Schüsse in Seevetal: Opfer soll sich selbst verletzt haben
Der Fall erregte Aufsehen: In Seevetal (Kreis Harburg) wurde vergange Woche ein Mann angeschossen. Jetzt stellt sich heraus, dass alles ganz anders ist, als zunächst angenommen.
Landkreis Harburg. Ein großer Polizeieinsatz fand am 1. September in Seevetal-Maschen (Landkreis Harburg) statt: In der Horster Landstraße war ein Mann mit einer Schussverletzung gemeldet worden. Der verletzte 35-Jährige musste im Krankenhaus notoperiert werden.
Opfer verstrickt sich in Widersprüche
Drei Männer sollten den Mann angegriffen haben. Zahlreiche Einsatzkräfte und auch Spürhunde waren im Einsatz, suchten die Horster Landstraße und ihre angrenzenden Seitenstraßen ab. Die Polizei ermittelte wegen eines versuchen Tötungsdeliktes.
Jetzt stellt sich heraus: Die Täter hat es nicht gegeben. „In den Vernehmungen nach seiner Notoperation verstrickte sich der Mann zunehmend in Widersprüche“, berichtet Jan Krüger, Sprecher der Polizeiinspektion Harburg.
Der Verletzte habe schließlich eingeräumt, sich die Schussverletzung selbst zugefügt zu haben. Nach der Schussabgabe hat er die Waffe versteckt. Anschließend wandte er sich als vermeintlich hilfesuchendes Opfer an eine Zeugin.
Motiv ist unklar
„Am Montag, 7. September, konnte die Polizei die Waffe in dem angegebenen Versteck sicherstellen“, teilt Krüger mit. Gegen den 35-Jährigen wird nun ein Strafverfahren wegen des Vortäuschens von Straftaten und Verstoßes gegen das Waffengesetz betrieben.
Weshalb er sich selbst anschoss und von mehreren Angreifern berichtete, bleibt unklar. Zu seiner Motivation machte der Mann laut Harburgs Polizeisprecher keine Angaben. Einen Suizidversuch schließt die Polizei nach dpa-Angaben aus. (set)
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.