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Zum Leserbrief von Jens Dammann „Merkel hat versagt“ (TAGEBLATT vom 12. Juli) schreibt Margarethe Guderian, Gotenstraße in Harsefeld:

20.07.2018, 15:38 Uhr

Zum Leserbrief von Jens Dammann „Merkel hat versagt“ (TAGEBLATT vom 12. Juli) schreibt Margarethe Guderian, Gotenstraße in Harsefeld:

Mich bedrückt die abgestumpfte Empathie für die Sterbenden im Mittelmeer vieler Politiker und Menschen, die auch in Ihren Zeilen, Herr Dammann, nicht zu überhören ist. Die vielen Ertrunkenen tagtäglich bleiben unsichtbar, aber überlebende Angehörige und Ärzte berichten herzzerreißend davon.

Europa möchte das Problem an Libyen abgeben, an ein instabiles Land, seit Gaddafi beseitigt wurde mit Hilfe des Westens – Obamas größter Fehler, wie er beim Abschied vom Präsidentenamt eingestand. Die Not der Geflüchteten in den grausamen Elendslagern dort verdrängen wir.

Europa selbst zerfällt in egoistische Einzelstaaten – nicht Frau Merkel spaltet, wie Sie sagen, sondern Staaten, die dabei sind, die Demokratie abzuschaffen wie zum Beispiel Polen, das sich strikt weigert, auch nur einen Asylsuchenden ins Land zu lassen. Egoistische Parteien vom rechten Spektrum in Europa und solche Regierungen – auch Herr Trump – verabschieden sich von dem Europa des Friedens, der Freiheit und Brüderlichkeit, das die Generation unserer Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg mit viel Engagement mit den ehemaligen Feinden aufgebaut haben.

2015 gab es mit Frau Merkel viel Solidarität im Land, eine Willkommenskultur, die ihres Gleichen sucht. Die Menschen nicht aufzunehmen, hätte eine Katastrophe zur Folge gehabt, die wir uns nicht ausmalen mögen.

Wirklich traurig, dass wir nun wieder mit Seehofers CSU herzlos erscheinen, anstatt mit dem Entwicklungsminister Müller, auch von der CSU, nach Lösungen zur Fluchtbekämpfung in Afrika zu suchen.

Auch dieses „Wir werden sie jagen“ des Herrn Gauland höre ich noch immer bedrohlich in meinen Ohren. Gefährlich finde ich diesen beängstigenden Ton, auch wenn der AfD-Vorsitzende damals „nur“ als neue Opposition die gerade gebildete Regierung meinte. Manche werden dadurch angestiftet. Fremde werden „gejagt“ von Rassisten. Diese Fälle führen die Kriminalstatistik in Deutschland an.

Distanzieren Sie sich doch von Ihren Spitzenkandidaten. Mit dem „Vogelschiss“ unserer Geschichte schoss Ihr Parteivorsitzender wirklich den Vogel ab. Keiner – sicherlich auch Sie nicht – möchte diese furchtbaren Jahre der Verfolgung und des zerstörerischen Krieges noch einmal erleben.

Denken Sie an den Vortrag Ihres Parteikollegen aus dem Osnabrücker Land, setzen Sie auf unsere christlichen Werte, auf die Nächstenliebe, die Liebe zu allen Menschen auf Gottes Erde.

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