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Samtgemeinderat

TEklat in Apensen: Bürgermeisterin bricht in Sitzung in Tränen aus

Apensens Samtgemeinde-Bürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock hat alle kommenden Ausschüsse abgesagt.

Apensens Samtgemeinde-Bürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock hat alle kommenden Ausschüsse abgesagt.

Die unendliche Geschichte in der Samtgemeinde Apensen geht weiter. Jetzt kam es zu einem dramatischen Zwischenfall bei der Präsentation des Haushaltsentwurfs 2023.

Von Susanne Laudien Dienstag, 22.11.2022, 05:00 Uhr

Das Jahr ist fast zu Ende, und die Samtgemeinde Apensen hat immer noch keinen Haushalt 2023, der die Finanzen für das Folgejahr regelt. Dabei ist die Gemeinde hoch verschuldet, außerdem fehlen bereits Jahresabschlüsse der vergangenen vier Jahre. Wie soll es also weitergehen - mit den Finanzen in Apensen?

Erst kürzlich hatte die Kämmerin Jessica Ulrich gekündigt, die die Aufstellung des Haushaltes übernehmen sollte und dafür einiges aufzuarbeiten hatte. Ihre Vorgängerin hatte 2021 die Verwaltung verlassen, die Stelle blieb bis 1. Februar unbesetzt, einiges war liegen geblieben. Nach der Kündigung dürfte es für die Verwaltung noch schwerer werden, einen Nachfolger für die Stelle zu finden. Derzeit kümmern sich Verwaltungsmitarbeiter um die Haushaltsaufstellung. Doch nun ist ein Ende des Desasters erst einmal in weite Ferne rückt.

Erneuter Zwischenfall bei Vorberatung des Haushaltes

Denn bei der Vorberatung des Haushaltes 2023 in der Sitzung des Planungs-, Klima- und Umwelt-Ausschusses kam es vergangenen Donnerstag zu einem erneuten Zwischenfall. Bei der Präsentation des Haushaltsentwurfs vor den Ausschuss-Mitgliedern erwähnte Samtgemeinde-Bürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock bereits gleich zu Beginn, dass sich bei einzelnen Positionen in dem Werk noch etwas ändern werde, jedoch nicht an den Gesamtsummen.

Dem Vorsitzenden Christian Wilkens (CDU) fiel jedoch sofort eine Unstimmigkeit zwischen seiner Vorlage, die auch als Anhang im Internet beim Sitzungskalender zur Verfügung stand, und den Zahlen der Präsentation auf. Grund: Die Samtgemeinde-Bürgermeisterin hatte ein anderes Dokument vorliegen.

Haushaltsberatung musste abgebrochen werden

„Wir bereiten uns hier vor und sehen nun etwas ganz anderes. Warum konnte man uns die neue Version nicht vorher zukommen lassen. Das bringt mich auf die Palme“, sagte Christian Wilkens.

Ist es das Ende von Apensen - oder wie geht es ohne Haushalt finanziell weiter? Foto: Laudien

Ist es das Ende von Apensen - oder wie geht es ohne Haushalt finanziell weiter? Foto: Laudien

Daraufhin brach Petra Beckmann-Frelock in Tränen aus. Die Sitzung wurde für kurze Zeit unterbrochen. Die Bürgermeisterin weigerte sich letztlich, den Haushaltsentwurf weiter vorzutragen, der daraufhin ohne Empfehlung des Ausschusses blieb. Petra Beckmann-Frelock entschuldigte sich hinterher schriftlich für den Verlauf der Sitzung und teilte mit, dass sie alle am 1. Dezember anstehenden Ausschüsse mit Haushaltsberatungen der Gemeinde Apensen absagen werde. Sie und ihre bei der Sitzung anwesenden beiden Mitarbeiterinnen wollten eine ähnliche Sitzung nicht wiederholt sehen.

Die Differenz der Zahlen sei hinterher im nichtöffentlichen Teil geklärt worden. Es handelte sich um eine fiktive Erhöhung der Samtgemeindeumlage, und versehentlich wurde das falsche Exemplar an die Gemeindegremien gegeben.

Die Zahlen aus ihrer Präsentation seien die aktuellen gewesen. Die Kämmerin Jessica Ulrich habe dafür extra noch Überstunden gemacht, damit die Haushalte auch ohne sie auf den Weg gebracht werden können. Die Aufbereitung als Präsentationswerk habe sie, also Beckmann-Frelock, mit Zuarbeit der Kollegen viele Abend- und Nachtstunden neben dem Alltagsgeschäft gekostet. Daher seien dann wahrscheinlich auch in der Ausschuss-Sitzung die Dämme gebrochen. Sie seien allerdings keine Kämmerer und wollten das Ganze für die Politik auf die Beine stellen.

Sie hätten es quasi nur gut gemeint, damit nicht wieder erst im Sommer alle Haushalte beschlossen werden können und bis dahin keine Maßnahmen angegangen beziehungsweise umgesetzt werden können.

Die Arbeit nicht mit Füßen treten lassen

Nach dem Abend bei der Ausschuss-Sitzung müsse sie sich und ihre Mitarbeiter vor Überlastung schützen, so Beckmann-Frelock in ihrer Stellungnahme. Daher hätten sie auch entschieden, ihre Arbeit nicht mit Füßen treten zu lassen. Aus diesem Grund hätten sie auch alle kommenden Ausschüsse abgesagt. Man wolle sich der eigentlichen Arbeit zuwenden, die zur Genüge auf ihren Schreibtischen warte.

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