T Privatisierung gescheitert
Zu den Artikeln „42-mal Post an nur einem Tag“ und „Landrat: Bäume an Gleisen fällen“ (TAGEBLATT vom 10. Dezember) schreibt Bernd Tiedemann aus Horneburg:
Die Privatisierungen der Post (ab 1989) und der Bahn (1994) sollten doch mindestens die Qualität der Leistungen dieser Einrichtungen verbessern. Ich habe aber den Eindruck, für uns Kunden ist das Gegenteil der Fall. Dass der Sprecher der S-Bahn aktuell kein Problem mit Bäumen auf den Schienen hat, liegt wahrscheinlich daran, dass er im Homeoffice arbeitet und die Bahn (speziell die S5) nicht nutzt, um zur Arbeit zu fahren. Meiner Meinung nach liegt es eher daran: Da auf dieser Strecke sowieso fast nichts mehr pünktlich fährt, fallen ihm die Verspätungen durch umgestürzte Bäume einfach nicht mehr auf. Ist sich das Personal der Bahn nicht bewusst, dass viele Fahrgäste pünktlich ihren Arbeitsplatz oder einen Termin erreichen möchten? Oder, bezogen auf die Post, wichtige Papiere auch pünktlich ihren Empfänger erreichen müssen? Die Post darf sich ab 2025 drei Tage Zeit für die Zustellung lassen. Bisher zwei Tage, oder wie in dem Bericht erwähnt, wenn kein Personal da ist, eben länger. Ich bin der Meinung, die Privatisierungen der Bahn und Post haben ihre angestrebten Ziele in keiner Weise erreicht und sind somit gescheitert. Aber, ich erkenne keine Bestrebungen seitens der aktuellen und vorigen Regierungen, die Probleme dieser für uns Bürger wichtigen Einrichtungen zu erkennen und wirksam zu beheben. Okay, wir haben bald Wahlen und der Wähler kann entscheiden, ob er das gut findet, was die Parteien in den bisherigen Regierungen geleistet haben.