Benzinpreise

Ein Mann tankt seinen Wagen an einer Tankstelle.

Ein Mann tankt seinen Wagen an einer Tankstelle.

Die Spritpreise kennen in diesem Jahr fast nur den Weg nach oben. Da rückt die Suche nach der günstigsten Tankstelle im Umkreis in den Fokus. Doch wie viel Umweg rechnet sich wirklich für billigen Sprit?

08.11.2022, 06:00 Uhr

In Zeiten hoher Spritpreise weisen unter anderem Tank-Apps wie etwa vom Auto Club Europa (ACE) oder dem ADAC den Weg zu möglichst günstigen Tankstellen. Doch was kostet dieser Umweg eigentlich? Dazu gibt es eine rechnerische Faustformel:

Angenommen die teure Tankstelle nimmt für den Liter Sprit 2 Euro, die billige 1,80 Euro, rechnet der Tüv Süd beispielhaft vor. Tankt man 50 Liter, sind das bei den 20 Cent Differenz pro Liter 10 Euro Ersparnis.

Der Teufel steckt im Detail

Ein Auto mit 8 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer benötigt pro Kilometer Wegstrecke 0,08 Liter. Mit dem günstigen Sprit kalkuliert kostet dieser Kilometer dann 0,144 Euro. Bei einem Umweg von 10 Kilometern, fallen 1,44 Euro reine Spritkosten an, bei 30 Kilometern 4,32 Euro.

Nach diesem Muster lässt sich leicht ermitteln, ab welchem Weg der Preisvorteil auch rechnerisch völlig verpufft. Im Beispiel wären es 10 Euro Ersparnis geteilt durch 0,144 Euro pro Kilometer. Macht rund 69,4 Kilometer für den Hin- und Rückweg.

Die Rechnung hat noch weitere Bestandteile

Aber Achtung: Das ist eine rein rechnerische Faustformel. Dinge wie etwa teurerer Sprit, der beim Start noch im Tank steckte, Verschleiß oder Wertverlust und so weiter sind nicht berücksichtigt.

Wer zum Beispiel bei einem einige Jahre alten Kompaktauto ohne Sprit allein Kilometerkosten von 20 bis 30 Cent hat, kann dann diese individuell dazurechnen und schauen, was sich lohnt oder nicht.

Auch noch nicht eingerechnet sind der Zeitaufwand, das erhöhte Wegstreckenrisiko oder der zusätzliche CO2-Ausstoß, so der Tüv Süd. Da bleibt die Faustformel: Ein kurzer Umweg kann sich lohnen, ein weiterer nur bei sehr hohen Preisunterschieden.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Strengere Haftung bei E-Scooter-Unfällen kommt

Wer vom Elektroroller angefahren wird oder auf dem Gehweg über einen umgestürzten E-Scooter stolpert, bleibt nicht mehr auf seinen Behandlungskosten sitzen. Dafür soll eine Gesetzesänderung sorgen.

Kettenreaktion bei Auffahrunfall – Was gilt?

Ein Auto stößt von hinten gegen ein anderes Auto und schiebt es auf ein drittes Fahrzeug: Solche Kettenunfälle passieren immer wieder. Ein Gerichtsurteil zeigt, wann der Hintermann allein haftet.

Bahn-Ausfall: Welche Entschädigungen gibt es?

Für rund zwei Stunden ging am späten Abend nichts mehr bei der Deutschen Bahn. Fahrgäste kamen viel später ans Ziel oder hingen über Nacht fest. Welche Kosten Betroffene geltend machen können.