Abwasser in Stade günstiger – Gas und Strom stabil
"Die Kunden merken, dass Preis und Service stimmen." Christoph Born, Geschäftsführer der Stadtwerke Stade
Die Gebühren für die Entsorgung des Abwassers im Stadtgebiet Stade werden voraussichtlich deutlich fallen. Dagegen bleiben die Preise für Strom und Gas gleich.
Während über die neuen Gebührensätze beim Schmutzwasser die Politik noch beraten und am Ende der Rat am 19. Dezember entscheiden muss, hat sich der Aufsichtsrat der Stadtwerke unter dem Vorsitz des CDU-Politikers Arthur Schreiber bei Strom und Gas festgelegt.
Sowohl beim städtischen Eigenbetrieb der Abwasserentsorgung (AES) als auch bei den Stadtwerken ist Christoph Born der Chef. Die Stadtwerke sind für die Betriebsführung der AES zuständig, somit ist Born als Geschäftsführer der Stadtwerke auch Betriebsleiter der AES. Er erklärt die Tarife.
Die Abwasserentsorgung. Zur AES gehört das Klärwerk und das Kanalnetz. Die Schmutzwasserleitungen sind insgesamt über 200 Kilometer lang, das für das Regenwasser 220 Kilometer. Dazu kommen 58 Pumpstationen und 28 Regenrückhaltebecken. Das alles muss wirtschaftlich betrieben werden – aus den Gebühren der Verbraucher. Die hatten in den vergangenen Jahren mehr gezahlt, als die AES ausgegeben hat. Die überschüssigen Gelder fließen in eine Gebührenausgleichsrücklage und damit jetzt zurück an die Kunden.
Geplant ist, weiterhin den Grundbetrag auf 98 Euro pro Jahr festzusetzen. Pro Kubikmeter Regenwasser werden nicht mehr 54 Cent, sondern 51 Cent berechnet. Dieser Betrag ist für die Verbraucher kaum spürbar. Anders beim Abwasser. Die Benutzungsgebühr soll von 1,70 Euro pro Kubikmeter auf 1,54 Euro sinken, also um fast zehn Prozent. Für einen Haushalt in einer 80-Quadratmeter-Wohnung mit einem Schmutzwasservolumen von 80 Kubikmetern sinkt der Jahresbeitrag dadurch von 277 auf 262 Euro. Da in der Stadt 98 Prozent aller Haushalte an das zentrale Netz angeschlossen sind, betrifft das fast alle Bürger. Ausnahme: Die Betreiber von Kleinkläranlagen, von denen es noch 120 gibt, zum Beispiel im Stader Moor, in Groß Thun oder der Götzdorfer Straße.
Die Strompreise. Viele Versorger erhöhen zum neuen Jahr die Tarife, die Stadtwerke in Stade nicht. Zwar seien die Netzentgelte und die EEG-Umlage gestiegen, die Stadtwerke könnten das aber über einen günstigen Einkauf kompensieren, sagt Born. 230 000 Megawattstunden kommen im Jahr zusammen. Sie zapfen dabei etwa ein Dutzend Händler an und geben die Energie an 23 000 Haushalte und Betriebe weiter. Wer 3500 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, zahlt je nach Tarif ab 800 Euro.
Die Gaspreise. 14 000 Kunden beziehen ihr Gas von den Stadtwerken. Dazu zählen viele aus den Umlandgemeinden wie Agathenburg, Dollern, Fredenbeck, Heinbockel oder Himmelpforten. Auch das Gas wird bei unterschiedlichen Händlern eingekauft. Pro Jahr sind das etwa 650 000 Megawattstunden. Wer 20 000 Kilowattstunden verbraucht, zahlt ab 757 Euro.
Die Stadtwerke merken den Wettbewerb. Ein Wechsel gehört zum Tagesgeschäft und bereite viel Arbeit. Born: „Da ist Bewegung drin.“ Immerhin seien 80 Prozent aus dem Verbreitungsgebiet bei Strom und Gas Kunden. Die Kunden merkten, dass Preis und Service stimmten, so Born. Und sie nähmen wahr, „dass wir uns in der Region engagieren und hier unser Geld ausgeben“.