T„Fofftein“ in Apensen schließt – Kneipe demnächst im TV
Bald bleiben die Bierhähne dicht: Petra Miesner, Annette Albers und Marlies Hauschild-Krebs (von links) sagen Tschüss. Foto: Laudien
Das Kneipen-Sterben in Apensen geht weiter: Erst die Mühle, die Waage, der Delmer Hof - und jetzt das Fofftein. Auch die Bahnhofsgastätte hat ihr Ende angekündigt.
Die nostalgische Personenwaage und einige Blechschilder, mit denen das „Fofftein“ liebevoll dekoriert war, sind bereits weg. „Der Trödeltrupp der RTL-Sendung war schon da und hat sie vor laufender Kamera abgeholt“, sagt Inhaberin Marlies Hauschild-Krebs. So kommt das „Fofftein“ sogar noch ins Fernsehen, der Sendetermin steht aber noch nicht fest. Auch die HSV-Fan-Ecke, in der schon Fußball-Star Marcel Janssen Platz nahm, wird schweren Herzens aufgelöst.
„Es sind bei uns bereits Tränen geflossen“, gestehen Chefin Marlies Hauschild-Krebs und ihre beiden Mitarbeiterinnen Annette Albers und Petra Miesner, die seit 1990 zusammen die Stellung hinterm Tresen halten und ihre Gäste mit „Bier begleitenden Speisen“ wie Baguettes, Suppen und Salaten versorgen. Dennoch stehe der Entschluss fest, da Marlies Hauschild-Krebs mit 66 Jahren den letzten Lebensabschnitt fernab des Tresens genießen möchte.
Von einst fünf Kneipen ist bald keine mehr da
Damit stirbt eine der letzten Kneipen in Apensen. Früher gab es hier mal die „Mühle“, die „Waage“, und den „Delmer-Hof“ - alle längst dicht. Und dann soll 2024 auch die „Bahnhofsgaststätte“ geschlossen werden.
Der Name „Fofftein“ war in Apensen 32 Jahre Programm. Denn die plattdeutsche Fünfzehn steht für die 15-minütige Pause der Hafenarbeiter, erklärt die Chefin, die diesen Namen zusammen mit Ehemann Uve auswählte, als sie zusammen die Gaststätte Augustin übernahmen und zu einer Bierbar mit Bistro umwandelten. Verpächterin Annette Albers gehört als erfahrene Gastronomie-Fachkraft seit Beginn zum „Fofftein“-Team. Als dritte Frau im Bunde kam Petra Miesner zum Start in Apensen dazu. Schnell wurde das „Fofftein“ immer beliebter, für kleine Pausen vom Alltag und für eine Auszeit nach Feierabend. Hier saßen Handwerker und Steuerberater, Chefredakteure und Firmeninhaber gleichermaßen auf ein Bierchen nebeneinander am Tresen. Hier trafen sich Mitglieder vom Sparclub ebenso wie Politiker und sprachen über Gott und die Welt.
Seit 1990 ist das „Fofftein“ hinter dem Gemeindehaus ein beliebter Treffpunkt in Apensen.
Nach der Trennung von Ehemann Uve vor 17 Jahren führte Marlies Hauschild-Krebs das „Fofftein“ mit Unterstützung ihrer zwei Mitarbeiterinnen weiter. Das war eine gute Entscheidung, sagt die Gastronomin heute, wenngleich die Arbeit an sieben Tagen in der Woche bis in die späten Abendstunden nicht ohne gewesen sei. Gerne habe sie auch die vielen Feierlichkeiten wie Hochzeiten, Jubiläen und runde Geburtstage in der gemütlichen Atmosphäre des „Fofftein“ ausgerichtet.
Eine letzte Feier im kleinen Kreis am 31. Dezember
Corona ging aber auch am „Fofftein“ nicht spurlos vorüber - vor allem durch den dadurch ausgelösten Personalmangel. In der Konsequenz hat das „Fofftein“ seitdem nur noch an vier Tagen in der Woche ab 16 Uhr geöffnet.
Die HSV-Fan-Ecke, in der auch schon HSV-Kicker Marcel Janssen saß
Am 31. Dezember wird die letzte Feier im privaten Kreis im „Fofftein“ gefeiert. Zum Abschied möchte die Chefin sich besonders bei den Nachbarn bedanken, die trotz mancher Lärmbelästigung immer sehr tolerant waren. Eine Abschiedsfeier für die mehr als 200 Stammgäste wird es nicht geben können, da das „Fofftein“ zu wenig Platz biete. Als Dankeschön für die treuen Mitarbeiterinnen gab es bereits eine Urlaubsreise nach Fuerteventura mit der Chefin. „Das haben wir uns verdient“, so das Trio.
Der Kneipenbetrieb geht jetzt bis zum letzten Tag wie gewohnt von Dienstag bis Freitag ab 16 Uhr weiter. Dass ein neuer Inhaber die Kneipe womöglich fortführt, ist bis jetzt noch nicht bekannt.
Mit viel Liebe zum Detail wurde das Fofftein eingerichtet