralf Meyer blickt optimistisch in die Zukunft: „Nicht nur wegen des zweijährigen Ausfalls werden wir uns dann sicherlich einige Besonderheiten einfallen lassen.“

Volksfest mit Tradition

Dass in Neukloster der größte Pfingstmarkt im Norden entstanden ist, das ist einer geschäftstüchtigen Frau zu verdanken. Weil der Mann von Margarete Lühmann als Waldarbeiter nicht viel verdiente, verkaufte sie sonntags Kaffeebrot und Schnecken an Ausflügler. Klar, dass sie zu Pfingsten auch vor der „Waldlust“ (ehemals Jähnichen) stand. Damit nahm die Erfolgsgeschichte ihren Lauf.

Steil bergauf ging es ab 1881. Das Dorf Neukloster bekam mit der Eisenbahnlinie Hamburg-Cuxhaven einen Bahnhof, die Hedendorfer Großbauern hatten diesen aus Angst vor der Sozialdemokratie verschmäht. Sogar Sonderzüge ließ die Reichsbahn anrollen. Attraktionen wie ein von Pferden angetriebenes Karussell machten Station. Traditionell marschierten Altländer mit Blasmusik oder fuhren auf geschmückten Wagen zum Frühtanz.

1904 zählte der Pfingstmarkt schon mehr als 10.000 Besucher, heute sind es bis zu 100.000. In den 1920er Jahren begann die Motorisierung. Seit den 1930er Jahren wurde der Platz mehrfach in den Forst hinein erweitert. Seit der Gemeindereform von 1972 führt der Heimatverein Neukloster auf dem Markt die Regie. 

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