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Handball

TVfL Horneburg erwischt Hammergruppe in der A-Jugend-Bundesliga

So schön haben die Horneburger gejubelt , als sie sich im Jahr 2020 das Ticket für die Jugend-Bundesliga gesichert haben. Foto: Scholz

So schön haben die Horneburger gejubelt , als sie sich im Jahr 2020 das Ticket für die Jugend-Bundesliga gesichert haben. Foto: Scholz

Die Handballer des VfL Horneburg bereiten sich seit einer Woche auf die neue Saison in der A-Jugend-Bundesliga vor. Wer die Gegner sind, welche Chancen sich der VfL ausrechnet und wie der Kader aufgestellt ist – das TAGEBLATT beantwortet die wichtigsten Fragen.

Von Tim Scholz Donnerstag, 05.08.2021, 16:03 Uhr

In welchem Modus wird die Saison 2021/22 der A-Jugend-Bundesliga ausgetragen?

Die 48 Mannschaften spielen zunächst eine Vorrunde, in der es acht Gruppen mit jeweils sechs Mannschaften gibt. Jeder Klub bestreitet fünf Partien in einer einfachen Runde. Das heißt, dass einige Mannschaften drei und andere nur zwei Heimspiele bestreiten. Daher hat der DHB das Heimrecht ausgelost.

Was bedeutet das für den VfL Horneburg?

Die Horneburger A-Jugend trifft in der Staffel 1 auf die SG Flensburg-Handewitt, GWD Minden, HC Rostock, TSG Altenhagen-Heepen (bei Bielefeld) und einen noch nicht bekannten Qualifikanten. „Flensburg und Minden sind bärenstarke Gegner, aber ich würde nicht sagen, dass wir chancenlos sind“, sagt Trainer Stefan Hagedorn. In der vergangenen Saison kassierte der VfL noch klare Niederlagen gegen diese beiden Teams.

Wie wird der Qualifikant ermittelt?

Der Qualifikant kommt aus dem Bereich Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Dies wird in einer Aufstiegsrunde ausgespielt, unter anderem zwischen Bad Schwartau Lübeck, Schwerin und einem Vertreter aus Berlin.

Und das Heimrecht?

Der VfL Horneburg hat genau wie Flensburg-Handewitt und der Qualifikant drei Heimspiele zugelost bekommen. Zum Saisonstart am 11. September (19.30 Uhr) empfängt die Mannschaft zunächst GWD Minden in der Halle an der Hermannstraße. Danach folgen zwei Auswärtsspiele in der Flensburger Wikinghalle (19. September) und beim Qualifikanten. Die Vorrunde schließt der VfL mit zwei Heimspielen ab: am 2. Oktober gegen Altenhagen und am 9. Oktober gegen Rostock. Die anderen drei Teams müssen demnach einmal mehr auswärts spielen. Wie viele Zuschauer in Horneburg zugelassen sein werden, ist noch nicht klar.

Wie geht es nach der Vorrunde weiter?

Da wird es etwas komplizierter: Die beiden Ersten jeder Vorrundengruppe, also insgesamt 16 Teams, qualifizieren sich für die Deutsche Meisterschaft und ziehen in die Hauptrunde A ein; diese Teams spielen in einer Hin- und Rückrunde gegeneinander und sind automatisch für das Sechzehntelfinale qualifiziert. Die Dritt- bis Sechstplatzierten jeder Vorrundengruppe stehen in der Hauptrunde B und spielen in vier Achtergruppen ebenfalls in Hin- und Rückrunde gegeneinander. Von diesen 32 Mannschaften ziehen 16 Teams – die Erst- bis Viertplatzierten jeder Staffel – ebenfalls ins Sechzehntelfinale ein. Für die Mannschaften auf den Plätzen fünf bis acht jeder Gruppe der Hauptrunde B ist die Saison in der Jugendbundesliga beendet.

Wie läuft die K.o.-Runde ab?

Das Sechzehntelfinale wird mit jeweils 16 Teams aus der Hauptrunde A und B ausgetragen – in Hin- und Rückspiel. Die Sieger ziehen ins Achtelfinale ein und sind automatisch für die Saison 2022/23 qualifiziert. Viertel- und Halbfinale sowie das Endspiel werden ebenfalls in Hin- und Rückspiel ausgetragen. Dem DHB geht es darum, den Mannschaften aus leistungssportlicher Sicht wieder möglichst viele Spiele auf einem annähernd gleichhohen Niveau zu ermöglichen.

Und was ist mit den Verlierern des Sechzehntelfinals?

Für diese 16 Mannschaften geht es im sogenannten DHB-Pokal der männlichen A-Jugend weiter. Über Achtel- und Viertelfinale werden – jeweils in Hin- und Rückspiel – die vier Teilnehmer für das Final-Four-Turnier um den DHB-Pokal ermittelt. Diese vier Teams sind ebenfalls automatisch für die Saison 2022/23 qualifiziert. Dann soll auch wieder im „alten“ Modus mit nur 40 Mannschaften gespielt werden.

Wo ist der VfL Horneburg einzuordnen?

Mit Flensburg und Minden haben die Horneburger Talente zwei Spitzenteams in die Vorrundengruppe gelost bekommen. „Insgesamt gehen wir optimistisch in die Spielzeit, da wir wissen, dass unser 2003er-Jahrgang eine starke Mannschaft ist“, sagt Hagedorn. „Ich glaube, dass wir gegenüber den nachrückenden 2004ern erfahrener und körperlich überlegen sind.“ Sollte der VfL von langfristigen Ausfällen verschont bleiben, könne das Team eine gute Rolle in der Jugendbundesliga einnehmen. Ziel ist das Sechzehntelfinale. „Wichtig ist auch, dass wir den Jungs den letzten Schliff für den Männerbereich geben“, sagt Hagedorn.

VfL-Trainer Stefan Hagedorn. Foto: Berlin

VfL-Trainer Stefan Hagedorn. Foto: Berlin

Wie läuft die Vorbereitung?

Der VfL Horneburg ist am vergangenen Sonnabend mit „voller Vorfreude“ auf die neue Saison in die sechswöchige Vorbereitung gestartet, sagt Hagedorn. Die Mannschaft trainiert nahezu jeden Tag, der Donnerstag ist für die Regeneration vorgesehen. „Nach ein bis zwei Wochen geht es darum, am Spielsystem zu feilen“, sagt Hagedorn. In der Abwehr gehe es nur um Nuancen, bei Gegenstößen hingegen müsse sich die Mannschaft verbessern.

Wie wirken sich die Sommerferien aus?

Die Ferien begannen in Niedersachsen so spät, dass der Einstieg in die Vorbereitung für Teams aus Schleswig-Holstein und Hamburg deutlich einfacher gewesen sein dürfte, sagt Hagedorn. „Diese Teams können fünf, sechs Wochen am Stück in voller Mannschaftsstärke durchtrainieren.“ Beim VfL sind noch einige Spieler im Urlaub.

Sind Testspiele geplant?

Ja. Der VfL bestreitet fünf Vorbereitungsspiele. Vor dem Saisonstart geht es gegen die A-Jugend des HSV Handball, Hannover-Anderten und Verden. Außerdem sind Tests gegen die Männer-Oberligisten Achim-Baden und Stadtoldendorf geplant.

Wie sieht es personell beim VfL aus?

Die Mannschaft hat sich leicht verändert. Lasse Cloppenburg kommt aus Lüneburg und verstärkt den VfL am Kreis. „Er könnte ein wichtiger Faktor im Defensivverhalten werden“, sagt Hagedorn. Torhüter Bjarne März wechselt vom Buxtehuder SV nach Horneburg und bildet ein Gespann mit Kjell Motzkus und Torben Rodat. Lukas Meister, Linksaußen und Rückraum Mitte, kommt vom AMTV Hamburg und soll an das Niveau der Bundesliga herangeführt werden.

Und das Trainerteam?

B-Lizenzinhaber Florian Jungclaus unterstützt als Teammanager die Trainer Stefan Hagedorn und Carsten Brinkmann.

Wer ist gegangen oder noch verletzt?

Lasse Heitmann, Linus Pfenning und Tim Niklas Kleinknecht sind altersbedingt in die Horneburger Männermannschaft aufgerückt. Colin Dorka hat den Verein verlassen. Verletzte gibt es keine. Insgesamt startet die Horneburger A-Jugend mit 18 Spielern in die neue Spielzeit.

Was bedeutet die A-Jugend-Bundesliga für den VfL Horneburg?

„Das soll ein Erlebnis sein“, sagt Hagedorn, „die Jungs können sich mit dem Who’s who des deutschen Handballsports messen und sehen, wo sie stehen“, und das im Jahr des 50-jährigen Abteilungsjubiläums. Der VfL Horneburg hatte in der vergangenen Saison zum ersten Mal den Aufstieg in die A-Jugend-Bundesliga geschafft. Die Saison war nach einigen Spieltagen coronabedingt für den VfL beendet.

Ole Hagedorn gehört zu den besten Torschützen der Jugend-Handball-Bundesliga. Foto: Scholz/privat

Ole Hagedorn gehört zu den besten Torschützen der Jugend-Handball-Bundesliga. Foto: Scholz/privat

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