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24-Stunden-Reportage: Stapeln und packen im Akkord

Jörn Euhus in seiner Getränkeabteilung. Er betreibt in Fredenbeck den Edeka-Markt. Fotos Kordländer

Jörn Euhus in seiner Getränkeabteilung. Er betreibt in Fredenbeck den Edeka-Markt. Fotos Kordländer

Auspacken, Regale einräumen, kassieren, Kunden beraten: Im Fredenbecker Edeka-Einkaufsmarkt gibt es am Morgen für die Mitarbeiter viele Aufgaben zu erledigen.

Von Hans-Lothar Kordländer Dienstag, 12.07.2016, 16:12 Uhr

Es ist 8 Uhr morgens und die Kunden kommen und gehen. Sei es, um noch etwas für den Frühstückstisch zu holen oder um schon den großen Einkauf zu erledigen. Das Verkaufsteam von Eigentümer Jörn Euhus, der in seinem Edeka-Markt in Fredenbeck 50 Mitarbeiter beschäftigt, hat zu diesem Zeitpunkt schon die wichtigsten Dinge bereitgestellt.

Seit den frühen Morgenstunden ist die erste Schicht bereits am Wirbeln. Von acht bis neun Uhr laufen die Arbeiten dann auf Hochtouren. Und voller Trubel geht es den ganzen Tag weiter. Leere Regale werden immer wieder aufgefüllt. Und die Kunden erhalten Rat, wenn sie mal etwas nicht auf Anhieb finden. „Wir haben unseren Einkaufsmarkt bis 20 Uhr geöffnet“, sagt Euhus.

Ab 5.30 Uhr geht es los. „Dann steht der erste Lastzug mit frischen Waren vor dem Anlieferungsraum“, so Euhus. Stets seien es die Frischeprodukte, die zuerst gebracht würden: Salate, Fleisch, Wurst, Käse, Gemüse. Diese Waren würden im Kühlraum abgestellt, um sie dann von dort aus auf die Frischetheken und -regale zu verteilen. Um 6.30 Uhr sind die ersten Mitarbeiter im Geschäft.

Die Mitarbeiter verteilen nicht nur die Waren in die verschiedenen Abteilungen des Einkaufmarktes, sie kontrollieren die eingegangenen Waren auch auf Frische. Wenn in den Regalen mal Produkte stehengeblieben sind und so zu dicht ans Verfallsdatum kommen, werden sie aussortiert und sofort durch frisch angelieferte Ware ersetzt. „Das bedeutet nicht, dass man diese Waren nicht mehr essen könnte“, erklärt Euhus. Alles sei noch genießbar. Diese Waren würden später von Tafeln abgeholt, die sie an bedürftige Menschen verteilen. „Die Produkte werden gerne angenommen“, weiß Euhus.

„Die Dispo von neuen Produkten läuft bei uns halb automatisch“, erklärt Euhus weiter. Das könnte auch automatisiert werden, sodass was fehle, über das Computersystem geordert werde. „Nur dann können wir nicht so spontan auf saisonale Produkte reagieren.“ Beginne die Ernte von neuen Obst- und Gemüsesorten, würde bereits im Vorfeld mehr Ware bestellt, um allen Kundenwünschen gerecht zu werden. „Wir bekommen solche Produkte nicht nur über die Edeka-Zentrale geliefert, sondern verkaufen auch Obst und Gemüse von regionalen Anbauern. Frischer bekommen unsere Kunden die Waren dann nicht auf den Tisch“, sagt Euhus.

So kommen zum Beispiel Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren von Obstbauer Werner aus Deinste. Kartoffeln bekommt Euhus auch von einem Landwirt aus Jeddingen, einem Ort im Landkreis Rotenburg, aus dem der vor ein paar Monaten verstorbene Vater von Jörn Euhus, Fritz Euhus, stammte. „Gute Qualität ist bei uns oberstes Gebot“, macht Euhus deutlich.

Auch während der Fußball-EM hat sich das Einkaufssystem bewährt. Im Vorfeld seien schon größere Mengen an Knabbereien oder Grillfleisch bestellt worden. „Wir wissen aus Erfahrung, dass zu solchen Anlässen der Verbrauch dieser Produkte steigt“, so der Marktchef. Allerdings sei das auch sehr abhängig vom Wetter. „Da müssen wir schon von einem Tag auf den anderen unterschiedlich reagieren.“

Dienstags und donnerstags werden Produkte des täglichen Bedarfs im Geschäft angeliefert; von Dosenwaren bis hin zum Klopapier. Frischprodukte kommen, je nach Bedarf, mehrmals täglich ins Haus.

Claudia Wiebusch ist für die süßen Sachen im Geschäft zuständig. Sie räumt Schokolade, unterteilt nach Marke, Packungsgröße und Preis, in die vorgesehenen Ständer ein. Was in den Regalen und Ständern stehe, werde noch einmal bezüglich des Haltbarkeitsdatums überprüft, sagt sie. Das sei auch bei den Süßigkeiten notwendig. „Alles muss gut und ordentlich aussehen“, erläutert die Verkäuferin, die sich nach dem Einräumen der Waren an eine Kasse setzt.

Ivonne Neumann weiß fast alles über Käse. „Über 150 verschiedene Sorten hat sie im Kühltresen fein säuberlich zusammengestellt und aufgereiht. Der Kunde hat so schnell einen Überblick über die Angebote. „Der Käse ist sehr pflegeintensiv“, weiß die Fachverkäuferin. Auch ist Neumann für Salate zuständig. „Hier stehen so um die 40 Sorten im Tresen“, verrät sie.

Claudia Jarck und Veronika Jark haben den Überblick über flüssige Milchprodukte und Joghurt bis hin zu Pudding und verpackte Wurst. „Wir bearbeiten hier 1800 bis 1900 Artikel, überprüfen sie und stellen sie in die Kühlregale“, berichten sie über ihre Arbeit. Es fällt auf, dass sie Handschuhe tragen. „Schließlich sind die Waren kühl und manche Verpackungen doch ziemlich scharfkantig“, begründen sie. Den ganzen Tag über werden die Frischwaren in den Regalen aufgestellt. „Bestellungen für den nächsten Tag gehen spätestens am Mittag heraus.“

Ein Mann, nämlich Alexander Wehrs, kümmert sich in der Obst- und Gemüseabteilung um die Produkte. Er dreht die Tomaten, Gurken, Bananen und andere Früchte immer wieder um, um sie auf Druck- und Faulstellen zu kontrollieren. Was nicht mehr in Ordnung ist, wird aus dem Sortiment genommen. Bei dem reichhaltigen Angebot ist das schon eine tagfüllende Aufgabe.

Auch Inhaber Euhus packt selbst mit an. Aus der Getränkeabteilung bringt er die Kisten mit leeren Flaschen in den Lagerraum und platziert Paletten mit vollen Getränkeflaschen wieder im Verkaufsraum.

Wie Euhus berichtete, würde Edeka ständig Platzierungsvorschläge machen, wie die Produkte schnell an den Mann und an die Frau gebracht werden können. „Der beste Platz für die Waren sind die Regale auf Augenhöhe.“ Dort stehen zum Beispiel bei der Milch nicht nur die günstigen Produkte, sondern auch die Markenartikel. Kaufmann Euhus weiß: Bei der Milch zum Beispiel würden die Kunden weitestgehend zuerst auf die günstigen Angebote zurückgreifen. „Doch hier in Fredenbeck ist die Kaufkraft so gut, dass auch Markenprodukte gefragt sind.“

Reportageserie

In unserer Serie „24 Stunden: Reportagen rund um die Uhr“ verbringen TAGEBLATT-Redakteure je eine Stunde an einem Ort in der Region. Start und Ende der Serie ist 0 Uhr, was 24 Stunden und damit 24 Serienteile ergibt. Morgen lesen Sie an dieser Stelle einen Bericht über eine Werkstatt, die sich auf die Reparatur von Harley Davidsons spezialisiert hat.

Claudia Wiebusch ist für die süßen Sachen im Geschäft zuständig.

Claudia Wiebusch ist für die süßen Sachen im Geschäft zuständig.

Alexander Wehrs kümmert sich um Obst und Gemüse.

Alexander Wehrs kümmert sich um Obst und Gemüse.

Ivonne Neumann weiß bei Euhus fast alles über Käse.

Ivonne Neumann weiß bei Euhus fast alles über Käse.

24-Stunden-Reportage: Stapeln und packen im Akkord

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