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24-Stunden-Reportage: In der Waschanlage in Stade

Christian Herwede macht seinen Wohnwagen fürs Festival fertig. Fotos: Lohmann

Christian Herwede macht seinen Wohnwagen fürs Festival fertig. Fotos: Lohmann

„Wenn ich morgens zum Himmel gucke, weiß ich, was ich abends in der Kasse habe“, sagt Christian Foerster, Besitzer und Betreiber der Autowaschanlage Cleanpark Stade. Es ist Sonnabend und damit traditionell Waschtag, es ist 12 Uhr, es ist sonnig und der Münzautomat scheppert.

Von Sabine Lohmann Sonntag, 17.07.2016, 12:17 Uhr

Kurz vor 12 Uhr hat Christian Herwede seinen Wohnwagen auf dem Freiwaschplatz abgestellt. In die fünf Waschboxen passen nur Autos mit einer Höhe von bis zu 2,6 Meter. Gerade ist der Horneburger Musiker dabei, das 30 Jahre alte Gefährt mit einem Wasserstrahl abzuspritzen. Nach der Vorwäsche geht es gleich weiter mit der Schaumbürste. Er sei zum ersten Mal in diesem Jahr in der Waschanlage, erzählt der Konzertorganisator. Den Wohnwagen will er flottmachen für einen Festivalbesuch.

Alle Waschboxen sind in diesem Moment besetzt. Bei den vier Selbstbedienungs-Saugern für die Innenreinigung sind noch Plätze frei. In den Gassen wird emsig Wasser gespritzt, eingeseift, gerieben, gespült.

Die Wertmünze am Automaten kostet einen Euro, damit kann man zwei Minuten waschen. Der Fahrer fährt vor, wirft eine Wertmarke ein, wählt eines der fünf Waschprogramme: Hochdruckwäsche, Schaumwäsche für die gründliche Reinigung, Spülen, Heißwachs und Top-Pflege mit entsalztem Wasser und Glanzmittel. Auch vier Sonderprogramme stehen zur Wahl: Spezial-Vorwäsche Felgen-Spezialreiniger, Insekten-Speziallöser und Unterbodenwäsche.

Meistens ist der Autofahrer, der eine schnelle Wäsche wünscht, männlich, meist kommt er allein. Inzwischen haben sich kurze Schlangen gebildet.

Seit 1988 wird hier gewaschen. Als Christian Foerster die Wiese neben der Tankstelle bebaute, stand noch die Kaserne hinter dem Gewerbegebiet. Der 64-jährige Unternehmer, der in Bremervörde wohnt, hatte ein geeignetes Gelände für eine Waschanlage im Franchise-System gesucht und hier einen „ausgezeichneten“ Standort gefunden. Ohne großen personellen Aufwand hält er sie seitdem rund um die Uhr geöffnet; nur sonn- und feiertags ist geschlossen. Eine Aushilfskraft füllt die Chemielösungen auf, übernimmt kleine Reparaturen und sorgt für Sauberkeit.

Heute schaut der Chef selbst nach dem Rechten, repariert schnell eine Münzmaschine und erklärt sein erfolgreiches Konzept. Seit Autowäsche auf dem eigenen Grundstück oder am Straßenrand aus Umweltgründen verboten ist, wird Selbstwäschern hier eine umweltschonende Autowäsche geboten. Das Waschwasser durchläuft einen Leichtöl- und Koaleszenzabscheider sowie einen Schlammfang, bevor es in das öffentliche Kanalnetz eingeleitet wird. Die Schadstoffe werden so ausgefiltert, der Klärschlamm wird entsorgt.

Die ganze Reportage lesen Sie heute Abend im Abobereich auf TAGEBLATT online und morgen im TAGEBLATT.

Unternehmer Christian Foerster am Münzautomaten.

Unternehmer Christian Foerster am Münzautomaten.

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