3D-Hörspielerlebnis im Planetarium
Das Motiv einer der neuen Folgen der Hörspielreihe um die drei Fragezeichen : das versunkene Schiff. Foto Planetarium Hamburg
Die erfolgreichste Hörspielproduktion der Welt ist im Planetarium Hamburg zu hören. Dort, wo sonst Sterne funkeln, lassen sich drei neue Fälle der „Drei ???“ eindrucksvoll erleben: aus 64 Lautsprechern. Das Hamburger 3D-Hörspielerlebnis gibt es in weiteren sechs deutschen Städten.
Das Licht geht aus, und doch wird es gleich darauf wieder hell. Statt funkelnder Sterne erscheint auf der Kuppel das Bild eines Raumes. Alle Planetariumsgäste haben ihre Rückenlehnen nach hinten gestellt, fast liegend schauen sie nach oben.
Doch viel ist nicht zu sehen, nur die Decke eines Cafés mit einem Ventilator, der sich dreht und dreht und dreht. Ein bekanntes Geräusch: Die Tür geht auf. Und plötzlich beginnen die bekannten Stimmen der „Drei ???“ zu sprechen: Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, so real, wie nie zuvor. Möglich wird dies durch die SpatialSound Wave-Technologie des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie, mit der die besonderen Hörspiele in Hamburg produziert wurden.
Das Planetarium Hamburg bietet mit seiner Kuppelform die notwendige Voraussetzung für das dreidimensionale Sounderlebnis. Bis zu 60 Lautsprecher und vier Subwoofer verbergen sich hinter der Sternenkuppel. Durch die einzelne Ansteuerung jedes Lautsprechers können bis zu 32 Audioquellen frei in der Kuppel wiedergegeben und frei platziert werden und der ideale Klang für jeden einzelnen Sitzplatz erzeugt werden.
Im Juli 2014 ermittelte das bekannteste Detektivtrio erstmals im Sternentheater. Gemeinsam mit dem Planetarium Hamburg wagten sich „Die Drei ???“-Macher an eine neue Form des gemeinschaftlichen Hörerlebnisses. Mit Erfolg.
100 000 Besucher erlebten „Die drei ???“ dann in ganz Deutschland: Sechs Planetarien adaptieren die ersten drei Folgen. Die zweite Staffel soll akustisch und visuell noch anspruchsvoller sein, so versprechen es die Macher. Waren die Produzenten vor drei Jahren noch verhalten, wenn es um eine bildliche Inszenierung auf der Kuppel geht, sind sie jetzt mutiger. „Wir wollten das Hörspielspektakel auf die Spitze treiben“, so Markus Schäfer von Ho3rraum Media. „Es sollte ein Hörspiel bleiben. Doch die Zuschauer bekommen ein wenig Orientierung“, erklärt der Produzent.
Deckenräume, ein Haus im Dunkeln, das Meer, mal von unten, mal den Himmel darüber – auf die Kuppel projiziert. „Mit der Visualisierung haben wir Neuland betreten“, so Produktmanagerin Maike Müller des Labels Europa. Das Ziel: „Die Bilder sollten so unkonkret wie möglich sein.“ So gibt es auf der Kuppel nur dezente Visualisierungen, ohne Gesichter, ohne der Fantasie den Raum zu nehmen.
Am Anfang müssen sich die Augen an das Erlebnis gewöhnen. Teilweise sind die Bilder sehr hell. Wohin gucken? Die Augen sind überfordert. Es dauert, doch immer mehr versinken die überwiegend volljährigen Zuschauer in der Geschichte.
Drei neue Folgen sind im Planetarium in den nächsten Monaten zu sehen. Jede der drei Folgen läuft drei Monate lang dreimal wöchentlich. „Wir haben Episoden gesucht, die die Soundtechnologie auch ausschöpfen können, mit originellen Schauplätzen. Wir wollten exklusive Geschichten, die noch kein Hörspiel waren“, so Maike Müller. Den Anfang macht nun die Folge „Die drei ??? und das versunkene Schiff“, eine Geschichte, um einen alten Goldschatz, der vor der Küste des Ferienortes von Justus, Peter und Bob liegen soll.
Die Wellen toben rund herum, Möwen kreischen, der Himmel ist grau. Einer der Detektive ist verschwunden. Plötzlich schreit Peter Shaw laut auf. Die Zuschauer erschrecken, wirkt es doch so real.
Damit das auch gelingt, musste jede Sprachaufnahme separat stattfinden. Produziert wurde im PrimetimeStudio in Hamburg. Üblicherweise finden die Aufzeichnungen der „Drei ???“ im Hörspielstudio von Heikedine Körting statt, und zwar gemeinsam. Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich sprechen seit 40 Jahren die Detektive. „Ich liebe es, alle an einen Tisch zu setzen“, erklärt Heikedine Körting ihre Vorgehensweise. Sie ist es, die die Rollen besetzt, sie ist die Produzentin, die Mama der Hörspiele, ohne sie geht nichts im Hause „Europa“, dem Hörspiel-Label von Sony Music. In ihrer fast 50-jährigen Karriere hat sie schon mehr als 3000 Stücke produziert, von „TKKG“, über „Fünf Freunde“ oder eben „Die drei ???“, immer saßen alle Sprecher gemeinsam an einem Tisch. Für das ultimative Hörspielerlebnis hat sie jetzt eine Ausnahme gemacht.
„Die drei ??? und das versunkene Schiff“ läuft bis 10. Dezember, danach „Die drei ??? und die schwarze Katze“ und ab März „Die drei ??? und der dreiäugige Totenkopf“. Dauer jeweils etwa 100 Minuten, empfohlen ab 10 Jahren. Planetarium Hamburg, Linnering 1 (Stadtpark), 22299 Hamburg. Weitere Infos und Tickets für 16 Euro gibt es unter www.planetarium-hamburg.de.