604 Schließfächer bei der Kreissparkasse aufgebrochen
Noch unbekannte Täter sind in der Nacht zu Montag in die Hauptstelle der Kreissparkasse Stade eingestiegen. Die Aufregung ist groß, denn 604 Sparbuch-Schließfächer wurden aufgebrochen.
Wie hoch der Schaden ist, steht noch nicht fest, denn niemand weiß bisher, was die Kunden tatsächlich in den Schließfächern gelagert haben.
Weil es sich um einen sensiblen Einbruch bei einer Bank handelt, hat die Stader Polizei den Einbruch nicht gemeldet und erst gestern auf TAGEBLATT-Nachfrage bestätigt.
Nach Polizei-Angaben sind bisher noch unbekannte Täter in der Nacht von Sonntag auf Montag über ein Toilettenfenster in den hinteren Bereich der Bank eingestiegen. Offenbar hatten sie es gezielt auf die sogenannten Sparbuch-Schließfächer abgesehen. 604 von insgesamt 800 Fächern wurden aufgebrochen und alles mitgenommen, was darin lagerte – vorwiegend Sparbücher, sagt Ralf Achim Rotsch, Vorstandschef der Kreissparkasse. Die Bank habe sofort die Sparbücher aller Fach-Inhaber gesperrt und die Kunden telefonisch informiert. Sofern weitere Sparbücher gelagert wurden, seien auch die gesperrt worden.
Weil eine Abhebung nur bei der Kreissparkasse möglich ist, sei dies wirkungsvoll gewesen, bisher sei niemand mit einem gestohlenen Sparbuch am Schalter aufgetaucht. „Die Täter werden mit Sicherheit mit ihrer Beute nicht zufrieden sein“, sagt der Sparkassenchef.
Ein Ergebnis der Auswertung der Überwachungskameras liege noch nicht vor. „Wir haben schnell gehandelt, damit so ein Vorfall nicht mehr möglich ist“, sagt Rotsch.
Warum bei dem Einbruch kein Alarm ausgelöst wurde, ist nicht bekannt, darüber wollen Polizei und Sparkasse aus Sicherheitsgründen keine Angaben machen. Im Gegensatz zur Sparkasse spricht die Polizei von einem Schaden von „mehreren 10 000 Euro“. Insider gehen davon aus, dass in den Sparbuch-Schließfächern nicht nur Sparbücher gelagert wurden, obwohl dies von der Sparkasse ausdrücklich so empfohlen werde, sagt Rotsch. Für Wertgegenstände seien die Schließfächer im Keller der Bank vorgesehen, die auch dreifach gesichert seien.
Das Problem für die Kunden: Weil die Sparkasse, nach eigenen Angaben, mehrfach darauf hingewiesen habe, dass für Wertgegenstände in den Sparbuch-Schließfächern keine Haftung übernommen werde, gebe es auch keine Entschädigung bei einem möglichen Diebstahl.