31.12.2019, 18:00
Jahresrückblick: Drei Schwangerschaften beim BSV

Das Jahr 2019 stand bei den Bundesliga-Handballerinnen des Buxtehuder SV ganz im Zeichen des Nachwuchses. Denn gleich drei Spielerinnen wurden schwanger – und das war nur der Beginn einer gefühlt unendlichen Serie von Ausfällen.

Jessica Oldenburg hat Probleme mit dem Knie. Große Teile der Vorbereitung verpasste die Rückraumspielerin aufgrund der vermeintlichen Verletzung. Drei Tage vor dem Bundesliga-Start verkündete sie selbst den wahren Grund für den Ausfall. „Mein Knie ist völlig in Ordnung und mir geht es auch gut, und auch dem Nachwuchs, den wir bekommen“, sagt Oldenburg beim Sponsorenabend des Buxtehuder SV. Es ist die dritte Schwangerschaft einer BSV-Spielerin innerhalb weniger Monate. Im Januar beendete Julia Gronemann ihre Karriere wegen einer Schwangerschaft, und zum Vorbereitungsstart verkündete Kapitänin Antje Peveling, dass sie schwanger ist.

Dass beide Torfrauen nicht mehr zur Verfügung stehen, war im ersten Moment nicht problematisch. Immerhin verfügt der BSV mit Lea Rühter und Katharina Filter über zwei talentierte Torfrauen. Die Schwangerschaft von Oldenburg fiel schon mehr ins Gewicht. Denn im linken Rückraum hatte Oldenburgs Teamkollegin Annika Lott immer wieder mit Schulterproblemen zu kämpfen, und Liv Süchting spielte bisher nur in der zweiten Mannschaft.

Zwei Hiobsbotschaften

Doch die Schwangerschaften waren erst der Beginn einer gefühlt unendlichen Serie von Ausfällen. Denn bereits vor der ersten Trainingseinheit musste Torfrau Lea Rühter am Meniskus operiert werden und fiel in den ersten Monaten der Spielzeit aus. Katharina Filter, bis zu dieser Saison ohne Bundesliga-Einsatz, stieg somit vor ihrer ersten Einheit beim BSV von der Nummer 3 zur vorübergehenden Nummer 1 auf. Als Ersatz verpflichtete der BSV zudem Zoe Ludwig vom Zweitligisten HL Buchholz 08-Rosengarten.

Die 20-jährige Filter kam mit ihrer neuen Rolle gut zurecht. Bei ihrem Bundesliga-Debüt in Bad Wildungen wehrte sie zwölf Bälle ab und hatte einen großen Anteil am 41:29-Sieg. Einer knappen Heimniederlage gegen hochgehandelte Leverkusenerinnen folgte ein Sieg bei Aufsteiger Mainz. Die Verantwortlichen waren zufrieden mit dem Saisonstart.

Doch innerhalb weniger Wochen folgten zwei Hiobsbotschaften: Annika Lott musste sich einer Schulter-Operation unterziehen und Liv Süchting riss sich beim Spiel in Erfurt das Kreuzband. Die Problemposition war nun nicht mehr das Tor, sondern der linke Rückraum. Alle drei Spielerinnen fallen langfristig aus, Oldenburg und Süchting sogar bis zum Saisonende.

Sechs Spiele in Serie verloren

Bis zum Comeback von Lott überbrückt Trainer Dirk Leun die Ausfälle mit den Spielmacherinnen Mieke Düvel, Lisa Prior und Paulina Golla. Eine der drei weicht von der Mitte in den linken Rückraum aus. Doch die dünne Personaldecke macht sich bemerkbar. Bis zur Weltmeisterschafts-Pause im November verliert das Team wettbewerbsübergreifend sechs Spiele in Serie, scheidet im DHB-Pokal und EHF-Cup aus und rutscht in der Bundesliga auf Rang acht ab.

Von der erfreulichen Vorsaison war nichts mehr zu spüren. Mit einer Mischung aus jungen Spielerinnen, die ihre erste Bundesliga-Saison spielten, sowie den arrivierten Kräften der vergangenen Jahre hatte das Team in der Saison 2018/19 überraschend Rang vier belegt und sich erneut für den Europapokal qualifiziert. Mit „Best of the rest“ bezeichnet der BSV die Platzierung hinter den drei Spitzenteams der Bundesliga. Im Pokal-Viertelfinale schnupperte das Team zudem an einer Sensation beim späteren Deutschen Meister Bietigheim.

Alle Artikel zum Jahresrückblick gibt es unter: www.tageblatt.de/specials/jahresrueckblick

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