120.000 Euro: Sauensiek zahlt offene Rechnungen fürs Dorfzentrum
Die Gemeinde Sauensiek bekommt Probleme, weil der Haushalt der Samtgemeinde Apensen noch nicht fertig ist. Symbolbild: Pixabay
Der Rat der Gemeinde Sauensiek hat am Donnerstagabend bei einer Dringlichkeitssitzung einstimmig eine Nachfinanzierung in Höhe von 120.000 Euro für das neue Dienstleistungszentrum an der Hauptstraße beschlossen. Darum war dies notwendig.
Der Rat der Gemeinde Sauensiek hat am Donnerstagabend einstimmig eine Nachfinanzierung für das neue Dienstleistungszentrum an der Hauptstraße beschlossen. Dieser Beschluss bei der aufgrund von Dringlichkeit sehr kurzfristig einberufenen Sitzung in der Grundschule Wiegersen war notwendig geworden, weil aufgrund der fehlenden Haushaltsplanung in der Samtgemeinde Apensen für das laufende Jahr von der Gemeinde Sauensiek noch ausstehende Arbeiten und Handwerkerrechnungen für das neue Dienstleistungszentrum nicht durchgeführt beziehungsweise bezahlt werden konnten.
„Wir waren nicht mehr handlungsfähig“, sagte Sauensieks Bürgermeister Rolf Suhr (CDU). Nach dem einstimmigen Beschluss wurden nun 120.000 Euro als überplanmäßige Ausgabe im Vorgriff auf den Haushalt 2022 für die Restarbeiten im Dienstleistungszentrum und den Ausbau der Straße an der Ecke Hauptstraße/Zum kurzen Felde genehmigt. Die Deckung der Mehrausgaben soll durch den Erlös aus dem Verkauf eines Gewerbegrundstücks in Höhe von knapp 197.000 Euro erfolgen.
Fremdvergabe der Haushalte weiter Thema
Suhr hatte sich im Vorfeld des Beschlusses mit der Kommunalaufsicht des Landkreises Stade abgestimmt und für das Vorgehen des Sauensieker Gemeinderats grünes Licht erhalten. Die Samtgemeinde Apensen und die Mitgliedsgemeinde befinden sich, wie mehrfach berichtet, in einer Sondersituation: Es gilt bereits die neue Haushaltsführung, aber weder die Etats für 2022 noch die Jahresabschlüsse von 2019 bis 2021 sind erstellt worden. Der Grund: Bis Anfang Februar war die Finanzleitung in der Apensener Verwaltung nicht besetzt.
Nun hat eine neue Kämmerin ihren Dienst aufgenommen, dennoch steht weiterhin eine Fremdvergabe der vier Haushalte sowie der Jahresabschlüsse an einen externen Dienstleister zur Diskussion, wie es Samtgemeindebürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock zur Entlastung der Kämmerei wünscht. Die Kosten dafür lägen laut Verwaltung ungefähr bei 120.000 Euro. Über die externe Vergabe soll nun zunächst der Finanzausschuss der Samtgemeinde voraussichtlich am 24. Februar tagen.