So profitieren Familien vom Baukindergeld

LANDKREIS. Mit dem Baukindergeld will der Staat mehr Familien in die eigenen vier Wände bringen. Bis zu 12.000 Euro Zuschuss zahlt er pro minderjährigem Kind. Wer die staatliche Förderung bekommt und wie man sie beantragt.


Von Julia Balzer

In diesem Artikel:

 

Wer bekommt Baukindergeld?

Familien und Alleinerziehende, die seit dem 1. Januar 2018 eine Eigentumswohnung oder ein Haus gekauft oder gebaut haben (bei Neubauten gilt der Tag, an dem die Baugenehmigung erteilt wurde) beziehungsweise den Kauf oder Bau planen, dürfen sich über das Baukindergeld als neues staatliches Fördermittel freuen – sofern sie diese Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie erwerben zum ersten Mal eine Immobilie.
  • Sie haben mindestens ein Kind unter 18 Jahre, das in das Eigenheim mit einzieht.
  • Das Jahreshaushaltseinkommen übersteigt 90.000 Euro nicht. Diese Einkommensgrenze gilt für Familien mit einem Kind; jedes weitere Kind erhöht die Einkommensgrenze um 15.000 Euro.

Wie funktioniert das mit der Berechnung des Einkommens?

Die Berechnung des zulässigen Jahreshaushaltseinkommens in Höhe von 90.000 Euro (mit einem Kind) richtet sich nach den durchschnittlichen Einkünften des zweiten und dritten Jahres, bevor der Antrag bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau eingegangen ist.

Ein Rechenbeispiel:

Eine Familie mit zwei Kindern, drei und sechs Jahre alt,  kann mit einer Förderung von 24.000 Euro (2 x 12.000 Euro) rechnen, sofern das jährliche Haushaltseinkommen 105.000 Euro (75.000 Euro + 15.000 Euro pro Kind) nicht übersteigt. 

Wie wird die Baukindergeldförderung beantragt?

Das Baukindergeld kann online, auf der Internetseite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), unter www.kfw.de/zuschussportal beantragt werden. Familien, deren Antrag bewilligt wurde, erhalten zehn Jahre lang jedes Jahr 1200 Euro Zuschuss pro Kind – insgesamt also 12.000 Euro. Das Geld steht demnach nicht in einer Summe zur Verfügung. Wichtig: Wer aus der Immobilie auszieht, weil er sie verkauft oder vermietet, verliert den Anspruch auf Baukindergeld – die Zahlungen werden eingestellt.

Die staatliche Förderung ist zeitlich begrenzt

Bis spätestens zum 31. Dezember 2020 muss der Kaufvertrag unterschrieben beziehungsweise die Baugenehmigung erteilt worden sein. Der Antrag auf Baukindergeld kann letztmalig am 31. Dezember 2023 gestellt werden. Außerdem ist zu beachten, dass die Antragsstellung innerhalb von drei Monaten nach Einzug erfolgt.

Was sagen unabhängige Experten?

Die Verbraucherzentrale Hamburg rät auf ihrer Internetseite: „Prinzipiell spricht nichts dagegen, das Baukindergeld mitzunehmen, wenn die Finanzierung solide ist. Eine maßgebliche Größe bei der Entscheidung für den Kauf einer Immobilie sollte der neue Zuschuss vom Staat aber nicht sein.“ Sofern Familien den Eigenheimkauf oder -bau also nicht vom Baukindergeld abhängig machen, ist es eine nützliche Möglichkeit, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen.

Die wichtigsten Fristen auf einen Blick

  • Der Antrag muss spätestens drei Monate nach dem Einzug durch den (Mit-) Eigentümer bei der KfW gestellt werden.
  • Beim Erwerb von Neu- oder Bestandsbauten muss der notarielle Kaufvertrag zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 unterzeichnet worden sein.
  • Neubauten sind förderfähig, wenn die Baugenehmigung zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 erteilt wurde.
  • Der Antrag auf Baukindergeld muss spätestens bis 31. Dezember 2023 gestellt werden. Ist diese Frist verstrichen, sind keine Anträge mehr möglich.

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