TFrisch vom Feld zum Selberpflücken: In Apensen blühen jetzt Tausende Tulpen
Heinrich Dammann steht in seinem Tulpenfeld bei Apensen. Foto: Laudien
Es ist ein buntes Blumenmeer am Rande von Apensen: Tausende Tulpen blühen momentan in üppiger Pracht. Landwirt Heinrich Dammann, seit 20 Jahren auch Blumenzüchter, bietet die Tulpen zum Selberpflücken an. Aber: Nicht jeder Blumenfreund zahlt.
Apensen. Von Mitte März bis Mitte Mai blühen in Holland etliche Tulpenfelder, die jedes Jahr beliebter Anziehungspunkt für Reisende sind. Doch auch im Landkreis Stade gibt es blühende Landschaften, wie das Tulpenfeld in Apensen beweist.
Die Blumen sprießen dort in bunter Pracht auf einem Feld an der Buxtehuder Straße. „Dieses Jahr früher als sonst“, bemerkt der Apenser Landwirt Heinrich Dammann, der seit knapp 20 Jahren jedes Jahr auf seinem Feld eine bunte Mischung von mehr als 1000 Tulpenzwiebeln pflanzt, die sich jetzt in ihrer ganzen Pracht entfalten.
Dammann pflanzt seine Tulpen in mehreren Etappen
„Ich habe in vier zeitlich versetzten Etappen gepflanzt, damit die Tulpenpracht länger anhält. Die einen kommen früher und die anderen später“, sagt Dammann, der möchte, dass für die Kunden immer etwas Frisches da ist.
Darüber hinaus unterhält Dammann noch ein weiteres Tulpenfeld an der Stader Straße. Rund 10.000 Quadratmeter voller Blumen sprießen auf seinen Feldern von Frühjahr bis Herbst.
Verschiedene Blumensorten blühen bis in den Herbst
Nachdem die gelben Osterglocken kürzlich verblüht sind, sorgen jetzt die Tulpen für ein kunterbuntes Blütenmeer. Dann kommen Pfingstrosen, danach Lilien, Sonnenblumen und zum Herbst schließlich 80 verschiedene Sorten Gladiolen in den unterschiedlichsten Farbtönen.
Zum Abschneiden der Tulpen gibt es kleine Messer
Alle Blumen sind zum Selberpflücken. Dafür liegen ein paar kleine Messer bei der großen Preistafel für die Kunden bereit, mit denen sich die Blumen leicht und fachgerecht abschneiden lassen.
Die 13-jährige Pauline aus Apensen stellt sich einen kunterbunten Tulpenstrauß zusammen, den sie zu einer Konfirmation verschenken möchte. „Die Tulpen von diesem Feld halten sich viel länger als die aus dem Supermarkt“, sagt die Schülerin. Sie hat einen ganz speziellen Tipp: „Ich gebe immer einen Löffel Zucker in das Blumenwasser“, verrät sie.
Wie frischgepflückte Tulpen länger halten
Für eine längere Lebensdauer der frisch gepflückten Tulpen gibt es noch weitere Tipps von anderen Experten mit dem grünen Daumen: Einige setzen auf die Beigabe von Cent-Stücken, andere auf einen Schuss Zitronensaft oder Kartoffelschale.
Auch das schräge Anschneiden der Tulpenstängel und frisches, kaltes Wasser sollen für längere Haltbarkeit sorgen.
Das kostet eine Tulpe frisch vom Feld
Astrid Koch und Tochter Rika aus Buxtehudes Süden, die mit Hündin Emmy vorbeigekommen sind, schätzen ebenfalls die gute Qualität der Apenser Blumen, die ihrer Meinung nach deutlich größer und kräftiger sind.

Astrid und Rika Koch schätzen die gute Qualität der Apenser Freiland-Tulpen. Foto: Laudien
Das Apenser Tulpenfeld ist für sie ein beliebtes Ziel. Sie gehören zu den vielen Stammkunden, die regelmäßig an dem Blumenfeld von Heinrich Dammann anhalten. Auch die Preise pro Blumenstängel finden sie mit 50 Cent für eine Tulpe sehr günstig.
Die Kasse hat Dammann besonders gesichert
Die Bezahlung läuft auf Vertrauensbasis, indem die Kunden das Geld in eine Kasse unterhalb der Preistafel stecken, die Dammann besonders gesichert hat. Für den Landwirt, der Ackerbau und Viehzucht betreibt, sind die Blumenfelder eine zusätzliche Einnahmequelle, die sich bislang trotz Arbeitseinsatz und Investition in die Blumenzwiebeln rechne.
Rund 30 Prozent der Kunden zahlen nicht
Doch nicht jeder Blumenfreund zahlt für die gepflückten Blumen, musste Dammann erst kürzlich wieder beobachten. Die meisten seien aber ehrlich und bezahlten. Insgesamt schätzt er die Quote der Nichtzahler auf rund 30 Prozent.

Vieh- und Blumenzüchter Heinrich Dammann Foto: Susanne Laudien
Der Blumenwirt hofft aber weiterhin, dass sein Appell auf der Preistafel, „Nur bezahlte Blumen bringen Freu(n)de!“, bei möglichst vielen Menschen Wirkung zeigt. Dass die Blumen beliebt sind, beweist an Wochenenden der Parkplatz am Feld: Der ist mitunter so voll, dass kein Auto mehr darauf Platz findet.

Auch Hündin Emmy ist beim Blumenpflücken dabei Foto: Susanne Laudien