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Neujahrsempfang

TAltländer bauen auf ein gutes Miteinander und auf neue Wohnungen

Neujahrsempfang: Bürgermeister Dirk Thobaben im Gespräch mit Pastor Uwe Junge vor dem 600 Jahre alten Altar der St.-Marien-Kirche in Twielenfleth.

Neujahrsempfang: Bürgermeister Dirk Thobaben im Gespräch mit Pastor Uwe Junge vor dem 600 Jahre alten Altar der St.-Marien-Kirche in Twielenfleth. Foto: Vasel

Neues vom Neujahrsempfang: In den nächsten Jahren werden nicht nur Kirch- und Leuchttürme das Bild von Hollern-Twielenfleth prägen. Millionen fließen in Wohn- und Schulbau.

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Von Björn Vasel
Dienstag, 13.01.2026, 05:50 Uhr

Twielenfleth. Bei minus 15 Grad riefen die Glocken der St.-Marien-Kirche in Twielenfleth zum Neujahrsempfang mit Gottesdienst. Die Hollern-Twielenflether trotzten mit ihren Gästen der Kälte. Der Empfang war am Sonntag gut besucht - vor Ort waren auch Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke und sein Gegenkandidat Gerd Dehmel (CDU). Gewählt wird am 13. September 2026.

Pastor und Bürgermeister blicken in die Zukunft

Gemeinsam blickten Pastor Uwe Junge und Bürgermeister Dirk Thobaben (CDU) in die Zukunft. In der Kirche und beim Austausch im Gemeindehaus fand Pastor Junge mit Blick auf Hass, Hetze und politischen Extremismus deutliche Worte: „Die Gewalt gegen Menschen, die anders sind oder anders denken, nimmt zu.“ Es gelte, Hassrednern Menschlichkeit entgegenzusetzen. Beifall gab es für Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke: „Rechtsextremisten brauchen wir nicht.“

Mit Blick auf die Jahreslosung 2026 „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ ap­pel­lie­rte Junge an seine Mitbürger, sich mit „guten Gaben in unsere Gesellschaft einzubringen“. Er und Thobaben lobten das ehrenamtliche Engagement.

Bürgermeister macht den Weg frei für Sportler

Bürgermeister Dirk Thobaben (CDU) hatte gute Nachrichten im Gepäck. Die Grundschüler und Lehrer sowie die Sportler des TSV Hollern-Twielenfleth werden die Turnhalle der Appelsnut Grundschool in Hollern während des Neubaus nutzen können. Die Politik unterstützte Thobabens Vorschlag, die Schulsporthalle während des Umbaus provisorisch an die Twielenflether Chaussee anzubinden.

Die Zufahrt über die Straße Bi de School und das Schulgelände an die Hollernstraße (L140) wird zur Baustellenzufahrt. Lediglich während der energetischen Sanierung der Sporthalle wird diese geschlossen. Thobaben dankte dem Obstbauern Henning Ramdohr, dass dieser vorübergehend einen Teil seiner Plantage für den Überweg zur Verfügung stellt. Den Weg bezahlt die Gemeinde Hollern-Twielenfleth.

Neue Grundschule kostet mehr als 17 Millionen Euro

17,1 Millionen Euro soll der Bau der Appelsnut Grundschool in Hollern die Samtgemeinde Lühe kosten - inklusive Sanierung der Turnhalle. Nach den Weihnachtsferien 2029/2030 könnte der Unterricht dort starten.

„Die EU-weite Ausschreibung ist auf dem Weg“, ergänzte Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke. Während des Neubaus ziehen die Kinder in die Alte Schule in Hörne - vermutlich im Januar 2027. Die Kirche wird den früheren Spielplatz der Kita als Übergangsschulhof zur Verfügung stellen, so Junge.

Baukräne kreisen 2026 und 2027 in Hollern-Twielenfleth

Bürgermeister Dirk Thobaben freut sich, dass in den Jahren 2026 und 2027 mehrere Bauprojekte in Angriff genommen werden können. Die Obstbäume am Schöpfwerkskanal sind gerodet worden, der Tennet-Portalmast auf dem Obsthof soll in diesem Jahr inklusive der alten 220-kV-Freileitung von Stade abgebaut werden. Damit können die Planungen für den Bebauungsplan Hinterstraße Nord umgesetzt werden.

Zwischen den Ortsteilen Hollern und Siebenhöfen will Lindemann bis zu vier Mehrfamilienhäuser mit 22 Wohneinheiten auf dem Gelände neben der Hausarztpraxis errichten - in zweiter Reihe rund 550 Meter vom Penny-Markt an der L140 entfernt. Im Fokus haben die Altländer junge Familien und Senioren.

Das Konzept: Mehrgenerationenwohnen. Ohne den Rückbau der überflüssigen Stromtrasse dürfen die Bauarbeiter aus Sicherheitsgründen nicht loslegen.

So könnten die neuen Ferienhäuser am Schöpfwerkskanal Hollern-Steinkirchener Moor in Siebenhöfen aussehen.

So könnten die neuen Ferienhäuser am Schöpfwerkskanal Hollern-Steinkirchener Moor in Siebenhöfen aussehen. Foto: Lindemann

Auf dem Weg sei auch der Neubau von luxuriösen Ferienhäusern nördlich des Feriendorfs Altes Land. In den sieben Ferienhäusern sollen 14 Ferienwohnungen mit Sauna und Solarium entstehen. Die Lindemann-Gruppe aus Stade baut, die Feriendorf-Verwaltungsgesellschaft vermietet.

Damit nicht genug. Auf einer Obstplantage in Twielenfleth sollen auf dem Grundstück Am Deich 48 acht Mehrfamilienhäuser mit 38 Wohneinheiten erreichtet werden - ebenfalls von Lindemann. „Die Hofstelle gehörte früher zum Schloss Agathenburg“, sagte Thobaben.

Digitale Parkraumbewirtschaftung in Bassenfleth

Am Bassenflether Strand wird ein digitales, schrankenloses Parkraumkontrollsystem montiert, kündigte Thobaben an. Eine Kamera erkennt das Kfz-Kennzeichen. Ein ähnliches System gibt es am Stadthafen oder auch am Bahnhof in Stade. Bezahlt wird online oder am Automaten.

Los geht es voraussichtlich im März. Mit dem Dienstleister Peter Park ist ein Vertrag geschlossen worden, die Gemeinde Hollern-Twielenfleth muss laut Gerke einmalig 15.000 Euro in die Technik investieren. Wichtige Nachricht nicht nur für Hundefreunde: Die erste Stunde bleibt kostenlos.

Neuer Supermarkt ist noch nicht vom Tisch

Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke teilte mit, dass er weiterhin mit Edeka und Combi über eine Supermarktansiedlung spreche im Bereich zwischen Hollern und Grünendeich/Steinkirchen.

Damit nicht genug: Geplant ist, ein Standesamt im Leuchtturm von 1893 einzurichten. Das Motto: „Heiraten im kleinsten Schifffahrtsmuseum Deutschlands.“ Die Hülle wurde 2025 saniert. Im Inneren geht es weiter.

Windmühle: Wahrzeichen ist noch nicht ganz dicht

Die Windmühle Venti Amica ist das Wahrzeichen der Gemeinde. Die Müller Volkmar Dinglinger und Hein Noodt können ihr Getreide seit Dezember 2025 wieder mit der Kraft des Windes mahlen. Im November war die Sanierung abgeschlossen worden. Das undichte Achtkant- und Silodach waren für mehr als 150.000 Euro saniert worden.

Doch es ist noch nicht ganz geschafft. Die Abdichtung zwischen Achtkant und Galerie muss erneuert werden. Kosten: 45.000 Euro. Der Mühlenverein will 2026 weitere Leader-Mittel einwerben. Auch Spenden sind willkommen, IBAN: DE77 2415 1005 1000 0220 02, Sparkasse Stade-Altes Land. Gerke und Thobaben sicherten zu: „Wir unterstützen das.“

Gut besucht: Neujahrsempfang mit Gottesdienst in der Kirche von Twielenfleth bei 15 Grad minus.

Gut besucht: Neujahrsempfang mit Gottesdienst in der Kirche von Twielenfleth bei 15 Grad minus. Foto: Vasel

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